:newstime-Sommerinterview
AfD-Chef Chrupalla: Mehr Bauchschmerzen bei Selenskyj als bei Putin – Regierung nur "Frage der Zeit"
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Chrupalla fordert Aus für Briefwahl (24. August)
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Im :newstime-Sommerinterview äußert sich AfD-Chef Tino Chrupalla zur Wahl in Sachsen-Anhalt und einem angeblichen unfreiwilligen Beitrag von Kanzler Merz zum AfD-Erfolg. Mit einer Aussage zu Selenskyj und Putin lässt er aufhorchen.
Das Wichtigste in Kürze
Im :newstime-Sommerinterview erklärte AfD-Chef Tino Chrupalla, Bundeskanzler Merz (CDU) würde mit seinen Aussagen Wahlkampf für die AfD machen.
Auf das BSW blickt der AfD-Politiker seiner eigenen Aussage nach bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht – er hoffe auf eine absolute Mehrheit.
Außerdem erklärte der AfD-Vorsitzende, ihm bereite die Politik des ukrainischen Präsidenten Selenskyj mehr Bauchschmerzen als die des russischen Machthabers Putin.
"Wir werden irgendwann regieren. Das ist eine Frage der Zeit." AfD-Chef Tino Chrupalla gibt sich im :newstime-Sommerinterview selbstbewusst – auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) 40 Prozent der Wahlberechtigten als Wutbürger:innen beschimpfe, komme hingegen "Ausgrenzung zum Vorschein", erklärte er mit Verweis auf die Umfragewerte der AfD. Laut Chrupalla habe Merz, der vor Regierungsverantwortung der AfD warnt, "absolut das Amt verfehlt".
"In Anführungsstrichen" fügte Chrupalla im Gespräch mit dem Leiter der :newstime-Hauptstadtredaktion, Heiko Paluschka, hinzu, hörten es die Ostdeutschen wirklich gerne, sich vorschreiben zu lassen, wen sie wählen sollten. Über den Kanzler sagte er: "Ich denke, damit macht er eher Wahlkampf für uns. Das freut mich auf die Art, wenn er weiter die Ostdeutschen beschimpft."
Auch in den News:
Chrupalla: "Man kann das BSW nicht ernstnehmen"
Dem AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, käme der Einzug des BSW in den Magdeburger Landtag entgegen. Chrupalla erklärte jedoch, das Abschneiden dieser Partei sei ihm "relativ egal". Er hoffe, dass die AfD die absolute Mehrheit hole. "Dann brauchen wir kein BSW." Mit Blick auf die unterschiedlichen Töne aus den Reihen des BSW stänkerte Chrupalla zudem: "Man kann diese Partei überhaupt nicht ernst nehmen."
AfD-Chef: Mehr Bauchschmerzen bei Selenskyj als bei Putin
Zudem wurde Chrupalla auf den mutmaßlichen Anschlag mit einer Drohne auf den Leipziger Flughafen angesprochen. Der AfD-Politiker erklärte, er wolle abwarten, ob es wirklich klare Beweise gebe, dass die russische Regierung dahinterstecke. Er hätte sich gewünscht, dass man "genauso resolut gegen die Verursacher der Ukraine", die für die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines verantwortlich seien, vorgegangen wäre. Auch die Einstellung von Geldleistungen an die Ukraine sowie Sanktionspakete zählte er dazu.
"Wenn Sie jetzt die Politik der Präsidenten Selenskyj und des Präsidenten Putin vergleichen: Welche Politik macht Ihnen mehr Bauchschmerzen?", fragte Heiko Paluschka nach. Chrupalla gab eine deutliche Antwort: "Die des Präsidenten Selenskyj – ein hochkorrupter Präsident". Dieser wolle den Krieg nicht stoppen, um die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten.
"Können über völkerrechtswidrige Angriffskriege in der Welt diskutieren"
Mit Russland zu sprechen – wie es kürzlich der CIA-Präsident tat – sei laut dem AfD-Chef "der richtige Weg, um die Eskalationsspirale endlich zu durchbrechen, damit wir wieder auf diplomatischem Weg hier in Europa friedlich leben können".
Auf den Hinweis, dass Russland einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen habe, antwortete Chrupalla: "Wir können jetzt über völkerrechtswidrige Angriffskriege in der ganzen Welt diskutieren: der Amerikaner, der Israelis, der Russen. Was ist die Konsequenz? Wollen wir mit diesen Ländern allen keine Beziehung mehr haben?" Ob man in diese gegen diese Länder in den Krieg ziehen wolle, fragte Tino Chrupalla rhetorisch. Dies könne nicht die Aufgabe von Diplomatie sein.
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