Rasante Ausbreitung
Ebola-Ausbruch in Afrika: Wie groß ist die Gefahr für Deutschland?
Aktualisiert:
von Momir Takac:newstime
Internationaler Notstand wegen Ebola
Videoclip • 01:24 Min • Ab 12
In Teilen Afrikas breitet sich das Ebola-Virus rasant aus. Es gilt ein internationaler Gesundheitsnotstand. Müssen wir uns auch in Deutschland und Europa Sorgen machen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch.
Ebola-Ausbruch in Afrika: Besteht eine Gefahr für Deutschland?
In den letzten 50 Jahren ist es in der Demokratischen Republik Kongo zu 17 Ebola-Ausbrüchen gekommen. Dabei handelte es sich laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus, für den ein Impfstoff entwickelt wurde. Erst zum dritten Mal ist laut Africa CDC nun die seltene Bundibugyo-Variante ausgebrochen.
Zuvor war der Bundibugyo-Stamm 2007 erstmals in Uganda aufgetreten, dann 2012 im Kongo. Aufgrund seiner Seltenheit gibt es laut der WHO für diese Variante keinen zugelassenen Impfstoff und keine Therapie. Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent.
WHO warnt: Ausbruch könnte größer sein als bisher bekannt
Die hohe Alarmstufe löst Mechanismen wie eine weltweite Koordination von Gegenmaßnahmen und internationale Ressourcenmobilisierung aus. Die WHO stellt unter anderem rund 431.000 Euro für Sofortmaßnahmen bereit. Sie beschreibt den Ausbruch als "außergewöhnliches Ereignis" und warnt, er könnte größer sein als bisher bekannt.
Zehn Nachbarländer des Kongo wurden bislang offiziell gewarnt. Dazu gehören Uganda und Südsudan, die direkt an die kongolesische Provinz Ituri angrenzen, von der der Ausbruch ausgeht. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. "Der Ausbruch erfüllt nicht die Kriterien für einen Pandemie-Notfall, aber die Nachbarländer tragen ein hohes Risiko der weiteren Ausbreitung," erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Auch in den News:
RKI: Ebola-Risiko für Deutschland gering
Ebenso wie beim Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" ist das Risiko für Deutschland und Europa Gesundheitsexpert:innen zufolge derzeit gering. Ebola überträgt sich ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen – eine unbemerkte Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher unwahrscheinlich.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) habe der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika 2014/2015 gezeigt, dass das Risiko einer Ausbreitung nach Deutschland selbst dann sehr gering sei, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen seien. Nur vereinzelt hätten damals Infizierte die betroffenen Länder mit einem Flugzeug verlassen. Eine weitere Verbreitung in Deutschland wäre auch deshalb unwahrscheinlich, da Infektionsketten in Deutschland schneller unterbrochen und Betroffene sicher versorgt werden könnten, wie das RKI auf seiner Internetseite schreibt (Stand März 2025).
Warken gibt für Deutschland Entwarnung
Vorerst Entwarnung für Deutschland gibt auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. "Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen", sagte die CDU-Politikerin am Sonntag (17. Mai) in der ARD. Das Risiko für die deutsche Bevölkerung sei als äußerst gering einzuschätzen.
Sie halte es für nahezu ausgeschlossen, dass aus dem Ebola-Ausbruch eine Pandemie entstehen könne. Es gebe allerdings eine Warnstufe, die die WHO ausgerufen habe. "Es ist ein örtliches Geschehen, und es ist aus meiner Sicht nahezu ausgeschlossen, dass es jetzt noch weitere Warnstufen geben muss", sagte Warken.
Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in Ebola-Regionen
Trotzdem gibt es Faktoren, die eng beobachtet werden müssen. Ohne verfügbaren Impfstoff ist die Eindämmung der Bundibugyo-Variante erschwert. Der in Ugandas Hauptstadt Kampala verstorbene Patient war laut Africa CDC mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo eingereist. "Der Fall zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren kann", warnte Africa CDC Direktor Jean Kaseya.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Provinz Ituri und umliegende Regionen. Von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile des Kongo einschließlich der Hauptstadt Kinshasa rät es ab. Zuletzt gab es im Kongo 2025 einen Ebola-Ausbruch.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
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