Bei Vergewaltigungsprozess
Marius Borg Høiby fleht vor Gericht wegen kranker Mette-Marit um Freilassung
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Harte Strafe für Marius Borg Høiby gefordert
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
Marius Borg Høiby hat vor einem Gericht in Oslo emotional seine Entlassung aus der Untersuchungshaft gefordert. Der 29-Jährige sagte unter Tränen, es sei für ihn "unerträglich", im Gefängnis zu sitzen, während es seiner Mutter Mette-Marit gesundheitlich so schlecht gehe.
Das Wichtigste in Kürze
Marius Borg Høiby bat unter Tränen um Freilassung, um seiner schwer kranken Mutter Mette-Marit beistehen zu können.
Das Gericht entschied zunächst für eine Entlassung aus der U-Haft, doch die Staatsanwaltschaft legte sofort Berufung ein.
Mette-Marit leidet an chronischer Lungenfibrose, ihr Gesundheitszustand hat sich laut Königshaus verschlechtert.
Marius Borg Høiby hat am Montag, 8. Juni, bei einer Anhörung in Oslo eindringlich um seine Freilassung gebeten. Hintergrund ist der schlechte Gesundheitszustand seiner Mutter, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Wie die norwegische Zeitung "Verdens Gang" berichtet, sagte der 29-Jährige vor Gericht: "Im Gefängnis zu sitzen, während ich weiß, dass es meiner Mutter so schlecht geht, ist unerträglich."
Kurz vor der Anhörung durfte Høiby das Gefängnis verlassen, um an einem Arztgespräch mit Mette-Marit in Skaugum teilzunehmen. Vor Gericht schilderte er laut "Verdens Gang" sehr emotional, wie er dieses Treffen erlebt habe. "Meine Mutter zu Hause zu sehen, war eine ganz andere Erfahrung, als sie im Gefängnis von Oslo zu sehen. Es war eine ganz andere Mutter, es war unglaublich schön, sie zu sehen", sagte er demnach.
Sorge um den Gesundheitszustand der Kronprinzessin
Besonders belastend seien für Høiby offenbar die regelmäßigen Besuche im Gefängnis. Laut "Verdens Gang" erklärte er, Mette-Marit habe bei den letzten beiden Treffen "auf dem Sofa gelegen und geschlafen, weil sie keine Energie hat". Zudem sagte er: "Es ist schwer, daran zu denken, dass es jeden Sonntag, wenn wir uns sehen, das letzte Mal sein könnte, dass ich sie sehe."
Das norwegische Königshaus hatte zuvor mitgeteilt, dass sich der Gesundheitszustand der 52-Jährigen deutlich verschlechtert habe. Mette-Marit leidet an chronischer Lungenfibrose. Nach den vorliegenden Informationen steht sie auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Damit ist ihre Erkrankung seit längerer Zeit ein zentrales Thema in Norwegen.
Nach Angaben aus der Anhörung berücksichtigte das Gericht bei seiner Entscheidung auch die familiäre Ausnahmesituation. Demnach könne eine fortgesetzte Untersuchungshaft für Høiby und seine Mutter eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. Außerdem sei die Gefahr weiterer Straftaten derzeit als gering eingeschätzt worden.
Staatsanwaltschaft legt sofort Berufung ein
Trotzdem ist Høiby noch nicht auf freiem Fuß. Das Gericht entschied zwar zunächst, dass er vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen werden soll. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch umgehend Berufung gegen die Entscheidung ein. Deshalb bleibt der 29-Jährige vorerst weiter in Haft, bis über den Einspruch entschieden ist.
Für Høiby ist es nicht der erste Versuch, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. In den vergangenen Wochen war er mit entsprechenden Anträgen bereits vor drei Gerichtsinstanzen gescheitert. Nun muss erneut geprüft werden, ob die besonderen Umstände im Zusammenhang mit der Erkrankung seiner Mutter eine Haftentlassung rechtfertigen.
Das Urteil im Strafverfahren gegen Marius Borg Høiby wird laut den vorliegenden Informationen am 15. Juni erwartet. Er ist unter anderem wegen Vergewaltigung angeklagt. Damit steht der Fall in Norwegen nicht nur wegen der Verbindung zum Königshaus, sondern auch wegen der schweren Vorwürfe weiter stark im Fokus.
Verwendete Quellen:
vg.no: "Oslo tingrett vil løslate Marius Borg Høiby fra varetekt: – Veldig lykkelig"
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