Repressionen
Amnesty warnt: 30 Todesurteile nach Massenprotesten im Iran drohen
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Exil-Iranerin erzählt ihre bewegende Geschichte
Videoclip • 06:35 Min • Ab 12
Die Proteste im Iran sind seit mehr als einem Monat verstummt. Menschenrechtler:innen berichten nun über ein hartes Vorgehen der Justiz.
Das Wichtigste in Kürze
Laut Amnesty International droht mindestens 30 Menschen im Iran nach den Massenprotesten die Todesstrafe.
Unter den Betroffenen befinden sich auch Minderjährige; die Urteile dienen laut Aktivist:innen der Einschüchterung der Bevölkerung.
Die Niederschlagung der Proteste forderte über 7.000 Todesopfer und führte zu mehr als 53.000 Festnahmen.
Mindestens 30 Menschen im Iran droht im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten laut Informationen von Amnesty International die Todesstrafe. In acht Fällen sei bereits ein Urteil gesprochen worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation.
Unter den 22 weiteren vor Gericht verhandelten Fällen seien zwei Männer noch minderjährig, berichtete Amnesty weiter. Die iranische Justiz hat bislang offiziell kein Todesurteil verkündet. Vor einer Woche berichtete jedoch die mit den Behörden verbundene Nachrichtenagentur Misan über einen Prozess, in dem drei Männern nach der Beteiligung an Unruhen die Todesstrafe droht.
Todesstrafe als Waffe
Amnesty wirft der iranischen Führung vor, mit den Todesurteilen und deren möglichen Vollstreckung die Protestbewegung brechen zu wollen. "Indem sie die Todesstrafe als Waffe einsetzen, versuchen sie, Angst zu schüren und den Geist einer Bevölkerung zu brechen, die grundlegende Veränderungen fordert", sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten.
Bereits Mitte Januar hatte die iranische Justiz verkündet, erste Anklagen auf den Weg gebracht zu haben. Besonders schwere Fälle von "Randalierern" würden vorrangig und gesondert behandelt. Irans Justizchef hatte Vergeltung für bei den Protesten getötete Sicherheitskräfte und Polizisten gefordert.
Auch in den News:
Eskalation im Nahen Osten: Droht Krieg zwischen USA und Iran?
Im Fall eines US-Angriffs: Iran droht mit "entschlossenen und angemessenen" Gegenmaßnahmen
Mehr als 7000 Tote bei Massenprotesten
Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat die Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Es kam außerdem zu rund 53.500 Festnahmen.
Die jüngsten Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren. Auch im Herbst 2022 und den Monaten danach waren Menschenmassen unter dem Motto "Frau, Leben, Freiheit" auf die Straße gegangen. Im Zusammenhang mit den Aufständen ließ die Justiz danach mindestens zwölf Menschen hinrichten.
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Naher Osten
Iran-Ticker: Erster deutscher Evakuierungsflug gelandet

Risiko für Unterversorgung?
Habe ich einen Vitamin-D-Mangel? Diese Symptome sprechen dafür

Generationswechsel
Eine neue Ära: Wolfgang Grupps Tochter zeigt ihren Kalender

Mythos-Wundermittel
Stiftung Warentest empfiehlt nur zwei Vitamin-D3-Produkte

Mehr Sicherheit für Kinder
EU-Kommission entscheidet bald über Mindestalter auf Social Media

Migration als Waffe
Mithilfe krimineller Banden: Litauen wirft Lukaschenko hybride Angriffe auf EU-Grenze vor



