Sexualisierte Gewalt

"Sprechen ist bereits ein Sieg": Pelicot macht Missbrauchsopfern Mut

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von dpa

Die Französin Gisèle Pelicot wurde durch ihren Mut, den Missbrauchsprozess öffentlich zu machen, zur feministischen Ikone. (Archivbild)

Bild: Christophe Simon/AFP/dpa


In einem Brief ermutigt die Französin andere Missbrauchsopfer, das eigene Schweigen zu brechen. Das ist ihre Botschaft.

Die Französin Gisèle Pelicot hat andere Missbrauchsopfer in einem Brief dazu ermutigt, ihr Schweigen zu brechen. "Ich weiß, wie schwer es sein kann, den ersten Schritt zu machen, vor allem wenn es darum geht, das Unverständliche zu begreifen", schrieb sie in einem Brief an die Leserinnen der "Bild"-Zeitung.

Pelicot führte fort: "Sprechen ist bereits ein Sieg, ein Schritt ins Licht." Es könne das eigene Leben verändern und anderen Frauen den Weg ebnen. "Ich habe meine Stimme wiedergefunden und möchte euch sagen, dass ihr das auch schaffen könnt. Ihr seid viel stärker, als ihr glaubt", schrieb Pelicot. "Gemeinsam, vereint durch unseren Mut und unsere Solidarität, können wir das Schweigen brechen und die Wahrheit hörbar machen."

Pelicot wurde zur feministischen Ikone

Gisèle Pelicot war von ihrem damaligen Mann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden. Im vergangenen Jahr wurde ihr Ex-Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

Gisèle Pelicot, die davon ausgeht, etwa 200 Mal vergewaltigt worden zu sein, wurde durch ihr entschiedenes Auftreten in dem Prozess in Frankreich zur feministischen Ikone. Sie hatte entschieden, das Verfahren nicht hinter verschlossenen Türen führen zu wollen, auch um anderen Missbrauchsopfern Mut zu machen. Sie wolle, dass diese keine Schande verspürten. Im kommenden Jahr sollen Pelicots Memoiren "Eine Hymne auf das Leben" erscheinen.

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