Müde durch den Winter?

Winterblues und Schlaf: Warum wir in der kalten Jahreszeit mehr Ruhe brauchen

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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Umfrage: Mehr als zwei Drittel schlafen schlecht

Videoclip • 01:04 Min • Ab 12


Dunkelheit, wenig Tageslicht und kalte Temperaturen machen vielen Menschen im Winter zu schaffen. Ein etwas höheres Schlafbedürfnis ist normal – anhaltende Müdigkeit kann aber auch auf eine saisonale Depression hinweisen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Winter kann ein leicht höheres Schlafbedürfnis durch weniger Tageslicht normal sein.

  • Mehr als neun Stunden Schlaf oder anhaltende Erschöpfung können ein Warnsignal sein.

  • Tageslicht, Bewegung, feste Routinen und soziale Kontakte helfen gegen den Winterblues.

Igel, Fledermäuse und Haselmäuse verschlafen den Winter. Ganz so weit geht es bei Menschen zwar nicht, doch viele fühlen sich in der kalten Jahreszeit deutlich müder und antriebsloser. Schon morgens fällt es schwer, aus dem Bett zu kommen.

Hinter diesem sogenannten Winterblues steckt häufig das fehlende Tageslicht. Unsere innere Uhr orientiert sich stark am natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus. Sind die Tage kurz und die Nächte lang, kann sich der Schlaf-Wach-Rhythmus verändern.

Weniger Serotonin, mehr Melatonin

Tageslicht unterstützt den Körper bei der Produktion von Serotonin. Der Botenstoff beeinflusst unsere Stimmung und sorgt für emotionale Stabilität. Bei Lichtmangel kann die Serotoninproduktion zurückgehen.

Gleichzeitig wird Serotonin teilweise in Melatonin umgewandelt. Das Hormon steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und macht müde. An dunklen Wintertagen kann deshalb auch tagsüber mehr Melatonin ausgeschüttet werden.

Im Winter kommt es häufiger zu Stimmungstiefs oder sogar saisonalen Depressionen. Diese gehen oft mit verstärkter Müdigkeit und Schlafbedürfnis einher.

Schlafmedizinier Dr. Michael Feld zu "Öko-Test"

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Eine Stunde mehr Schlaf kann normal sein

Forschungen deuten laut "Öko-Test" darauf hin, dass die biologische Nacht im Winter länger dauert. In einem Experiment mit Menschen, die nur natürlichem Licht ausgesetzt waren, schliefen die Teilnehmenden im Winter etwa eine Stunde länger als im Sommer.

Ein etwas höheres Schlafbedürfnis ist daher nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Schlafmediziner:innen halten etwa 30 bis 60 Minuten mehr Schlaf für unproblematisch. Dauerhaft sollten Erwachsene jedoch möglichst nicht mehr als 8,5 bis neun Stunden pro Nacht schlafen.

Wer trotz ausreichend Schlaf ständig erschöpft ist, morgens benommen aufwacht oder unter Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Stimmungstiefs leidet, sollte ärztlichen Rat suchen.

Tageslicht hilft gegen den Winterblues

Die wichtigste Maßnahme ist Bewegung bei Tageslicht. Ein Spaziergang im Hellen kann den Kreislauf anregen und die Stimmung verbessern. Auch Sport unterstützt die Bildung von Serotonin.

Zusätzlich helfen feste Schlafenszeiten, regelmäßige Mahlzeiten und geplante Aktivitäten. Soziale Kontakte sollten ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Wer kaum ins Freie kommt, kann nach Rücksprache mit Fachleuten eine Tageslichtlampe mit 10.000 Lux nutzen. Empfohlen werden mindestens 30 Minuten täglich.


Verwendete Quellen:

Öko-Test: "Dunkle Jahreszeit: Braucht man im Winter mehr Schlaf?"

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