Geheime Dokumente

Wegen Spionageverdacht: Ex-BND-Chef August Hanning festgenommen

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von Christopher Schmitt

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BND: Russland im Schattenkrieg gegen uns (5. Oktober)

Videoclip • 03:32 Min • Ab 12


August Hanning war einst Chef des BND. Nun haben ihn Ermittler:innen festgenommen. Er wird der Spionage verdächtigt.

Für Deutschlands Geheimdienst ist es ein Schock: August Hanning, der den Bundesnachrichtendienst zwischen 1998 und 2005 führte, ist am Dienstag (6. Oktober) unter Spionageverdacht festgenommen worden.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe bestätigte die Verhaftung – und teilte mit, dass zeitgleich auch Hannings früherer Büroleiter Manfred D. in Gewahrsam genommen wurde. Zuvor hatte die "Tagesschau" unter Verweis auf Recherchen des WDR, NDR sowie der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) berichtet.

Ein Regierungssprecher sagt zu den Festnahmen: "Die Bundesregierung wird das wegen der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren."

Festgenommen wurden die beiden Männer an unterschiedlichen Orten: Hanning im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern, D. im nordrhein-westfälischen Landkreis Steinfurt.

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Schwere Vorwürfe: Landesverrat und Agententätigkeit

Die Ermittler:innen werfen Hanning nichts Geringeres vor als versuchten Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit. Manfred D., der Jahrzehnte als enger Vertrauter an Hannings Seite arbeitete, soll ihm dabei Beihilfe geleistet haben. Nach Informationen von WDR, NDR und SZ steht hinter dem Fall jedoch keine Verbindung zu Russland.

Das Konstrukt, das die Ermittler:innen beschreiben, klingt wie ein Spionageroman: Manfred D. soll Hanning nach dessen Ausscheiden aus dem BND über viele Jahre hinweg mit internen Geheimdiensterkenntnissen versorgt haben – gegen Bezahlung. D. selbst blieb Teil des BND: Von März 2012 bis März 2026 arbeitete er als Büroleiter für amtierende BND-Präsidenten und hatte damit Zugang zu hochsensiblen Informationen.


Mehr als 2.000 Dokumente – viele davon Verschlusssache

Das Ausmaß des mutmaßlichen Datenflusses ist beachtlich: Laut Bundesanwaltschaft soll D. Hanning insgesamt über 2.000 Dokumente zugespielt haben. Ein erheblicher Teil davon war als Verschlusssache eingestuft und ausschließlich für den internen Dienstgebrauch bestimmt – darunter Unterlagen für Lagebesprechungen hochrangiger Beamt:innen im Bundeskanzleramt.

Hanning selbst soll die geheimen Erkenntnisse für seine Arbeit als Sicherheitsberater in der Privatwirtschaft genutzt haben, in die er nach seiner Zeit als Staatssekretär im Bundesinnenministerium gewechselt war. In mindestens einem Fall soll er die Informationen dazu verwendet haben, für Mitarbeiter:innen eines fremden Nachrichtendienstes eine Analyse zu erstellen. Ob dieses Dokument seinen Adressaten tatsächlich erreichte, konnte bislang nicht festgestellt werden. Darüber hinaus soll Hanning über Jahre in engem Kontakt mit einem Angehörigen eines weiteren ausländischen Nachrichtendienstes gestanden und diesen regelmäßig mit Informationen beliefert haben.

Block-Fall brachte Ermittler auf die Spur

Aufgeflogen ist das mutmaßliche Netzwerk durch einen anderen Skandal: Hanning stand bereits im Herbst 2025 im Verdacht, in die Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block verwickelt gewesen zu sein. Als Verantwortlicher einer Sicherheitsfirma soll er 2022 einen Auftrag zur Kindesentziehung angenommen haben. Bei einer Durchsuchung im Rahmen jener Ermittlungen stießen die Behörden auf Funde, die das jetzt laufende Spionageverfahren erst ins Rollen brachten.


Politik verlangt lückenlose Aufklärung

Die Reaktionen aus der Politik kommen prompt und scharf. Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz, der auch dem parlamentarischen Geheimdienstkontrollgremium angehört, sprach gegenüber dem "Spiegel" von einer "eisenharten und abgründigen Geschichte" und forderte eine vollständige Aufarbeitung der Vorwürfe. Den mutmaßlich entstandenen nachrichtendienstlichen Schaden gelte es schnell zu beziffern, so von Notz. Der Grünen-Politiker nutzte den Fall zugleich für eine grundsätzliche Forderung: Frühere Geheimnisträger der Bundesrepublik sollten solche Lobbytätigkeiten nach ihrer Amtszeit generell verboten bekommen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Tagesschau: "Ermittler nehmen Ex-BND-Chef Hanning fest"

Nachrichtenagentur dpa

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