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Wal Timmy macht Niedrigwasser zu schaffen – wie Sandsäcke helfen sollen
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Rettung von Buckelwal Timmy geht weiter
Videoclip • 34 Sek • Ab 12
Buckelwal Timmy in Not vor der Insel Poel: Aktuell kann sich das Tier nicht von der Stelle rühren, doch es gibt neue innovative Ideen. Hier Livestream verfolgen.
Das Wichtigste in Kürze
Buckelwal Timmy kann sich in der Ostsee aktuell nicht bewegen.
Problematisch ist vor allem das Niedrigwasser, jedoch soll der Pegel bis Mittwochmittag (22. April) ansteigen.
Am Dienstag (21. April) war von einer neuen Sandsack-Idee die Rede, mit der das Tier unterstützt werden soll.
Hoffen und Bangen mit Buckelwal Timmy: In der Nacht auf Mittwoch (22. April) hat sich das gestrandete Tier, das von vielen inzwischen auch "Hope" (deutsch: Hoffnung) genannt wird, in der Bucht der kleinen Ostsee-Insel Poel nicht gerührt.
Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei erklärte am Mittwochmorgen, das Tier liege weiterhin an der Ausfahrt zur Wismarbucht. Livestreams im Netz zeigten, dass Timmy atmet. Teilweise bewegt sich auch der Rücken des rund zwölf Meter langen Tiers.
Am Dienstagabend (21. April) befand sich das Tier tiefer im Wasser, was Timmy im Überlebenskampf zugutekommt. In seichteren Gefilden droht das Tier, vom eigenen Gewicht erdrückt zu werden.
Problematisch bleibt das Niedrigwasser dennoch. Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie, lag der Wasserstand vor 9 Uhr bei zirka 20 Zentimetern unter dem normalen Niveau. Der Vorhersage entsprechend werden es gegen 12 Uhr 15 Zentimeter mehr sein. Um ein ähnliches Niveau soll der Wasserpegel dann gegen Abend jedoch auch wieder absinken. Da der Wal nun in einer künstlich freigespülten Kuhle liegt, dürfte es für ihn umso schwerer werden, sich daraus zu befreien.
In der Abenddämmerung hatten Helfer:innen den rund zwölf Meter langen Meeressäuger mit Makrelen gefüttert. Das war vor allem als Animation gedacht, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zuvor gesagt hatte. Die Behörden werden über alle Schritte der privaten Rettungsinitiative informiert und entscheiden letztlich, was getan werden darf und was dem Tier nicht zugemutet werden sollte.
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DLRG-Helfer mit innovativer Idee
Am Dienstag präsentierten Helfer:innen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eine neue Idee: Um den in einer Bucht der Ostsee-Insel Poel festliegenden Wal Timmy solle demnach eine Art Korsett aus sechs oder mehr großen Sandsäcken aufgebaut werden, damit er nicht weiter in die Flachwasserzone rutscht.
In der Nacht auf Dienstag habe sich das Tier infolge des Drucks von Wind und Wellengang etwa 80 Meter im "Rückwärtsgang" bewegt, hatte Backhaus erklärt.
Die sogenannten Big Bags sollen im Rücken des Wals aufgestellt werden. Sie sollen verhindern, dass er sich noch weiter von der möglicherweise rettenden Fahrrinne entfernt. "Er braucht ja nicht viel, um in tieferes Wasser zu kommen", so Backhaus.
Dass die genannte Idee für das Setzen der Big Bags von DLRG-Helfer:innen kam, betonte der Minister. Diese haben inzwischen eine Leitungsfunktion innerhalb der privaten Wal-Rettungsaktion eingenommen. "Sie hat eine Struktur geschaffen, mit der wir gut arbeiten können", sagte Backhaus.
Sender am Tier angebracht
Der Wal war – nachdem er drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte – am Montagmorgen (20. April) bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus war versucht worden, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das vermutlich erschöpfte Tier aber am Übergang der Bucht namens Kirchsee in die Wismarbucht, wo deutlich tieferes Fahrwasser Richtung Ostsee führt.
Inzwischen wurde laut Backhaus ein Sender an dem Tier angebracht - wenn es sich also befreien und davonschwimmen sollte, könnte sein Weg verfolgt werden.
Ob es dazu kommt, ist offen. Backhaus sagte, der Wal sei kurzatmig und in einem kritischen Zustand, aber dennoch vital und habe eine Chance. Der Walforscher Fabian Ritter plädierte erneut dafür, das Tier in Ruhe zu lassen, um es nicht weiterem Stress auszusetzen.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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