Jury hat entschieden

"Sondervermögen" zum "Unwort des Jahres" 2025 gewählt

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von Christopher Schmitt

Das Sondervermögen ließ Schwarz-Rot Spielraum für Investitionen, doch bedeutete auch neue Schulden. (Symbolbild)

Bild: REUTERS


Das "Unwort des Jahres" 2025 lautet "Sondervermögen". Wie die Jury ihre Entscheidung begründet und welche Vorschläge von Friedrich Merz geprägt wurden.

Das Wichtigste in Kürze

  • "Sondervermögen" wurde zum "Unwort des Jahres" 2025 gekürt.

  • Die Jury der sprachkritischen "Unwort"-Aktion" begründete dies mit der Verschleierung des eigentlichen Inhalts: der Aufnahme von Schulden.

  • Auch die von Kanzler Merz geprägten Begriffe "Stadtbild" und "Drecksarbeit" waren im Rennen.

Die Jury der sprachkritischen "Unwort"-Aktion hat den Begriff "Sondervermögen" zum "Unwort des Jahres" 2025 gekürt. Die Bekanntgabe erfolgte am Dienstagmorgen (13. Januar) in Marburg.

Warum "Sondervermögen"?

Die Jury kritisiert besonders den verschleiernden Charakter des Begriffs. Der ursprünglich aus der wirtschaftlichen und juristischen Fachsprache stammende Ausdruck verdecke in der öffentlichen Kommunikation seinen eigentlichen Inhalt – nämlich die Aufnahme von Schulden.

Im vergangenen Jahr wurde der Begriff vermehrt im öffentlich-politischen Sprachgebrauch verwendet und prägte "sehr deutlich die politischen Debatten über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme", wie die Jury mitteilte.

Welche Begriffe waren noch im Rennen?

Neben "Sondervermögen" waren auch Begriffe wie "Asylwende", "Deal" – in Bezug auf Donald Trump – und "Stadtbild" unter den Vorschlägen. Auch der Begriff "Drecksarbeit", den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem TV-Interview im Zusammenhang mit dem zwölftägigen Krieg Israels gegen den Iran verwendet hatte, war vorgeschlagen worden.

Wer entscheidet über das "Unwort des Jahres"?

Interessierte Bürger:innen können für die "Unwort"-Kür jeweils bis zum Ende eines Jahres Vorschläge einreichen. Mehr als 2.600 Einsendungen mit Vorschlägen gingen 2025 bei der Jury ein. Im Vorjahr waren es mit 3.172 Einsendungen noch mehr.

Die Jury setzt sich aus vier Sprachwissenschaftler:innen, einer Journalistin sowie jährlich wechselnden Gästen zusammen. Bei der Entscheidung kommt es nicht darauf an, wie häufig ein Wort vorgeschlagen wurde, sondern ob es den Kriterien der Jury entspricht.

Das sind die "Unwort"-Kriterien

Für die "Unwort"-Kür kommen Formulierungen in Frage, die:

  • gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen

  • gesellschaftliche Gruppen diskriminieren

  • euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind

Im Vorjahr wurde der Begriff "Biodeutsch" zum "Unwort des Jahres" 2024 gewählt.  Die Wahl findet seit 1991 statt. Die Aktion soll für einen angemessenen Umgang mit Sprache sensibilisieren.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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