Philippinen
Schweres Erdbeben auf Mindanao löst Tsunami-Alarm in Asien aus
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Nächster Supertaifun trifft Philippinen
Videoclip • 28 Sek • Ab 12
Nach einem schweren Erdbeben vor der Insel Mindanao haben mehrere Länder Tsunami-Warnungen ausgegeben. Während Einsatzkräfte das Ausmaß der Schäden prüfen, wurden Bewohner:innen zahlreicher Küstenregionen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Erdbeben der Stärke 7,8 erschütterte die südlichen Philippinen.
Mehrere Länder gaben Tsunami-Warnungen für Küstengebiete heraus.
Erste Berichte melden Schäden an Gebäuden, das Ausmaß ist noch unklar.
Ein starkes Erdbeben vor der Küste der südlichen Philippinen hat Tsunami-Warnungen in mehreren Ländern ausgelöst. Zahlreiche Menschen verließen aus Angst ihre Häuser, während erste Berichte bereits von beschädigten Gebäuden sprechen.
Nach Angaben des philippinischen Instituts für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) erreichte das Beben am Montagmorgen eine Stärke von 7,8. Das Epizentrum lag vor der Provinz Sarangani auf der Insel Mindanao.
Philippinen: Erste Meldungen über Schäden und Einschränkungen
Die Behörden forderten Menschen in mehreren Küstenregionen auf, umgehend höher gelegene Orte aufzusuchen. Auch in Indonesien wurden Warnungen ausgesprochen, insbesondere für Gebiete auf der Insel Sulawesi. Japan alarmierte ebenfalls Teile seiner Pazifikküste wegen möglicher Flutwellen.
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde prüft derzeit Berichte über mögliche Tote und Verletzte. Zudem wurden Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Kirchen und Einkaufszentren gemeldet. Wie schwer die betroffenen Gebäude tatsächlich beschädigt wurden, stand zunächst noch nicht fest. Das Epizentrum befand sich südwestlich der Gemeinde Maasim in Sarangani. Besonders deutlich waren die Erschütterungen in General Santos City zu spüren. Dort wurde der Flughafen zeitweise geschlossen.
Das Beben ereignete sich gegen 7.37 Uhr Ortszeit am ersten Schultag nach den Ferien. Vielerorts fanden gerade Flaggenzeremonien statt, sodass sich zahlreiche Schüler:innen sowie Beschäftigte bereits im Freien aufhielten. Der Unterricht wurde in den betroffenen Regionen ausgesetzt, ebenso die Arbeit in zahlreichen Behörden und Unternehmen.
Augenzeugen berichten von Angst und Panik
Viele Menschen schilderten die Situation als äußerst beängstigend. Provinzreporterin Noreen Ygonia sagte lokalen Medien: "Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten. Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte."
Auch eine Bewohnerin der Stadt Koronadal berichtete von chaotischen Szenen: "Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten." An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand. Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa sagte: "Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draußen." Das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.
Nachbeben registriert, Lage wird weiter beobachtet
Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Zudem appellierte er an die Bevölkerung: "Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht." Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.
Auch in den News:
Warum die Region besonders erdbebengefährdet ist
Die Philippinen und Indonesien liegen am sogenannten Pazifischen Feuerring. Dabei handelt es sich um einen riesigen, hufeisenförmigen Gürtel entlang mehrerer tektonischer Plattengrenzen. Weil dort verschiedene Erdplatten aufeinandertreffen, kommt es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Verwendete Quellen:
Deutsche Presse-Agentur (dpa)
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