Versorgung in der Hauptstadt
Stromausfall in Berlin dauert an – Tausende Haushalte weiter ohne Energie
Veröffentlicht:
von dpaMitarbeiter:innen des Deutschen Roten Kreuzes und des THW an einer Anlaufstelle für die Bevölkerung beim Stromausfall in Berlin.
Bild: Britta Pedersen/dpa
Seit drei Tagen sitzen Tausende Berliner Haushalte im Dunkeln. Der Netzbetreiber verspricht Abhilfe bis zum Abend – und appelliert an alle Betroffenen, ihren Stromverbrauch zu drosseln.
Am dritten Tag des großflächigen Stromausfalls in Berlin warten immer noch fast 14.000 Haushalte und auch Geschäfte auf die Wiederherstellung der Energieversorgung. Der Netzbetreiber Stromnetz sprach von 13.700 Kund:innen im Bezirk Treptow-Köpenick, wie viele Menschen genau in den betroffenen Wohnungen leben, war nicht bekannt.
Bis spätestens zum Donnerstagabend (11. September) sollen alle Wohnungen, Läden, Straßenlaternen und andere Einrichtungen wieder Elektrizität haben, so die Versprechung. "Wir sind sehr optimistisch, dass wir am frühen Abend mit der Zwischenlösung fertig sind und alle versorgen können", sagte ein Sprecher. "Die Arbeit ist sehr, sehr komplex, aber wir machen Fortschritte."
Haushalte kamen nach und nach wieder ans Netz
Der Stromausfall nach einem Brandanschlag nahe dem Stadtteil Adlershof mit seinem Technologiegelände im Südosten Berlins hatte am frühen Dienstagmorgen (9. September) zunächst rund 50.000 Kund:innen betroffen. Im Laufe des ersten Tages und der ersten Nacht wurden 30.000 Haushalte wieder an das Netz gebracht, so dass am Mittwoch (10. September) noch 20.000 übrig blieben.
Mittwochnachmittag erhielten über eine Zwischenlösung weitere rund 6.000 Haushalte wieder Strom. Diese Verbindungsleitung fiel allerdings schnell wieder aus und wurde erst am Donnerstagmorgen wieder aufgebaut.
Schwierige Arbeiten an Starkstromkabeln in vier Meter Tiefe
Auch in der Nacht zum Donnerstag sei in vier Meter Tiefe an dem vom Brandanschlag beschädigten Strommast gearbeitet worden. Dort werden Starkstromkabel freigelegt und verbunden, um die zerstörten Stellen und den Mast zu umgehen. Diese Zwischenlösung werde auch länger bestehen bleiben, wenn dann demnächst der Mast repariert werden könne, sagte der Sprecher. Zum Glück sei der Mast trotz des Feuers weiter nutzbar.
Auch in den News:
Deutsche Basketballer im EM-Halbfinale
Bezirk: Sauerstoffversorgung für kranke Menschen bereitgestellt
Stromnetz Berlin appellierte weiter an alle Kunden, die vom Stromausfall betroffen waren und schon wieder versorgt sind: "Bitte reduzieren Sie Ihren Stromverbrauch. So können wir Ihre eigene Stromversorgung stabil halten und - wenn technisch möglich - weitere Kunden ans Netz anschließen."
Der Bezirk Treptow-Köpenick teilte mit, dass auch Menschen, die Sauerstoff benötigten, an einer der Anlaufstellen der Hilfsorganisationen unterstützt würden.
Mutmaßliche Linksextremisten hatten in der Nacht zu Dienstag (9. September) einen Brandanschlag auf den Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet, das von der Polizei noch geprüft wird, war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen die Rede.
Den Angaben zufolge ist der Stromausfall bereits der längste in Berlin seit mindestens 25 Jahren. Beim letzten großen Blackout 2019 in Köpenick waren mehr als 30.000 Haushalte rund 30 Stunden lang ohne Elektrizität.
Mehr News

Gesundheit
RKI schlägt wegen RSV-Saison Alarm: Wer jetzt besonders gefährdet ist

Rente 2026
Steuervorteile für Rentner dank gestiegenem Grundfreibetrag

Erste Dreierrunde
Abu Dhabi: Gespräche über Kriegsende in der Ukraine auf Samstag vertagt

Kriegssorgen wachsen
Exekutionen: Irans Justiz widerspricht Trump

Brand-Katastrophe
Bar-Besitzer aus Crans-Montana nicht mehr in U-Haft

"Völlig unrealistisch"
Trump-Schwiegersohn stellt Pläne für Wiederaufbau von Gaza vor

Wut auf Trump
Boykott auch in Deutschland? App hilft Dänen, US-Waren im Supermarkt zu vermeiden

Landkreis Kelheim
Tödlicher Unfall bei Bad Abbach: 20-jähriger Beifahrer stirbt

Abwicklung
Aus für insolventen Autovermieter Starcar: Mehr als 600 Jobs fallen weg

