Hitzewelle in Europa
Kreta in Flammen: Griechenland kämpft mit schweren Waldbränden und Sturmböen
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Hitzewelle verschärft Brand-Katastrophe (29. Juli)
Videoclip • 01:44 Min • Ab 12
Aufatmen in Frankreich und Spanien: Einige der dort wütenden Feuer konnten eingedämmt werden. Nun spitzt sich die Brandlage auf Kreta zu. Drei griechische Einsatzkräfte kamen bereits ums Leben.
Das Wichtigste in Kürze
Teile Europas stehen in Flammen: Verheerende Brände in Spanien, Frankreich, Griechenland und der Türkei sorgten vielerorts für den Ausnahmezustand.
Die Lage an der französischen Atlantikküste sowie in Zentralspanien konnte teilweise entschärft werden.
Nun wütet das Feuer im Süden Griechenlands, heftige Sturmböen behindern die Löschmöglichkeiten.
Schwere Waldbrände in ganz Europa: In Frankreich, Spanien, der Türkei und Griechenland kämpfen zahlreiche Einsatzkräfte seit Tagen gegen die Flammen. Während sich die Lage an der französischen Atlantikküste sowie um Spaniens Hauptstadt Madrid entspannt, wütet das Feuer auf der griechischen Insel Kreta weiter.
Auch in den News:
Griechenland stehen "schwierige Tage bevor"
Bislang war Griechenland in diesem Sommer weitestgehend von großflächigen Bränden verschont geblieben. Nach Angaben der Behörden läge das auch an dem Brandschutz im Land, der in Folge der verheerenden Feuer der letzten Jahre deutlich ausgebaut wurde. Demnach sollen über 100 Drohnenbasen etwaige Brände frühzeitig erkennen. Vier extra für die Brandbekämpfung entwickelte Satelliten überwachen besonders trockene Wald- und Buschgebiete. Weiter stehen insgesamt 85 Löschflugzeuge und -hubschrauber zur Verfügung.
Doch selbst die neu entwickelten Einsatzgeräte und zusätzlichen Löschinstrumente kommen aktuell an ihre Grenzen: Auf der Insel Kreta im Süden Griechenlands erschweren starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde den Kampf gegen das Feuer. Sturmböen entfachen die Flammen, Löscheinsätze aus der Luft sind kaum möglich, wie der griechische Wetterdienst EMY mitteilt. Zwei Feuerwehrleute kamen bei Einsätzen auf Kreta ums Leben. Ein weiterer starb auf der griechischen Halbinsel Peloponnes.
In der Region des beliebten Ferienortes Agia Galini an der Südküste Kretas wurden 8.000 Personen in Sicherheit gebracht. Nach Angaben von Reporter:innen sollen die Betroffenen am Donnerstag (30. Juli) zurückkehren können. "Es stehen uns schwierige Tage bevor", so der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis gegenüber dem Fernsehsender ERT. Mit einer Abschwächung des Sturms werde aber am Samstag (1. August) gerechnet.
Die Feuerherde in Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland und in der Türkei vernichteten tausende Hektar Land.
Bild: :newstime/Blue Silver
Auch die Türkei kämpft mit zahlreichen Brandherden im Süden und Westen des Landes, die ebenfalls durch starke Winde befeuert werden. In drei Provinzen sei das Feuer dem Staatssender TRT zufolge bereits unter Kontrolle. In den Regionen Antalya, Mugla und Balikesir bemühe man sich noch um die Eindämmung. Im Bezirk Fethiye in der südwestlich gelegenen Provinz Mugla sei in der Nacht zum Donnerstag ein weiterer Waldbrand hinzugekommen.
Schlimmste Waldbrandlage seit Jahrzehnten
Gute Nachrichten gibt es von der französischen Atlantikküste. Nach tagelangen Bränden konnten bereits 60.000 der insgesamt 224.000 evakuierten Personen in ihre Gemeinden zurückkehren. Nun kommen weitere 84.000 dazu. Im Süden Frankreichs und der Region Burgund bei Dijon kämpfen Einsatzkräfte gegen weitere Waldbrände.
Spanien war indessen nach Schätzungen von Behörden mit der schlimmsten Waldbrandlage seit Jahrzehnten konfrontiert. Doch auch hier entspannt sich nun die Situation. Die Brände im Großraum Madrid sind weitestgehend eingedämmt, Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den nationalen Notstand aufgehoben. Auch viele Evakuierungen sowie Ausgangsbeschränkungen wurden aufgelöst. Nach Angaben der zuständigen Behörden breite sich auch das Feuer nördlich von Valencia nicht weiter aus.
Nach Angaben des staatlichen Senders RTVE gibt es neue Feuer im Nordwesten des Landes. Rund 1.000 Menschen seien betroffen. An der Grenze zu Portugal hätten Einsatzkräfte der örtlichen Verwaltung zufolge bereits zwei Brandherde eindämmen können.
Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Angesichts einer drohenden Hitzewelle rief Sánchez die Bevölkerung dennoch zu besonderer Vorsicht auf – mehrere der schwersten Brände seien durch Unachtsamkeit verursacht worden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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