Polizei erschießt Tier
Tiger bei Leipzig ausgebrochen: Mann schwer verletzt
Aktualisiert:
von dpaDer Tiger war aus einer privaten Haltung entkommen.
Bild: Björn Stach/EHL Media/dpa
In der Nähe von Leipzig ist ein Tiger aus einem Privatgehege entkommen und hat einen Mann schwer verletzt. Die Polizei erschoss das Tier.
Das Wichtigste in Kürze
In Schkeuditz in der Nähe von Leipzig ist ein Tier aus einem privaten Gehege entwischt.
Bei seiner Flucht verletzte das Raubtier einen Mann schwer.
Die Polizei erschoss den Tiger.
Tiger-Alarm bei Leipzig: Die Polizei hat in Schkeuditz (Nordsachsen) einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war aus einer privaten Anlage entkommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein 73 Jahre alter Mann sei dabei schwer verletzt worden. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr, hieß es am Sonntagnachmittag (17. Mai). Menschen aus der Umgebung der Tigerhaltung reagiert entsetzt auf den Ausbruch.
Gegen 12:50 Uhr sei der Notruf bei der Polizei eingegangen, dass ein Tiger entlaufen sei, berichtete Polizeisprecherin Susanne Lübcke. "Der Tiger hat sein Gehege verlassen. Er konnte dann von Polizeikräften im Bereich einer Gartenanlage angetroffen werden." Um jede Gefahr für die Öffentlichkeit zu beseitigen, sei der Tiger von Einsatzkräften erschossen worden.
Tiger bei Leipzig ausgebrochen: Mann schwer verletzt
Die Polizei war mit zahlreichen, teilweise schwer bewaffneten Kräften vor Ort. Da es sich um einen ausgewachsenen Tiger gehandelt habe, seien auch Langwaffen im Einsatz gewesen, sagte die Sprecherin. Weitere Tiere seien nicht entkommen.
Im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig hält eine Tiger-Dompteurin in einem Gewerbegebiet Großkatzen - jetzt sollen dort noch acht Tiger leben. Die Dompteurin reagierte zunächst nicht auf eine dpa-Anfrage.
Kritik an Gehege im Gewerbegebiet Großkatzen
Der Dölziger Ortsvorsteher Thomas Druskat forderte nach dem Vorfall Konsequenzen. "Das Gehege muss weg", zitierte ihn die "Leipziger Volkszeitung". "Man darf gar nicht daran denken, wenn auch noch andere Menschen zu Schaden gekommen wären." Er forderte, die Tiere in eine andere Haltungsform zu überführen.
Auch die Tierrechtsorganisation Peta forderte strengere Regeln für die Haltung gefährlicher Wildtiere. "Im Prinzip muss die Bundesregierung jetzt endlich handeln", sagte Peter Höfgen, Peta-Fachreferent für Wildtiere, der Deutschen Presse-Agentur.
PETA fordert strengere Haltungsrichtlinien für Wildtiere
Der Vorfall zeige erneut, dass die Haltung gefährlicher Wildtiere in Privathand oder in mobilen Betrieben nicht ausreichend sicher sei. In mehreren Bundesländern sei die private Haltung von Tigern oder Löwen weiterhin erlaubt. Aus Sicht von Peta müsse die Gesetzgebung deshalb verschärft werden.
Bei dem schwer verletzten Mann handelt es sich laut Polizei um eine Art Helfer. Er habe sich berechtigterweise in der Anlage aufgehalten, sagte die Sprecherin. Die Polizei überprüfe jetzt, wie es dazu kommen konnte, dass der Tiger ausgebrochen ist. Ob sich daraus auch noch Ermittlungen wegen einer Straftat ergeben, war zunächst offen.
Anwohnerschaft entsetzt über den Ausbruch
Menschen aus der Umgebung der Tigerhaltung reagierten entsetzt auf den Vorfall. Sie finde es furchtbar und besorgniserregend, dass so etwas passieren konnte, sagte Stefanie Kästner. Sie besitzt ein Pferd auf einem Reiterhof gegenüber der Tigerkäfige. Sie kenne natürlich das Sicherheitskonzept nicht. "Aber an sich würde ich als Laie behaupten, dass es nicht der richtige Standort ist, um Tiger zu halten in der Umgebung mit den Menschen vor Ort, den Anwohnern und auch dem Reiterhof."
Ein Mann, der nach eigener Aussagen früher mit der Dompteurin befreundet gewesen ist und sich selbst als "Tigerfan" bezeichnet, sagte, er halte die Unterbringung der Tiere nicht für artgerecht. "Die Tiere sind viel zu eng untergebracht, auf viel zu engem Grund und Boden", sagte er. Er kenne andere Dompteure, die ihre Tiger inzwischen "ausnahmslos" an Zoos oder Freizeitparks abgegeben hätten.
2016 brachen zwei Löwen aus Leipziger Zoo aus
Der Ausbruch weckte Erinnerung an einen anderen dramatischen Fall vor zehn Jahren in Leipzig. Im September 2016 brachen im städtischen Zoo zwei Löwen aus ihrem Gehege aus. Sie übersprangen einen Wassergraben, möglicherweise durchschwammen sie ihn auch – das blieb unklar, weil niemand den Ausbruch beobachtete. Ein Tier konnte zurückgedrängt werden, das andere wurde erschossen. Danach wurde der Wassergraben am Löwengehege des Zoos Leipzig deutlich verbreitert. 2025 mussten im Leipziger Zoo drei Tigerbabys nach der Geburt eingeschläfert werden.
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