Türkei-Unwetter
Flutchaos in Istanbul: Zwei Menschen sterben in den Wassermassen
Veröffentlicht:
von Emre Bölükbasi:newstime
Chaos nach heftigen Regenfällen in Istanbul
Videoclip • 30 Sek • Ab 12
Ein ungezähmtes Unwetter stürzt Istanbul ins Chaos: hüfthohes Wasser, Evakuierungen und bereits zwei Todesopfer sind die Folge. Das Schlimmste steht womöglich erst noch bevor.
Die türkische Metropole Istanbul erlebt einen Ausnahmezustand. Anhaltender Starkregen hat weite Teile der Stadt geflutet – und das Wasser hat zwei Menschen das Leben gekostet. Der Einsatz der Rettungskräfte läuft auf Hochtouren, doch ein Ende der Katastrophe ist nicht in Sicht.
Aufnahmen in den sozialen Medien verdeutlichen das Ausmaß der Flutkatastrophe – wie zum Beispiel in diesem X-Video:
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Tödliche Fallen im Hochwasser
Besonders dramatisch: Eine 34-jährige Frau versuchte im Stadtteil Sariyer auf der europäischen Seite der Stadt, eine überschwemmte Straße zu überqueren. Sie verlor den Halt, stürzte und konnte sich nicht aus eigener Kraft befreien. Obwohl Passant:innen sofort eingriffen und ihr zu Hilfe kamen, erlag sie später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Bereits in der Nacht auf Mittwoch (14. Oktober) hatte die Flutkatastrophe ein erstes Todesopfer gefordert: Ein 14-jähriger Junge im Bezirk Fatih wurde in einer Pfütze von einem Stromschlag getroffen und starb trotz ärztlicher Behandlung.
Auch in den News:
Massenhafte Evakuierungen – Boote im Stadtzentrum
Die Bilder aus Sariyer gleichen denen einer Naturkatastrophe: Teams der Unterwasserrettung, des Katastrophenschutzes, der Feuerwehr, der Küstenwache und des Ordnungsamtes rückten gemeinsam aus, um in ihren Geschäften eingeschlossene Menschen zu befreien.
Einige Eingeschlossene mussten mit schwerem Baugerät aus ihren Räumlichkeiten geholt werden, andere wurden schlicht mit Booten in Sicherheit gebracht.
Im Stadtteil Kagithane trat der gleichnamige Bach über seine Ufer und überschwemmte eine Moschee sowie die umliegenden Gebäude. Bereits am Mittwochabend waren beim Gouverneursamt über 1.000 Notrufe eingegangen – gemeldet wurden Überflutungen, Erdrutsche und umgestürzte Bäume. Insgesamt waren rund 8.000 Einsatzkräfte sowie 2.000 Fahrzeuge und Arbeitsgeräte im Einsatz.
Strom weg, U-Bahn lahmgelegt – und kein Ende in Sicht
In mehreren Bezirken auf der europäischen Seite Istanbuls fiel der Strom aus oder wurde vorsorglich abgestellt – dieser Zustand hielt bis in den Donnerstagmorgen (15. Oktober) an. Auch der öffentliche Nahverkehr war zeitweise stark eingeschränkt, U-Bahnen und Straßenbahnen haben inzwischen den Betrieb aber wieder aufgenommen. Motorräder und andere zweirädrige Fahrzeuge waren ab Mittwochabend vorübergehend verboten.
Doch Entwarnung gibt es nicht: Der türkische staatliche Wetterdienst kündigt für Donnerstag anhaltenden Regen und neue Gewitter an. Istanbuls Gouverneur Davut Gül hatte deshalb den Präsenzunterricht an Schulen am Donnerstag ausgesetzt. Später gab er laut "Hürriyet" bekannt, dass auch am Freitag (16. Oktober) der Unterricht ausfallen soll.
Verwendete Quellen:
Hürriyet: "İstanbul'da eğitime yarın da ara verildi"
Nachrichtenagentur dpa
X: DarkWeb Haber
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