Es brodelt im UK
Belfast nach rassistischen Krawallen – Premier Starmer: werde das "nicht tolerieren"
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Belfast: Nach Messerangriff kommt es zu schweren Ausschreitungen
Videoclip • 50 Sek • Ab 12
Der Rauch hat sich nach den nächtlichen Ausschreitungen in Belfast verzogen, doch die Lage im Vereinigten Königreich bleibt angespannt. Jetzt äußert sich Starmer.
Das Wichtigste in Kürze
In der Nacht auf Mittwoch (10. Juni) ist es in Belfast zu rassistischen Ausschreitungen gekommen.
Autos und Wohnhäuser wurden angezündet, Menschen mussten gerettet werden.
Hintergrund ist der mutmaßliche Messerangriff eines Sudanesen.
Ausnahmezustand in Belfast, zugespitzte Lage im Vereinigten Königreich: Nach einem Messerangriff eines Sudanesen haben rassistische Ausschreitungen von teils vermummten Randalierern in der Nacht auf Mittwoch (10. Juni) eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Unter anderem brannten Autos und Wohnhäuser. Bewohner:innen mussten gerettet werden, darunter laut Polizei-Angaben auch eine Familie mit einem "kaum zwei Monaten alten Baby", berichtet die BBC.
Auf Luftaufnahmen des Senders Sky News waren Rauschschwaden über der Stadt zu sehen. Zu insgesamt 62 Einsätzen ist die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge gerufen worden. Bei den nächtlichen Krawallen wurde laut britischen Medienberichten auch ein türkischer Friseursalon attackiert. Zudem wurde ein Bus in Brand gesetzt.
Mittlerweile laufen die Aufräumarbeiten. Ein Mann in den 40ern befindet sich laut BBC-Informationen weiterhin mit schweren Verletzungen an Augen, Hals und Rücken im Krankenhaus. Am Mittwochmorgen wurde der gesamte Bus- und Bahnverkehr wieder aufgenommen. Doch das Signal der Rassist:innen dürfte nachhallen, in Form der Angst der Betroffenen.
Auch in den News:
Starmer: "Ich werde das nicht tolerieren"
Auf Seiten der Politik ist man alarmiert: Der britische Premier Keir Starmer betonte auf der Plattform X die rassistischen Beweggründe der Täter: "Es ist klar, dass Menschen gestern Nacht wegen ihres Hintergrunds ins Visier genommen wurden, und ich werde das nicht tolerieren." Verantwortliche würden "die volle Härte des Gesetzes" zu spüren bekommen.
Für die nordirische Regierungschefin Michelle O’Neill sind die Ausschreitungen ein Zeugnis "widerwärtiger Feigheit". Auf X schrieb sie, Gruppen von maskierten Männern hätten Familien aus ihren Häusern vertrieben. "Rassismus, Einschüchterung und Gewalt sind falsch, wo immer sie auftreten", so O'Neill.
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Brutales Video zeigt Messerangriff
Am Montag (8. Juni) wurde ein Mann bei einem Messerangriff schwer verletzt, ein Video der Attacke machte die Runde. Darin ist zu sehen, wie der Angreifer auf einem blutüberströmten Mann sitzt und ihn mit einem Messer attackiert. Von Seiten der Polizei wurde gebeten, den Clip nicht zu verbreiten.
Wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes sowie Todesdrohungen wurde gegen den mutmaßlichen Täter, laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese, Anzeige erhoben. Bereits am Dienstag (9. Juni) gab es Demonstrationen gegen Migrant:innen und Einwanderung.
Southampton-Vorfall schwelt weiterhin
Krawalle am Rande eines Protests gab es bereits in der vergangenen Woche im südenglischen Southampton, nachdem Bodycam-Aufnahmen einen verhängnisvollen Polizei-Fehler dokumentierten. Ein Mann aus der Sikh-Gemeinschaft hatte den Studenten Henry Nowak mit einem Messer angegriffen – mit tödlichen Folgen.
Die Demonstrationen gegen Einwanderung gehen in Southampton weiter, auch in anderen Städten wird protestiert. Möglicherweise geben die Geschehnisse in Belfast den immigrantenfeindlichen Protesten weiter Futter.
Verwendete Quellen
BBC: "Violence condemned as clean-up operation under way after Belfast disorder"
Nachrichtenagentur dpa
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