Sirenen, Hubschrauber, Polizeieinsatz

Schüsse in Rathaus nahe sächsischer Grenze: Zwei Tote in Tschechien

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

Im Rathaus von Chribska sind die tödlichen Schüsse gefallen.

Bild: Hájek Ondøej/CTK/dpa


In einer tschechischen Kleinstadt bringt ein Mann mutmaßlich einen Angestellten der Stadtverwaltung und dann sich selbst um. Der Regierungschef spricht von einem "tragischen Ereignis".

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Mann erschoss in einem Rathaus in Tschechien erst einen Angestellten und dann sich selbst – sechs weitere Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

  • Die Polizei geht nicht von einem Terrorakt oder einer politisch motivierten Tat aus.

  • Tschechische Politiker:innen, darunter der Innenminister, der Regierungsschef und der Präsident, drückten ihr Mitgefühl aus.

Im historischen Rathaus einer tschechischen Kleinstadt sind am Montag (19. Januar) tödliche Schüsse gefallen. Bei dem Gewaltakt in Chribska (Kreibitz), nahe der Grenze zu Sachsen, kam ein Stadtverwaltungsangestellter ums Leben. Der mutmaßliche Schütze ist ebenfalls tot. Er nahm sich vermutlich selbst das Leben, nachdem die eintreffenden Polizist:innen das Feuer erwidert hatten.

Bei dem Vorfall wurden sechs weitere Personen teilweise lebensgefährlich verletzt, darunter drei Polizeibeamte. Die Polizei war am Montagvormittag mit allen verfügbaren Kräften in der Kleinstadt mit rund 1.300 Einwohner:innen im Einsatz. Im gesamten Stadtgebiet wurde Sirenenalarm ausgelöst. Sowohl ein Polizei- als auch ein Rettungshubschrauber waren vor Ort.

Nach einiger Zeit gab die Polizei Entwarnung: Es bestehe keine weitere Gefahr. Das Gebäude könne wieder betreten werden. Besorgte Angehörige können eine Telefon-Hotline wählen.

Kein politischer oder terroristischer Hintergrund

Ermittler:innen vermuten, dass der Täter womöglich wegen zwischenmenschlicher Probleme zur Waffe griff. Auf einen politischen oder terroristischen Hintergrund gibt es keine Hinweise. Der Schütze soll im Besitz von mindestens zwei illegalen Schusswaffen gewesen sein. In der Vergangenheit wurde gegen ihn bereits strafrechtlich ermittelt, allerdings nicht wegen Gewaltverbrechen.

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Regierungschef Babis reagiert betroffen

Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar war persönlich vor Ort und dankte den Beamt:innen, die durch ihren Einsatz weitere schlimme Folgen verhindert hätten.

Regierungschef Andrej Babis äußerte sich nach einer Kabinettssitzung in Prag zu dem Vorfall: "Das ist ein tragisches Ereignis, das uns alle betroffen macht."  Er sprach den Angehörigen des Getöteten und den Opfern sein Mitgefühl aus.

Auch Präsident Petr Pavel kommentierte den Vorfall während eines Besuchs in Rom. Er betonte, wie schwierig es sei, solche Taten vorherzusehen und zu verhindern. Pavel rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, wenn Menschen in ihrer Umgebung ihr Verhalten auffällig verändern.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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