Ausnahmefall

Shamonda-Virus: Erster infizierter Mensch gestorben

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

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Studie: West-Nil-Virus in Berlin etabliert (12. Juni)

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


In Frankreich infiziert sich ein Mann mit dem Shamonda-Virus – und stirbt später. Was über den besonderen Fall bekannt ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Shamonda-Virus wurde erstmals bei einem Menschen festgestellt.

  • Der Tod des infizierten Patienten hängt vermutlich mit dem Virus zusammen.

  • Bisher wurde das Shamonda-Virus vor allem bei Rindern dokumentiert.

Bislang wurde das Shamonda-Virus nur bei Tieren festgestellt – jetzt wurde bekannt, dass ein infizierter Mensch in Frankreich gestorben ist. Vor dem Tod des Patienten wurden bei ihm Gehirnkomplikationen beobachtet, die laut Agrarministerium sehr wahrscheinlich mit der Shamonda-Infektion zusammenhingen.

Patient stirbt nach Infektion mit Shamonda-Virus

Zuvor war das Shamonda-Virus in Frankreich nur bei zwei Tieren festgestellt worden. Laut Behörden wurde die Infektion nun auch bei einem Menschen mit schwerer Immunschwäche diagnostiziert. Der Patient war wegen einer gravierenden Erkrankung in einer Klinik in Lyon behandelt worden und verstarb dort Anfang Oktober.

Auch in den News:

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus schrieb auf der Plattform X, der Patient sei immungeschwächt und dadurch anfälliger für eine Infektion sowie einen schweren Verlauf gewesen. Die WHO stehe mit den französischen Behörden in Kontakt, um die Quelle der Infektion, mögliche Übertragungswege und ein Risiko für die Bevölkerung zu klären.

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Derzeit untersucht auch die europäische Gesundheitsbehörde ECDC, ob das Virus den Tod des Menschen verursacht oder dazu beigetragen hat. Ein Gesundheitsrisiko für die allgemeine Bevölkerung bestehe aktuell nicht, so französische Behörden.

Shamonda-Virus erstmals auf Mensch übertragen

Bislang galt das Shamonda-Virus als nicht auf den Menschen übertragbar. Diesen Sommer war es in Deutschland erstmals bei Rindern entdeckt worden, später auch bei einzelnen Pferden. Laut Agrarministerium ist der Fall in Frankreich der erste dokumentierte Nachweis des Virus beim Menschen.


Derzeit gehen die Behörden davon aus, dass die Infektion durch den Stich einer Mücke der Gattung Culicoides im Osten Frankreichs verursacht wurde. Dort waren im Sommer Tiere mit dem Shamonda-Virus infiziert worden.

Fall ist seltene Ausnahme

Erstmals registriert wurde das Virus 1965 in Nigeria, es wird durch sehr kleine Stechmücken übertragen. Zwar gibt es den Erreger schon seit Jahrzehnten in Afrika und Asien, aber ein Fall beim Menschen wurde nicht dokumentiert. Der Vorfall in Frankreich ist somit eine seltene Ausnahme.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

X: Tedros Adhanom Ghebreyesus

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