Schadstoff-Alarm?
An diesem Ostsee-Strand ist Baden verboten: Weltkriegs-Munition nahe deutschen Gewässern
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker17:30 SAT.1 Hamburg und Schleswig-Holstein
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Videoclip • 02:15 Min • Ab 12
Usedom-Urlauber:innen und Ostsee-Fans aufgepasst: Im Oktober sind Teile des Strands um Swinemünde gesperrt. Grund dafür sind laut der zuständigen Gemeinde Minen am Meeresboden – ein Teil von rund 300.000 Tonnen Altmunition vor deutschen Küsten.
Bei Usedom nahe der polnischen Grenze ist ein Strandabschnitt weitläufig gesperrt: Vom 5. bis zum 8. Oktober gilt vor Swinemünde ein striktes Bade- und Wassersportverbot, wie die Gemeinde Heringsdorf auf Facebook bekanntgab. Grund für das Einrichten der "Sicherheitszone" seien Seeminen am Meeresboden des betroffenen Ostseegebiets.
Auch in den News:
300.000 Tonnen Altmunition vor deutschen Küsten
Innerhalb der drei Oktobertage werden Seeminen "neutralisiert", heißt es von Seiten der Gemeinde. Während der Arbeiten sei jeglicher Aufenthalt im Wasser untersagt. Weiter sei den Anweisungen der Polizei und anderer Einsatzkräfte dringend Folge zu leisten. Von der Sperrung betroffen ist dem Facebook-Post zufolge der Strandabschnitt von Ahlbeck bis kurz vor den polnischen Küstenbereich Lubiewo.
Schätzungen des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zufolge befinden sich etwa 300.000 Tonnen Altmunition in deutschen Ostseegewässern. Der Großteil stamme aus "gezielten Versenkungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs", so die Mitteilung des Forschungszentrums. Die entstehende Schadstofffreisetzung beim Zerfall der Munition steigere sich, solange die entsprechenden Altprojektile nicht geborgen werden.
"Diese Stoffe können die marine Umwelt und die Gesundheit von Lebewesen gefährden, da sie toxisch und krebserregend sind", so Dr. Aaron Beck, Geochemiker am GEOMAR, im vorliegenden Bericht. Obwohl die betroffenen Gebiete bekannt seien, breite sich die Schadstoffbelastung über das Wasser weiter aus.
In einer Studie habe das Institut in fast jeder vor Lübeck und Kiel entnommenen Wasserprobe aus den Jahren 2017 und 2018 Munitionschemikalien feststellen müssen, heißt es. Einige Werte sollen sich sogar der für Trinkwasser und der toxikologisch bedenklichen Schwelle für Meeresorganismen nähern.
Zumindest vor Swinemünde soll diese Gefahr nun eingedämmt werden. Allerdings werde der Zerfall der toxische Substanzen beinhaltende Munition mit Fortschreiten des Klimawandels und seinen Folgen wie Stürmen und steigenden Temperaturen beschleunigt.
Verwendete Quellen:
GEOMAR: "Umweltbelastung durch Altmunition in der Ostsee"
Facebook-Post "Gemeinde Ostseebad Heringsdorf" vom 25. September 2026
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