Nächtliches Schauspiel

Perseiden: Warum heißen Sternschnuppen eigentlich so?

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

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So grandios sieht es im Weltall aus

Videoclip • 01:38 Min • Ab 12


Die Perseiden gehören zu den bekanntesten Sternschnuppen-Spektakeln des Jahres. Doch die leuchtenden Spuren haben nichts mit Sternen zu tun – und was ist eigentlich eine Schnuppe? So entstand die Bezeichnung "Sternschnuppe" und das steckt hinter dem Phänomen.

Jedes Jahr im Juli und August erwartet Sternengucker:innen ein besonderes Schauspiel am Nachthimmel: die Perseiden sind zu sehen. Doch die Sternschnuppen haben mit Sternen gar nichts zu tun. Tatsächlich verglühen winzige Staubteilchen eines Kometen in der Erdatmosphäre.

Der Begriff "Sternschnuppe" stammt aus einer Zeit, in der Menschen die Ursache für das plötzliche Leuchten am Himmel noch nicht kannten. Er beschreibt bildhaft den Eindruck, den die Erscheinung hinterlässt: Es wirkt, als würde ein Stern am Himmel fallen. Das Wort "Schnuppe" meint den glühenden Rest eines Kerzendochts.

Früher entstanden rund um Sternschnuppen zahlreiche Mythen und Erklärungsversuche. In manchen Erzählungen hieß es etwa, dass Sterne deshalb so hell leuchten, weil Engel sie regelmäßig putzen. Sternschnuppen wurden als kleine Stücke von Sternen gedeutet, die bei dieser Arbeit abbrachen und zur Erde fielen.

Bis heute hält sich der Aberglaube, dass Wünsche in Erfüllung gehen, wenn jemand eine Sternschnuppe sieht. Der Legende nach funktioniert das allerdings nur, wenn man den Wunsch für sich behält und niemand anders die Sternschnuppe entdeckt hat. In manchen Regionen gibt es außerdem den Volksglauben, dass dort ein Schatz zu finden ist, wo eine Sternschnuppe auf die Erdoberfläche trifft – ähnlich wie der sagenhafte Schatz am Ende eines Regenbogens.


Wie aus dem Kometen 109P/Swift-Tuttle Sternschnuppen werden

Für den Sternschnuppen-Regen der Perseiden ist ein uraltes Himmelsgebilde verantwortlich: der Komet 109P/Swift-Tuttle. Er ist rund 4,5 Milliarden Jahre alt und damit fast so alt wie unser Sonnensystem selbst.

Der Komet zieht seitdem seine Runden durch das All – die meiste Zeit weit außerhalb der Planetenbahnen. Nur alle 133 Jahre kommt er der Sonne nah. Nach seinem letzten Besuch 1992 taucht er wahrscheinlich erst wieder um das Jahr 2126 bei uns auf.

109P/Swift-Tuttle ist keine feste Kugel aus Gestein, sondern setzt sich aus Eis, Staub und Stein zusammen. Wenn es in seiner Umgebung sehr heiß ist, schmilzt das Eis und kleine Staubteilchen lösen sich. Das passiert immer dann, wenn der Komet in der Nähe der Sonne unterwegs ist.

Mit jedem Umlauf hinterlässt Swift-Tuttle neuen Staub entlang seiner Flugbahn. Über Jahrtausende entstand eine riesige Staubspur, die sich über Millionen Kilometer durchs All zieht. Die Teilchen rasen mit bis zu 60 Kilometern pro Sekunde durchs All.

Jedes Jahr im Sommer kreuzt die Erde diese Staubspur. Wenn die Partikel auf unsere Atmosphäre treffen, erhitzen sie sich sehr schnell und verglühen. Diese Lichter sind es, die wir auf der Erde als Sternschnuppen wahrnehmen – die Perseiden.

Wo 109P/Swift-Tuttle sich zu der Zeit gerade befindet, spielt keine Rolle: Damit Sternschnuppen entstehen, ist nur seine kosmische Staubspur notwendig.



Verwendete Quellen:

Newstime: "Perseiden: Alles über den magischen Sternschnuppen-Regen am Sommerhimmel"

Geo: "Fünf erstaunliche Fakten über Sternschnuppen"

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