Österreich

Nach tödlichem Kuh-Angriff beim Wandern: So verhältst du dich richtig, wenn du auf Rinder triffst

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Hype ums Wandern: Das gilt's zu beachten (14. Mai 2025)

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


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Sie gehören zur Alpenidylle wie die Berge und Hütten. Allerdings sind Rinder keine Kulisse, sondern Tiere, denen man mit Respekt begegnen sollte. Das macht eine tödliche Attacke erneut deutlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen durch Alm-Tiere beim Wandern, vergleichsweise ist die Zahl jedoch gering.

  • Expert:innen empfehlen, beim Aufeinandertreffen mit einem Weidetier ruhig zu bleiben und Kontakt zu vermeiden.

  • Meist sind die Tiere friedlich – riskant wird es bei Mutterkühen, die ihre Jungen schützen wollen, oder beim Wandern mit Hund.

Auf den Almen in den Alpen sind zahlreiche Rinder unterwegs, denen Wander:innen begegnen können. In aller Regel passiert dabei nichts – doch in sehr seltenen Fällen kommt es zu Attacken: Am Wochenende ist in Österreich eine 67-Jährige von Kühen auf einer Weide angegriffen und tödlich verletzt worden, wie die Polizei in Lienz in Osttirol berichtete.

Warum die Tiere sich so aggressiv verhalten haben, war unklar. Doch es ist generell eine Mahnung zur Vorsicht im Umgang mit Rindern. Was ist zu tun, wenn mal ein Rind im Weg steht oder gar aggressiv wird? Fragen und Antworten zum richtigen Wanderverhalten auf Almen.

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Wo trifft man auf Tiere?

Rinder weiden oft in leichter erreichbaren Gegenden, wo auch viele Wege entlangführen. Dann kann es zu Begegnungen kommen.

"Almen sind primär Weidegebiete, dementsprechend ist es wahrscheinlich, dort auf Vieh zu treffen", sagt Judith Haaser von der Landwirtschaftskammer des österreichischen Bundeslandes Tirol.

Allein in Tirol werden rund 110.000 Rinder, 68.000 Schafe, 3.000 Pferde und 6.000 Ziegen "gealpt", wie es in der Fachsprache heißt. Das heißt, sie leben im Sommer in den Bergen. Der Almauftrieb, wenn die Tiere aus den Tälern auf die Bergweiden gebracht werden, ist je nach Region zwischen Anfang Mai und Ende Juni – am häufigsten rund um Pfingsten.

Wie hoch ist das Risiko bei Begegnungen?

Es passiert äußerst selten, doch Kühe haben Wander:innen auch in der Vergangenheit schon angegriffen und schwer oder tödlich verletzt. 2024 etwa wurde eine Wanderin im Salzburger Land von einer Rinderherde niedergetrampelt. Solche tragischen Fälle machen deutlich, welche Wucht die Tiere entwickeln können – und dass man das nicht unterschätzen darf.

Jeder Unfall sei einer zu viel, so Haaser. Zugleich sagt sie: "Wenn man allerdings bedenkt, wie viel Vieh und wie viele Menschen sich auf den Almen tummeln, ist die Zahl der Zwischenfälle glücklicherweise sehr gering."

"Leider merken wir immer wieder, dass der Respekt vor Rindern fehlt." Haaser schildert etwa, dass in sozialen Netzwerken Bilder von Kindern zu sehen sind, die von ihren Eltern auf eine Kuh gesetzt wurden. Doch eine Alm ist kein Streichelzoo. Man müsse sich an Regeln halten und sich schlau machen. In den Wandergebieten gibt es Flyer und Schilder zum korrekten Verhalten.


Welche Verhaltensregeln sollten Wanderer beachten?

"Wichtig ist, Tiere nicht zu provozieren, nicht versuchen zu streicheln und einfach generell Abstand zu halten", sagt Judith Haaser.

Tatsächlich sind Rinder meist friedlich. Wer die Almen ruhig und ohne hektische Bewegungen auf den markierten Wegen durchschreitet, macht laut dem Deutschen Alpenverein alles richtig.

Weil Rinder sich um den Verlauf von Wanderwegen mitunter nicht wirklich scheren, kann es sein, dass sie mal im Weg stehen – dann sollte man einfach einen Bogen um sie machen. Wichtig ist, die Rinder nicht zu erschrecken, denn sie sind schreckhaft. Und man sollte sie nicht mit den Augen fixieren.

Wo ist Vorsicht geboten?

Vor allem bei Kühen mit Nachwuchs. Mutterkühe haben einen ausgeprägten Schutzinstinkt und wollen ihre Kälber vor Gefahren schützen, heißt es auf dem Portal sichere-almen.at, das vom österreichischen Landwirtschaftsministerium verantwortet wird. Hier gilt umso mehr: nicht stören, nicht streicheln. Und vor allem mit Hunden vorsichtig sein.

Hunde sind immer wieder ein Auslöser von Attacken: Im September 2025 wurde ein 85-Jähriger in Österreich tödlich verletzt. Er war mit seiner Frau und einem Hund unterwegs, als er in Ramsau am Dachstein von einer Kuhherde angegriffen wurde.

Gerade Mutterkühe nehmen Hunde oft als Bedrohung wahr. Wer mit Hunden wandert, sollte das Queren von Kuhweiden vermeiden und Wege suchen, die um Weideflächen herumführen. Geht es nicht anders, sollte man den Hund an der kurzen Leine führen. Bei einem Angriff gilt aber: sofort Leine loslassen.


Auf welche Warnzeichen sollte man achten?

Wirken Kühe unruhig, sollte man die Weidefläche zügig verlassen. Es sei in der Regel bereits von Weitem zu erkennen, ob Kühe "auf Krawall gebürstet" seien, so der Deutsche Alpenverein. Das Senken des Kopfes, Scharren, Brüllen oder Schnauben sind typische Drohgebärden.

Nähert sich eine Kuh, gilt der Rat: ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen. Im "alleräußersten Notfall" kann man der Kuh auf die Nase schlagen, heißt es vom Alpenverein. Zum Beispiel mit einem Wanderstock.

Und was ist mit anderen Tieren?

In erster Linie trifft man bei Bergwanderungen auf Rinder und nur gelegentlich auf Ziegen und Schafe, wie Julian Rohn vom Deutschen Alpenverein berichtet. Die Verhaltensregeln seien aber für alle Tiere gleich: Abstand halten und Weidegebiet ruhig und zügig durchqueren.

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