Meteorstrom
Perseiden: Alles über den magischen Sternschnuppen-Regen am Sommerhimmel
Veröffentlicht:
von Claudia Frickel:newstime
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Videoclip • 01:54 Min • Ab 12
Jedes Jahr im Juli und August ist ein faszinierendes Schauspiel am Nachthimmel zu sehen: die Perseiden. Der Sternschnuppen-Regen entsteht durch winzige Staubteilchen eines Kometen. Doch was genau steckt hinter dem Meteorstrom?
Das Wichtigste in Kürze
Die Perseiden sind ein Sternschnuppen-Regen, der jeden Sommer am Nachthimmel zu sehen ist.
Es handelt sich um Teilchen eines Kometen, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.
Die meisten Perseiden sind normalerweise zwischen 11. und 13. August sichtbar.
Was sind die Perseiden?
Wer im Hochsommer zum Nachthimmel schaut, sieht mit etwas Glück unzählige Sternschnuppen. Von Mitte Juli bis Ende August ist die Zeit der Perseiden: Sie zählen zu den bekanntesten Meteorströmen.
Ein Meteorstrom ist eine Ansammlung vieler kleiner Staub- und Gesteinsteilchen, die auf ähnlichen Bahnen durch den Weltraum fliegen. Viele der Partikel sind nur sandkorngroß, einige erreichen Erbsengröße.
Wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen sie und hinterlassen helle Lichtspuren am Nachthimmel. Die Perseiden treten jedes Jahr im Sommer auf. Im Laufe des Jahres gibt es aber noch weitere Sternschnuppen-Regen (siehe unten).
Menschen betrachten das Schauspiel am Himmel schon seit Hunderten oder sogar Tausenden von Jahren. Die erste überlieferte Beobachtung fand um das Jahr 36 vor unserer Zeitrechnung in China statt.
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Wann sind die Perseiden zu sehen?
Die Perseiden sind jedes Jahr ungefähr zwischen dem 17. Juli und dem 24. August am Himmel sichtbar. Ihren Höhepunkt erreichen sie meist in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Hier erfährst du, wo du unter guten Bedingungen besonders viele Sternschnuppen erkennen kannst.
Am besten zu sehen sind sie später in der Nacht bis in die frühen Morgenstunden. Dann ist der Himmel dunkler und der Radiant steht höher.
Wie viele Sternschnuppen tatsächlich aufleuchten, hängt allerdings vom Wetter, der Lichtverschmutzung und der Helligkeit des Mondes ab. Wenn es regnet, du dich in einer Stadt befindest oder Vollmond ist, stehen die Chancen schlechter.
Was ist das Besondere an den Perseiden?
Die Perseiden gehören mit ihren bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu den stärksten Meteorströmen. Einige der Lichtpunkte sind zudem besonders hell – sie werden als Feuerkugeln bezeichnet.
Das Himmelsereignis ist aber auch deshalb so beliebt, weil es im Sommer stattfindet. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Himmel bedeckt ist. Bei höheren Temperaturen halten sich viele Menschen ohnehin gern draußen auf, und auch nachts kühlt es nicht zu sehr ab.
Was sind Meteor, Meteoroid und Meteorit – und was haben sie mit Sternschnuppen zu tun?
Meteor ist die astronomische Bezeichnung für eine Sternschnuppe – also für den Moment, in dem ein winziges Teilchen in der Erdatmosphäre verglüht. Die Perseiden sind ein Strom solcher Meteore, oft auch als Sternschnuppen‑Regen bezeichnet.
Die Partikel existieren in verschiedenen Phasen und haben darum unterschiedliche Namen: Ein Meteoroid ist das Teilchen im All, ein Meteor der sichtbare Lichtstreif beim Verglühen, und ein Meteorit der Rest, der den Erdboden erreicht.
Wie viele Sternschnuppen kannst du bei den Perseiden sehen?
Unter idealen Bedingungen erscheinen zur Hochzeit der Perseiden bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Diese Zahl wird als Zenithal Hourly Rate (ZHR) bezeichnet. Sie beschreibt die theoretisch mögliche Anzahl von Meteoren unter optimalen Bedingungen.
In der Realität fällt die Zahl allerdings meist geringer aus. Das liegt daran, dass dein Standort, Lichtverschmutzung, das Wetter und die Helligkeit des Mondlichts die Sichtbarkeit beeinflussen.
Wie entstehen die Perseiden?
Die Perseiden gehen auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück. Der Himmelskörper aus Eis, Staub und Gestein hinterlässt auf seiner Bahn um die Sonne eine Spur aus winzigen Staub- und Gesteinsteilchen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich diese Staubspur über Hunderte Millionen Kilometer entlang seiner Umlaufbahn verteilt.
Jedes Jahr kreuzt die Erde diese Staubspur auf ihrem Weg um die Sonne. Treffen die Teilchen mit rund 60 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre, erhitzt sich die Luft stark. Die Partikel verglühen und erzeugen die hellen Lichtspuren, die wir als Sternschnuppen sehen. Größere Partikel erscheinen besonders hell und können einen kurz sichtbaren Schweif aus glühendem Gas und Rauch hinterlassen.
Der Komet selbst muss sich währenddessen nicht in der Nähe der Erde befinden. Er benötigt rund 133 Jahre für einen Umlauf um die Sonne und kann sich gerade an einer ganz anderen Stelle seiner Bahn befinden. Seinen Namen erhielt Swift-Tuttle von den Astronomen Lewis A. Swift und Horace Parnell Tuttle, die ihn 1862 entdeckten.
Mit einem Durchmesser von knapp 26 Kilometern zählt Swift-Tuttle zu den größten bekannten Kometen. Wie viele andere Kometen ist er ein Überrest aus der Frühzeit des Sonnensystems und rund 4,5 Milliarden Jahre alt.
Warum heißen die Perseiden so?
Die Perseiden tragen ihren Namen nach dem Sternbild Perseus. Von der Erde aus betrachtet scheinen die Sternschnuppen aus dieser Himmelsregion zu kommen. Dieser scheinbare Ausgangspunkt wird Radiant genannt.
Tatsächlich entstehen die Sternschnuppen nicht im Sternbild Perseus. Die Teilchen bewegen sich auf nahezu parallelen Bahnen durch den Weltraum. Durch die Perspektive wirken sie für Beobachter:innen auf der Erde jedoch so, als würden sie alle aus einem gemeinsamen Punkt am Himmel kommen.
Das Sternbild Perseus geht auf die griechische Mythologie zurück. Es zeigt den Helden Perseus, der der Sage nach Medusa besiegte und Andromeda rettete. Der hellste Stern des Sternbilds heißt Mirfak. Perseus liegt zwischen den Sternbildern Andromeda und Kassiopeia.
Wie kannst du die Perseiden am besten beobachten?
Wenn du die Perseiden beobachten willst, brauchst du keine besondere Ausrüstung. Die Sternschnuppen kannst du ohne Fernglas oder Teleskop erkennen, also mit bloßem Auge.
Suche dir am besten einen möglichst dunklen Ort – weit weg von Straßenlaternen oder Städten. Lasse deinen Augen 20 bis 30 Minuten Zeit, damit sie sich an die Dunkelheit gewöhnen. Schau auch nicht auf deinen Handy-Bildschirm: Ein einziger Blick darauf macht die Nachtsicht der Augen für die nächsten 20 Minuten zunichte.
Die besten Chancen auf eine gute Sicht mit vielen Sternschnuppen hast du, wenn der Himmel klar ist und keine Wolken die Sterne verdecken. Eine klare Neumond-Nacht auf dem Land liefert also die besten Bedingungen.
Du musst nicht direkt zum Sternbild Perseus schauen, die Sternschnuppen können am gesamten Himmel auftauchen. Möchtest du den scheinbaren Ursprung sehen, suche als Orientierung das markante W des Sternbilds Kassiopeia, das sich aus den fünf Hauptsternen bildet. Unterhalb des ersten W-Zackens befindet sich Perseus.
Welche anderen Sternschnuppenströme gibt es noch?
Die Perseiden sind zwar der populärste Meteorstrom. Doch über das Jahr verteilt gibt es viele weitere Sternschnuppenströme – von den winterlichen Geminiden bis zu den historischen Leoniden. Jeder hat seinen eigenen Radianten und Ursprungskometen. Bei einigen ist das Himmelsschauspiel ähnlich eindrucksvoll wie bei den Perseiden.
Nicht alle stammen von Kometen, manche bilden sich aus Asteroiden. Das sind meist felsige oder metallische Himmelskörper, die anders als Kometen kein Eis und keinen Schweif haben.
Weitere Sternschnuppenströme im Überblick:
Geminiden: Mitte Dezember, einer der stärksten Schauer überhaupt. Ursprung: Asteroid 3200 Phaethon
Quadrantiden: Anfang Januar, sehr kurz, aber intensiv. Ursprung: Asteroid 2003 EH1
Leoniden: Mitte November. Sie sind bekannt dafür, dass sie in manchen Jahren Meteorstürme auslösen – mit Hunderten bis Tausenden Sternschnuppen pro Stunde. Das ist aber selten. Ursprung: Komet Tempel‑Tuttle
Lyriden: April, ältester dokumentierter Meteorstrom. Ursprung: Komet Thatcher
Orioniden: Oktober, stammen vom Kometen Halley
Eta‑Aquariden: Mai, ebenfalls Material des Kometen Halley
Warum wünscht man sich bei Sternschnuppen etwas?
Viele Menschen freuen sich, wenn sie eine Sternschnuppe entdecken. Sie wünschen sich schnell etwas, bevor das Licht verglüht – dürfen es aber nicht aussprechen, denn sonst erfüllt sich die Bitte nicht.
Dieser Brauch beruht auf einem jahrhundertealten Aberglauben. In der Antike galten die blitzartig auftauchenden Sternschnuppen als Zeichen der Götter oder als göttliche Botschaften. Die Menschen gingen davon aus, dass die flüchtigen Erscheinungen für Glück sorgen und Wünsche erfüllen.
FAQ: Perseiden
Die Perseiden sind ein jährlich wiederkehrender Sternschnuppenstrom. Sie entstehen, wenn kleine Staubteilchen des Kometen Swift-Tuttle in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen.
Der Meteorstrom ist am Nachthimmel eher im Osten zu sehen. Der Radiant liegt im Sternbild Perseus – also der Punkt, aus dem die Sternschnuppen scheinbar kommen. Richte deinen Blick nach Osten, wenn es dunkel wird. Später in der Nacht wandert der Radiant etwas höher, nach Nordost bis Ost. Du musst Perseus nicht unbedingt finden: Die Sternschnuppen sind überall am Himmel zu sehen, scheinen aber von dort zu kommen.
Die Perseiden sind jedes Jahr im gleichen Zeitraum zu sehen: ungefähr zwischen 17. Juli und 24. August. Das liegt daran, dass die Erde auf ihrer Umlaufbahn durch den Staubstrom des Kometen Swift‑Tuttle fliegt. Der Höhepunkt liegt meist zwischen dem 11. und 13. August.
Verwendete Quellen:
ESA: "Die Perseiden kommen!"
Max-Planck-Gesellschaft: "Sterne, die vom Himmel fallen"
Hamburger Abendblatt: "Warum darf man sich was wünschen, wenn man eine Sternschnuppe sieht?"
Spiegel: "Die Perseiden kommen – und so kannst du den Sternschnuppenregen am besten sehen"
Deutsche Welle: "Was wir über den Perseiden-Regen wissen"
Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Sonnenfinsternis & Sternschnuppen-Sturm: Warum der August-Himmel 2026 spektakulär wird"
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