Lebenslange Haft
"Maskenmann" in Frankreich wegen weiteren Mordes verurteilt
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Der größte Serienmörder Deutschlands?
Videoclip • 01:49 Min • Ab 12
Der deutsche Serienmörder Martin H. ist von einem französischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er wurde des Mordes an dem zehnjährigen Jonathan im Jahr 2004 schuldig gesprochen.
Das Wichtigste in Kürze
Dem bereits in Deutschland wegen dreifachen Kindsmordes verurteilte "Maskenmann" wurde ein weiterer Mord nachgewiesen.
Martin H. soll 2004 den zehnjährigen Jonathan umgebracht haben.
Der Serienmörder hatte die Tat bis zuletzt abgestritten.
In Frankreich ist der aus Deutschland stammende "Maskenmann" wegen eines weiteren Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht im westfranzösischen Nantes sprach den 55-jährigen deutschen Serientäter Martin N. wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 schuldig. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf die Zeitungen "Le Parisien", "Le Figaro" und weitere französische Medien. Mit dem Urteil entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte in ihrem Plädoyer betont, der Mord trage "die Handschrift" des Angeklagten.
Jonathan wurde damals aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins in Westfrankreich entführt. Seine Leiche wurde wenige Wochen später unbekleidet in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt entdeckt. Im Prozess hatte der aus Bremen stammende Angeklagte eine Beteiligung am Tod des französischen Jungen mehrfach klar von sich gewiesen. "Ich habe das nicht getan", sagte er aus. Seine Verteidigung hatte auf Freispruch mangels konkreter Beweise plädiert, dass der Angeklagte sich überhaupt in Frankreich aufgehalten und die Tat begangen habe.
Auch in den News
"Maskenmann" in Deutschland wegen drei Morden verurteilt
In Deutschland hatte der "Maskenmann" im Zeitraum von zwei Jahrzehnten Dutzende kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren ermordet. Der dpa zufolge schlich sich der Pädagoge zwischen 1992 und 2001 in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten seiner Opfer. Erst nach aufwendiger kriminalistischer Puzzlearbeit hatte ein ehemaliges Opfer die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes geführt, der 2011 in Hamburg-Wilstorf festgenommen wurde. 2012 verurteilte ihn das Landgericht Stade zu lebenslanger Haft. Die meisten seiner Taten hatte Martin N. in dem Prozess gestanden.
Der Mann hatte lange Zeit ein Doppelleben geführt, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Als Betreuer kümmerte er sich tagsüber auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den "Maskenmann" und verbarg sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube.
Festnahme nach Hinweis eines Opfers
Den entscheidenden Hinweis gab dpa zufolge schließlich eines der Missbrauchsopfer des Täters. Der Zeuge hatte sich nach einem erneuten Fahndungsaufruf 2011 bei der Polizei gemeldet. Er erinnerte sich daran, dass ihn ein Betreuer bei einer Jugendfreizeit in auffälliger Weise über seine Wohnsituation ausgefragt hatte: Eeinige Monate später war er 1995 von einem maskierten Mann missbraucht worden.
Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder:innen bereits seit 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden aber nicht gefunden.
Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. Und 2017 berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben.
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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