Kein Weg auf den Rhein

Frachtschiff fährt sich wegen Niedrigwassers im Düsseldorfer Hafen fest

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

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Rhein wird zum Sorgenfall

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Der niedrige Rhein erschwert die Schifffahrt. In Düsseldorf hat es ein Frachter nun nicht einmal mehr aus dem Hafen geschafft – mit Sprintern beladen steckt das Schiff fest.

Aufgrund des Niedrigwassers auf dem Rhein sind aktuell nur wenige Frachter auf Deutschlands größtem Fluss unterwegs. Weil der Pegel zu niedrig ist, steckt nun ein mit Mercedes-Sprintern beladenes Frachtschiff im Düsseldorfer Hafen fest. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei kann das Schiff seit Montag (28. September) das Hafenbecken nicht verlassen.

Unter den derzeitigen Bedingungen sei es Schleppern nicht möglich, sinnvoll an das Schiff heranzufahren und es freizubekommen. "Bei einem solchen Versuch bestünde vielmehr die Gefahr, das Schiff zu beschädigen", erklärte eine Polizeisprecherin. Steigendes Wasser ist die einzige Chance. Drehmanöver des Kapitäns waren schon gescheitert. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte ein Sprecher der Neuss-Düsseldorfer Häfen, dieser habe wohl das Gewicht der Beladung falsch eingeschätzt.

Das Schiff unter niederländischer Flagge ist laut dem Schiffsortungsdienst Vesselfinder 135 Meter lang und 12 Meter breit.

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Am Montag vor der eigentlich geplanten Abfahrt nach Rotterdam wurde das Schiff mit Transportern von Mercedes Benz Vans, die aus dem Düsseldorfer Sprinter-Werk stammen, beladen. Nach Angaben einer Sprecherin der Mercedes-Transportersparte trugen die Fahrzeuge keine Schäden davon. Zudem seien die Fahrzeugauslieferungen von Mercedes-Benz Vans am Standort Düsseldorf "dank multimodaler Transportkonzepte" derzeit nicht beeinträchtigt. Alternativlieferungen laufen über Züge und Lastwagen.

Der Frachter aus den Niederlanden hat aktuell keine Möglichkeit, auf den Rhein zu fahren.

Bild: Christoph Reichwein/dpa


Frachter soll zurück in den Hafen

Einer Mitteilung des Automobil-Logistikers Mosolf, der das Schiff gechartert hat, zufolge, sei es mit reduzierter Ladungsmenge unterwegs. Dies gilt für viele Frachter, die aktuell mit den niedrigen Pegelständen auf dem Rhein zu kämpfen haben. "Aktuell wird versucht, das Schiff mit Hilfe der eigenen Bugstrahlruder selbstständig wieder freizubekommen und zurück in den Hafen zu gelangen", erklärte ein Mosolf-Sprecher.


Schiff muss weg von der Sandbank

Es gibt also einen Plan, das Schiff wieder von der Sandbank zu bekommen, auf die es aufgelaufen ist: Aufgrund der Löcher im Bug, über die Wasser eingesogen und anderswo ausgestoßen wird, kann der Frachter leicht schaukeln. Mit dieser Bewegung könnte es gelingen, das Wasservehikel freizubekommen.

Mosolf teilte mit, dass es anschließend zurück in das Hafenbecken fahren soll. Dort sollen einige Transporter entladen und so das Schiff entlastet werden. Die Pegelstände würden beobachtet, falls möglich, wird Ende der Woche ein neuer Versuch unternommen, um auf den Rhein zu fahren.

Der durch Niedrigwasser eingeschränkte Schiffsverkehr auf dem Rhein hat große Folgen für die Industrie. Sowohl die Versorgung mit Rohstoffen als auch mit Ersatzteilen hat sich durch die Probleme verteuert.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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