Heil oder Unheil?
Wale in der Ostsee: Schon lange vor Timmy waren sie von tiefer symbolischer Bedeutung
Aktualisiert:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Kaum Hoffnung für verirrten Wal (1. April)
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Der vor Weimar gestrandete Buckelwal sorgte in den vergangenen Tagen für Aufregung. Doch nicht erst seit Timmy hinterlassen die Riesen des Meeres ihre Spuren. Die Wale der Ostsee haben eine jahrhundertschwere Bedeutung.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Greifswalder Wal prägt seit der Reformationszeit die Kirchen.
Heils- oder Unheilszeichen? Darum ist das Meerestier von symbolischer Bedeutung.
Ein über 200 Jahre alter, in Rügen gestrandeter Wal hängt heute im Museum.
Am 30. März 1545 wird in Greifswald-Wieck ein Schwertwal angespült. Er hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Noch heute findet man ihn in Greifswalder Kirchen, in Form meterlanger Darstellungen und Wandmalereien.
Der Wal-Fund der Reformationszeit setzte für die Menschen damals ein bedeutungsvolles Zeichen. Mit Blick auf das schwierige Folgejahr, auch gezeichnet durch den Tod Martin Luthers, wurde der Schwertwal zum unheilvollen Omen. "Das ist auch in alter Zeit so gewesen, dass das sozusagen als Faszinosum und als Wunder dann gesehen wurde", sagt der Kirchenhistoriker Irmfried Garbe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Auch in den News:
Der Wal trägt symbolische Bedeutung
Der Wal bewegte schon in der Bibel: Im Alten Testament wird Jona von einem Wal gerettet. "Der Wal hat nicht nur ein negatives Vorzeichen, sondern er ist auch ein Heilszeichen", so Kirchenhistoriker Garbe.
Mindestens so groß wie das Meerestier ist den Überlieferungen nach seine Symbolik. So sollen die Knochen des Tieres in Kirchen ausgestellt worden sein. Die heutige Sicht auf den Wal sei aber wissenschaftlicher Natur, erklärt Irmfried Garbe, "und springt sozusagen in emotionale Ebenen".
Zum Anfassen nah: 200 Jahre alter Rügen-Wal im Museum
Eine Kunstaktion im Dom St. Nikolai von 2021 erinnert an die Geschichte des Greifswalder Wals. Dort konnte man den 14 Meter langen Abguss eines in Südafrika angeschwemmten Buckelwals betrachten. Die Skulptur des israelischen Künstlers Gil Shachar bleibt nicht der einzige Großwal, der heute Museumsfigur ist. In Rügen strandete vor über 200 Jahren ein Finnwal, heute hängt sein Skelett im Meeresmuseum in Stralsund.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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