S-Bahn-Unglück
Mutprobe im Nürnberger Lad: Zwölfjährige springt auf Zug und stirbt
Veröffentlicht:
von dpaImmer wieder kommt es beim sogenannten Bahn-Surfen zu tödlichen Unfällen. (Symbolbild)
Bild: Daniel Bockwoldt/dpa
In einem S-Bahnhof in Mittelfranken fällt ein Mädchen beim Versuch auf einen fahrenden Zug zu springen ins Gleisbett. Polizei und Deutsche Bahn begegnen dem gefährlichen Trend mit mehr Aufklärung.
Eine Zwölfjährige ist im Nürnberger Land beim Versuch, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, gestorben. Wie die Polizei anhand von Videokameras und Zeug:innenaussagen ermittelte, war das Mädchen mit Freund:innen am S-Bahnhof in Feucht. Mit einigen ihrer Freund:innen sei es auf den abfahrenden Zug aufgesprungen. Dabei sei die Zwölfjährige gestürzt und unter die Bahn geraten.
Ihre minderjährigen Freund:innen seien abgesprungen und hätten anschließend den Notruf gewählt, sagte ein Polizeisprecher. Demnach waren sie alle im Alter um die zwölf Jahre. Mit schwersten Verletzungen am Kopf und an den Beinen wurde das Mädchen in ein Krankenhaus gebracht. Einen Tag später sei es seinen Verletzungen erlegen.
Die Kriminalpolizei habe vor Ort Spuren gesichert. Zudem seien Videokameras ausgewertet und Zeug:innen befragt worden. Die Zugstrecke war dafür zeitweise gesperrt.
S-Bahn-Surfer sind oft junge Menschen
Es kommt immer wieder zu Einsätzen wegen des Phänomens S-Bahn-Surfen, wie eine Sprecherin der Bundespolizei in München erklärte. Genaue Zahlen gibt es demnach keine. Die Dunkelziffer sei zudem groß: Nicht jede:r S-Bahn-Surfer:in werde erfasst, da zahlreiche Vorfälle unentdeckt bleiben.
Die Fälle im Münchner Bereich seien in der vergangenen Zeit nicht tödlich ausgegangen, hieß es. Letztendlich sei das jedoch immer Glück. "Die Leute spielen mit ihrem Leben, da muss man sagen: Jedes Mal ist gefährlich."
Oft seien es junge Menschen, teilweise auch Minderjährige, die auf die Bahnen aufspringen. Erwachsene wurden in den letzten Monaten nicht erfasst, das bedeute aber nicht, dass es die nicht gebe.
Auch in den News:
"Das sind nicht eure Freunde"
Gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) ist die Bundespolizei mit Präventionsbeamt:innen im Einsatz. An Schulen klären die Beamt:innen über die allgemeinen Gefahren auf, etwa beim Überqueren der Gleise, durch das Klettern auf Waggons und durch das S-Bahn-Surfen.
Anlassbezogen klärt die Polizei und die DB auch auf den sozialen Medien auf. In einem der Videos heißt es beispielsweise: "Das Klettern auf Zügen und das Surfen sowieso ist lebensgefährlich. Ihr habt doch nur dieses eine Leben, das ist es doch nicht wert." Und: "Falls ihr Freunde habt, die euch auf so eine Idee bringen: Das sind nicht eure Freunde"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Unfall in Berlin
Kind bei Feuerwerk schwerverletzt: War es eine Kugelbombe?

Elektroautos
Trump zieht Subventionen zurück: Zahl der Tesla-Auslieferungen stürzt ab

Notfall im Restaurant
Reinigungsmittel statt Getränk: Neue Erkenntnisse zum Vorfall am Timmendorfer Strand

Bauarbeiten und Zugausfälle
Mit dem Zug an die Nordsee: Das erwartet Sylt-Pendler und Bahnreisende 2026

Spenden für Obdachlosenhilfe
Brandstiftung bei Kältebussen: Berliner bieten Stadtmission Hilfe an

Umfrage
Bier, Bürokratie und Sauerkraut: Was Deutsche mit Deutschland verbinden
