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Wird die Zeitumstellung bald abgeschafft? Die Pläne der EU – und warum diese seit langem auf Eis liegen

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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Zeitumstellung: Warum gibt es sie noch? (11. September)

Videoclip • 01:27 Min • Ab 12


Eine Stunde vor, eine Stunde zurück – seit Jahrzehnten dreht Europa zweimal jährlich an der Uhr, obwohl kaum jemand das noch will. Selbst ein EU-Parlamentsbeschluss von 2019 konnte daran nichts ändern. Woran die Abschaffung der Zeitumstellung bislang scheitert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Jahren liegen die Pläne der EU-Kommission zur Abschaffung der Zeitumstellung auf Eis.

  • Der Grund: Die einzelnen Mitgliedsstaaten sollen ihre jeweilige Handhabung selbst entscheiden, müssen sich aber abstimmen.

  • Einig sind sich die deutschen Bürger:innen: Laut Umfragen sind über 70 Prozent für eine Abschaffung der Sommer- beziehungsweise Winterzeit.

Wer hat an der Uhr gedreht? Das fragen sich alle sechs Monate so einige Bürger:innen der EU. Ende Oktober ist es wieder so weit: Die Uhr wird nach der Sommerzeit wieder eine Stunde zurückgestellt. Und das, obwohl sich immer wieder eine große Mehrheit der Betroffenen gegen die Zeitumstellung ausgesprochen hatte.

Auch das EU-Parlament stimmte bereits 2019 für das Ende der Regelung, ursprünglich sogar mit Auslaufen des Jahres 2021. Fünf Jahre später bleibt trotzdem alles beim Alten. Warum?

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Über 40 Jahre nach ihrer Wiedereinführung steht es nicht gut um den Ruf der Zeitumstellung. Ursprünglich sollte sie Energie sparen, mittlerweile gilt dieser Effekt als umstritten. So stellte etwa das Umweltbundesamt fest, dass im Sommer zwar an hellen Abenden weniger Strom für Licht verbraucht, aber dafür im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt wird.

Das allhalbjährliche Uhrenumstellen verliert damit für viele seinen Sinn. Mehr noch: Etwa 27 bis 31 Prozent der Menschen in Deutschland berichteten in einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus 2025 über gesundheitliche Probleme wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Schlappheit.

Auch aktuelle Zahlen vom März 2026 sprechen für sich. 73 Prozent der Deutschen waren für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Doch für einen endgültigen Beschluss sind sich die EU-Mitgliedsstaaten zu uneinig.

Nach Vorstellung der Kommission sollen die Staaten jeweils selbst wählen können, ob sie künftig immer Winter- oder Sommerzeit haben wollen. Dabei müssten sie sich allerdings absprechen, damit es keine Probleme etwa für den Binnenmarkt gibt. Auch ein "Flickenteppich" verschiedener Zeitzonen unter Nachbarstaaten soll möglichst vermieden werden. Bisher konnte sich der EU-Rat allerdings nicht auf eine gemeinsame Position zur Abschaffung der Zeitumstellung einigen.


Ein Leben ohne Zeitumstellung

Sollte die Zeitumstellung letztendlich abgeschafft werden, würden die Deutschen nach einer repräsentativen Yougov-Umfrage aus dem Jahr 2023 lieber die Sommerzeit behalten. Konkret würde das bedeuten:

  • Im Winter würde es morgens deutlich länger dunkel bleiben – im Westen und Nordwesten Europas sogar bis in den frühen Vormittag. In Vigo an der spanischen Atlantikküste würde die Sonne etwa am 21. Dezember erst um 10:01 Uhr aufgehen, im norddeutschen Emden um 9:45 Uhr. Umgekehrt bliebe es abends aber länger hell.

  • Im Sommer würden die Lichtverhältnisse gemäß der aktuellen Sommerzeit gleich bleiben.

Die EU-Kommission hält jedenfalls weiter an ihrem Plan fest. "Wir glauben, dass eine koordinierte Lösung immer noch erreichbar ist, und wir ermutigen zu erneuten Gesprächen", erklärte eine Sprecherin 2025. Die Kommission hat bereits eine Studie zu den Folgen einer Abschaffung in Auftrag gegeben. Bis Ende 2026 soll diese fertiggestellt werden. Unklar bleibt, ob die neuen Erkenntnisse dann endlich zu einer Einigung führen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Europäische Kommission: "Zeitumstellung"

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