Handelsstreit
Trump rudert im Pasta-Streit zurück - USA senken Strafzölle auf italienische Nudeln
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerBarilla-Pasta wird in einen Supermarkt in Rom zum Verkauf angeboten.
Bild: Miriam Schmidt/dpa
Donald Trump tritt beim Pasta-Streit überraschend auf die Bremse: Die USA wollen die ursprünglich extrem hohen Strafzölle auf italienische Nudelhersteller deutlich abmildern.
Das Wichtigste in Kürze
Der Zollhammer gegen italienische Pasta fällt deutlich kleiner aus als geplant.
Statt Aufschlägen von über 100 Prozent peilt das US-Handelsministerium nur noch rund ein Viertel an.
Der Rückzieher Trumps entschärft einen drohenden Handelskonflikt – vorerst.
Donald Trump macht einen Rückzieher: Das US-Handelsministerium plant, die ursprünglich drastisch vorgesehenen Strafzölle auf Produkte von mehr als einem Dutzend italienischer Nudelhersteller deutlich zu senken. Während die meisten Waren aus der Europäischen Union bereits mit Zöllen von mindestens 15 Prozent belegt sind, sollten für bestimmte Pasta-Sorten zunächst zusätzliche 92 Prozent erhoben werden – insgesamt also rund 107 Prozent. Nach der neuen Empfehlung sollen die speziellen Pasta-Zölle nun nur noch zwischen 24 % und 29 % liegen. Damit würde die Belastung für italienische Hersteller und für US-Importeure deutlich geringer ausfallen als zunächst angekündigt.
Auslöser der Maßnahme war eine sogenannte Anti-Dumping-Untersuchung des US-Handelsministeriums. Zwei US-Unternehmen aus dem Mittleren Westen – 8th Avenue Food & Provisions und Winland Foods – hatten im Juli eine Beschwerde eingereicht. Sie warfen mehreren italienischen Produzenten vor, Pasta in die USA zu Preisen zu liefern, die unter dem normalen Marktwert liegen und damit den Wettbewerb verzerren. In einem im September veröffentlichten vorläufigen Bericht kam das Ministerium zu dem Schluss, dass zumindest zwei Unternehmen, La Molisana und Pastificio Lucio Garofalo, tatsächlich zu "weniger als normalem Wert" verkauft hätten.
Endgültige Zölle werden im März verkündet
Gleichzeitig kritisierte das Handelsministerium, La Molisana und Garofalo seien während der Untersuchung "nicht kooperativ" gewesen und hätten "unvollständige und unzuverlässige" Daten geliefert. Besonders brisant: Diese beiden Hersteller sollen laut den US-Behörden das größte Volumen an Pasta-Lieferungen in die Vereinigten Staaten verantwortet haben. Sie stehen damit im Zentrum des Verfahrens.
Auch in Italien wird die Entwicklung ausdrücklich als positiv gewertet. Das italienische Außenministerium erklärte, die Neubewertung der Zölle sei ein Zeichen dafür, dass die US-Behörden die Kooperationsbereitschaft der italienischen Unternehmen anerkennen. Das freundschaftliche Verhältnis von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Trump dürfte auch nicht geschadet haben. Für die betroffenen 13 Pasta-Hersteller bedeutet der Schritt, dass ihre Produkte voraussichtlich weiterhin zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen in den US-Markt exportiert werden können. Die endgültigen Sätze sollen am 12. März bekanntgegeben werden – bis dahin bleibt offen, wie stark der "Rückzieher" der US-Regierung am Ende tatsächlich ausfällt.
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