West-Nil-Virus in Europa

Mehr als 1500 Infektionen: West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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Studie: West-Nil-Virus in Berlin etabliert

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


In Europa haben sich in diesem Jahr mehr als 1500 Menschen mit dem West-Nil-Virus angesteckt – ohne zuvor verreist zu sein. Italien, Griechenland und Spanien sind besonders betroffen, auch in Deutschland wurden vier Fälle registriert.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Europa wurden in diesem Jahr 1569 im eigenen Land erworbene West-Nil-Infektionen gemeldet.

  • Italien, Griechenland und Spanien sind besonders stark betroffen; Deutschland verzeichnet vier Fälle.

  • Das Virus wird hauptsächlich durch Stechmücken übertragen und verläuft meist mild, kann aber in seltenen Fällen schwer erkranken lassen.

In Europa haben sich in diesem Jahr deutlich mehr als 1500 Menschen mit dem West-Nil-Virus infiziert. Die Betroffenen steckten sich nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) im eigenen Land an. Eine Auslandsreise war demnach nicht die Ursache.

Mit Stand 23. September meldete das ECDC insgesamt 1569 Fälle. Am stärksten betroffen ist Italien mit 696 Infektionen. Dahinter folgen Griechenland mit 355 Fällen und Spanien mit 125. Auch in Frankreich, Rumänien, Nordmazedonien und Serbien wurden zahlreiche Infektionen registriert.

West-Nil-Virus: Vier Fälle in Deutschland

Deutschland ist bislang deutlich weniger stark betroffen. Das ECDC führt vier Fälle auf. Sie traten im Rhein-Pfalz-Kreis, in Leipzig und in Berlin auf. In der Hauptstadt wurden zwei Infektionen registriert.

Auffällig ist außerdem die Zahl der Fälle in den Niederlanden. Dort wurden 28 Infektionen gemeldet. In Italien sind die Erkrankungen fast über das gesamte Land verteilt. Schwerpunkte gibt es unter anderem in den Regionen um Rom, Padua und Mailand. In Spanien konzentrieren sich die Fälle laut ECDC auf Extremadura und den Westen Andalusiens.

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Mehr als 60 Menschen gestorben

Die Zahl der Todesfälle ist ebenfalls gestiegen. Mit Stand 3. September waren der europäischen Behörde 61 Tote gemeldet worden. 49 Menschen starben in Italien und Griechenland.

Die bisherige Zahl der Infektionen liegt damit über den Werten mehrerer vergangener Jahre. Im gesamten Jahr 2025 wurden in Europa 1112 Fälle registriert. 2024 waren es 1436, 2022 insgesamt 1339. Der bisherige Höchststand wurde 2018 mit 2083 Fällen erreicht.

Übertragung durch Stechmücken

Das West-Nil-Virus wird laut Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich durch Stechmücken übertragen. In der Natur zirkuliert das Virus vor allem zwischen Mücken und wildlebenden Vögeln. Die Mücken können es jedoch auch auf Menschen und andere Säugetiere übertragen.

Etwa 20 Prozent der infizierten Menschen entwickeln ein West-Nil-Fieber. Die Erkrankung verläuft meist fieberhaft und ähnelt einer Grippe. Nur ungefähr jede hundertste infizierte Person erkrankt schwer.

Nach Angaben des RKI heilt West-Nil-Fieber in der Regel ohne Komplikationen aus. Bei schweren Verläufen können jedoch häufiger Spätfolgen auftreten. Besonders aufmerksam sollten Menschen mit starken Beschwerden oder einem geschwächten Immunsystem sein und ärztlichen Rat einholen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Robert Koch-Institut (RKI): "West-Nil-Fieber im Überblick"

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