Schweres Unwetter
Nach Orkan "Kristin": Portugal bleibt im Notstand
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von Max StrumbergerBeschädigte Autos, nachdem das Dach eines Gebäudes während des Durchzugs von Sturm "Kristin" eingestürzt war.
Bild: Jorge Lemos/AP/dpa
Portugal kommt nicht zur Ruhe: Nach Sturm "Kristin" mit orkanartigen Böen über 200 km/h und schweren Überschwemmungen wurde der landesweite Notstand verlängert.
Das Wichtigste in Kürze
In Portugal bleibt die Lage nach einer Serie heftiger Winterstürme kritisch.
Nach Orkan "Kristin" mit Böen über 200 km/h gilt weiter der Notstand.
Neue Atlantiktiefs bringen erneut starken Regen, Hochwasser und Störungen der Infrastruktur.
In Portugal bleibt die Wetterlage nach mehreren schweren Winterstürmen angespannt. Nach dem besonders heftigen Atlantiksturm "Kristin", bei dem Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h gemessen wurden, gilt im ganzen Land weiterhin der Notstand, der nun bis mindestens 8. Februar verlängert wurde. Bereits am Sonntagabend erreichten die ersten Ausläufer eines neuen Atlantiktiefs vor allem den Norden und die Mitte des Landes, eine grundlegende Entwarnung gibt es nicht.
Um Überflutungen zu begrenzen, lassen die Behörden seit dem Wochenende große Mengen Wasser aus nahezu vollgelaufenen Stauseen ab. Nach Angaben der Umweltbehörde wurden binnen zwei Tagen rund 500 Millionen Kubikmeter Wasser kontrolliert in Flüsse abgeleitet – eine Menge, die dem Drei-Jahres-Verbrauch des Großraums Lissabon entspricht. Dennoch führen fast alle Flüsse des Landes bereits Hochwasser, besonders kritisch ist die Lage an Mondego, Douro, Águeda und dem durch Lissabon fließenden Tejo.
167.000 Haushalte ohne Strom
Die Infrastruktur ist weiterhin stark beeinträchtigt. In mehreren Regionen sind Straßen- und Bahnverbindungen durch Überschwemmungen und Erdrutsche gestört. An den Küsten gilt wegen orkanartiger Winde und hohen Wellen weiterhin die zweithöchste Warnstufe Orange. Am Sonntagabend waren zudem noch rund 167.000 Haushalte und Betriebe ohne Strom, vielerorts fielen auch Telefon- und Internetverbindungen aus.
Der Katastrophenschutz ANEPC meldete allein zwischen Mitternacht und Montagmorgen 263 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter, vor allem in der Region Lissabon und im Tejo-Tal. Häufigste Einsatzgründe waren umgestürzte Bäume, Überschwemmungen, Gebäudeschäden und Erdrutsche. Während es zu den aktuellen Unwettern zunächst keine neuen bestätigten Todesopfer gab, kamen beim Sturm "Kristin" am vergangenen Mittwoch mindestens fünf Menschen ums Leben, bei anschließenden Aufräumarbeiten starben drei weitere.
Portugal bereitet sich "auf den schlimmsten Fall vor"
Meteorolog:innen warnen vor möglichen katastrophalen Folgen in den kommenden Tagen. Die Böden seien durch die vorangegangenen Stürme bereits stark wassergesättigt und könnten zusätzliches Wasser kaum noch aufnehmen. Lokale Behörden bereiten sich daher auf extreme Szenarien vor. "Wir bereiten uns auf den schlimmsten Fall vor", sagte Ana Abrunhosa, Bürgermeisterin der Stadt Coimbra, dem staatlichen TV-Sender RTP. Die aktuellen Atlantiktiefs ziehen weiter ostwärts in Richtung Spanien und könnten dort für anhaltend nasskaltes Winterwetter sorgen.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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