Vermisstenfall seit 2019

Neue Hoffnung im Fall Lisa Wiese nach Razzia gegen Sekte

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

:newstime

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Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


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Sie verschwand 2019 in Indien spurlos. Nach einer großen Polizeiaktion gegen eine Sekte in England hofft die Familie von Lisa Wiese nun auf neue Hinweise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Familie der 2019 in Indien verschwundenen Deutschen Lisa Wiese hofft nach einer großen Polizeiaktion gegen die Sekte AROPL in Großbritannien auf neue Hinweise.

  • Zwölf Menschen wurden bei der Razzia in Crewe wegen schwerer Vorwürfe festgenommen, der Fall Lisa Wiese ist aber bislang nicht offizieller Teil dieser Ermittlungen.

  • Wieses Ex-Mann fordert, dass britische Behörden den Vermisstenfall neu aufrollen, damit seine beiden Kinder endlich erfahren, was mit ihrer Mutter geschehen ist.

Sieben Jahre nach dem Verschwinden der Deutschen Lisa Wiese hofft ihre Familie erstmals wieder auf Bewegung in dem Fall. Auslöser ist eine große Polizeiaktion gegen die Religionsgemeinschaft Ahmadi Religion of Peace and Light (AROPL) im britischen Crewe. Wie der Guardian berichtet, durchsuchten im April rund 500 Einsatzkräfte das Gelände der Gruppe.

Bei der Razzia wurden zwölf Menschen festgenommen. Ihnen werden laut Bericht unter anderem moderne Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsheirat und Vergewaltigung vorgeworfen. Die Ermittlungen mit dem Codenamen Operation Decker beziehen sich zwar nicht direkt auf das Verschwinden von Lisa Wiese. Trotzdem sieht ihre Familie darin eine neue Chance, dass auch ihr Fall wieder stärker untersucht wird.


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Verschwunden nach Reise nach Indien

Lisa Wiese war im März 2019 während einer Reise nach Kerala in Indien verschwunden. Sie war damals 30 Jahre alt und Mitglied von AROPL, einer islamisch geprägten Sekte, die zeitweise in Deutschland, Schweden und später in Großbritannien aktiv war. Zuvor hatte sie in Ägypten gelebt und dort auch ihren späteren Ehemann AbdelRahman kennengelernt, den Bruder des Sekten-Gründers.

Nach Angaben des Guardian hatte sich Wiese vor ihrem Verschwinden offenbar von der Gruppe lösen wollen. Ihr Ex-Mann sagt, sie habe wieder arbeiten und sich in Deutschland ein eigenes Leben aufbauen wollen. Anfang 2019 gingen die gemeinsamen Söhne vorübergehend in die USA zu ihrem Vater. Kurz darauf flog Wiese mit einem Sektenmitglied nach Indien. Ihr Ticket soll von einem anderen Mitglied bezahlt worden sein.

Letzte Nachrichten an Familie und Kinder

Aus Indien schrieb Wiese noch Nachrichten an Freunde und Familie. In einer E-Mail an ihre Kinder schrieb sie, sie liebe und vermisse sie sehr. Auch ihrem Ex-Mann schickte sie noch Sprachnachrichten für die beiden Jungen. Nach seiner Erinnerung klang sie dabei glücklich.

Am 11. März 2019 erhielt er die letzte bekannte Mail von ihr. Am selben Tag bekam auch ihre Mutter eine ungewöhnlich distanzierte Nachricht mit dem Hinweis, ihr Handy sei gestohlen worden und sie sei nur noch per E-Mail erreichbar. Zwei Tage später wurde ihr Gmail-Konto deaktiviert und gelöscht. Seitdem fehlt von Lisa Wiese jede Spur. Ihr Handy wurde nicht mehr genutzt, überwiesenes Geld nie abgeholt, auf ihren Bankkonten gab es keine Aktivität mehr.

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Familie fordert neue Ermittlungen

Deutsche und indische Behörden nahmen damals Ermittlungen auf. Laut Guardian wollten beide Polizeien ein bestimmtes Mitglied von AROPL befragen, kamen aber nicht entscheidend weiter. Genau deshalb fordert Wieses Ex-Mann nun Hilfe aus Großbritannien. Wenn dort Hunderte Beamte gegen die Gruppe ermitteln, müsse es doch möglich sein, auch Fragen zu Lisas Verschwinden erneut aufzugreifen, sagt er.

Besonders schwer wiegt der Fall für die inzwischen elf und zwölf Jahre alten Kinder. Als AbdelRahman seinem jüngeren Sohn von der Razzia erzählte, habe der sich zunächst gefreut und sei dann in Tränen ausgebrochen. Die Kinder hofften weiter, dass ihre Mutter gefunden werde. Der Vater selbst wirkt zurückhaltender. Er sagt, nach all den Jahren wolle er vor allem endlich Antworten für seine Kinder.


Verwendete Quellen:

The Guardian: "Family of missing woman hope raid on UK-based sect will bring answers"

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