Kein Ende in Sicht
Medikamenten-Krise in Deutschland: 550 Arzneimittel nicht verfügbar
Veröffentlicht:
von Michael ReimersMedikamente liegen im Lager einer Apotheke in Leipzig.
Bild: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa
Immer mehr Medikamente sind in deutschen Apotheken nicht verfügbar, u.a. Mittel gegen psychische Erkrankungen und Cholesterinsenker. Was betroffene Patient:innen tun können.
In deutschen Apotheken fehlen 550 Arzneimittel
In deutschen Apotheken spitzt sich die Arzneimittel-Lage zu: Immer mehr Medikamente sind nicht lieferbar. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) meldet derzeit 550 nicht verfügbare Arzneimittel – 50 mehr als noch zu Beginn des Jahres. Laut ABDA-Präsident Thomas Preis ist ein Ende der Entwicklung nicht in Sicht, da die Nachfrage weltweit enorm hoch ist. Besonders betroffen sind Medikamente gegen psychische Erkrankungen, Mittel zur Behandlung von ADHS sowie Cholesterinsenker, wie "T-Online" berichtet. Auch Antibiotika für Kinder fehlten zunehmend.
Problem bei Ersatzpräparaten aus dem Ausland
Das Problem ist besonders gravierend, wenn für bestimmte Medikamente keine wirkstoffgleichen Alternativen existieren. In solchen Fällen müssen Apotheken auf Präparate aus dem Ausland zurückgreifen. Doch dieser Prozess ist oft mit bürokratischen Hürden verbunden, da Apotheker:innen ohne ärztliche Rücksprache nicht eigenständig Ersatzmittel ausgeben dürfen. "Die Bürokratie blockiert die schnelle Versorgung", so Preis gegenüber der Zeitung "Die Welt". Vor allem an Wochenenden oder nachts, wenn Ärzt:innen schwer erreichbar sind, verzögert dies die Medikamentenabgabe erheblich.
Apothekerverband gegen Online-Versand
Ein weiterer Streitpunkt ist der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Thomas Preis sieht diesen Ansatz kritisch: Viele Medikamente benötigen eine durchgängige Kühlung, die bei langen Transportwegen häufig nicht gewährleistet werden kann. Zudem könne der Versandhandel das dichte Netz an Apotheken vor Ort nicht ersetzen, betonte er. Daher fordert der ABDA-Präsident ein vollständiges Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten – ein Modell, das in vielen europäischen Ländern bereits gängig ist.
Medikamente nie eigenmächtig wechseln
Die anhaltenden Lieferengpässe haben weitreichende Folgen für Patient:innen. Besonders chronisch Kranke und ältere Menschen sind betroffen, da sie oft auf spezifische Medikamente angewiesen sind. Die ABDA empfiehlt diesen Gruppen, frühzeitig Rücksprache mit ihren behandelnden Ärzt:innen zu halten, um mögliche Alternativen oder Übergangslösungen zu klären. Wichtig sei dabei, Medikamente niemals eigenmächtig abzusetzen oder zu wechseln, da dies gesundheitliche Risiken birgt.
Verwendete Quellen:
"T-Online": "550 Medikamente fehlen derzeit in Deutschlands Apotheken"
Ärzzteblatt: "Apotheken beklagen Medikamentenmangel"
Mehr News

Landtag
Saarland bringt neues Migrationsgesetz auf den Weg

Versorgungsengpässe
Könnte in Deutschland das Trinkwasser knapp werden?

Spielwaren
Ende einer Ära: Playmobil stoppt Produktion in Deutschland

Hitze in NRW-Hauptstadt
Düsseldorf erlässt Grillverbot in Grünanlagen – bis zu 1.000 Euro Bußgeld drohen

Reichweiten TV & digital
Funkanalyse Bayern 2026: Starke Reichweiten für SAT.1 Bayern

Zahlreiche Maschinen betroffen
Risse an A380-Flügeln: Behörde ordnet Checks an

Entwürdigung im Internet
Deepfakes: Bayerns Justizminister will härtere Strafen

Krieg in Nahost
US-Kongress rebelliert: Senat zwingt Trump zu Kriegsstopp im Iran

Milliarden-Rüstungsprojekt
Aus für Fregatte F126: Pistorius beerdigt größtes Marine-Projekt

