Gefahren im und am Wasser
Hitzewelle lässt Zahl der Badetoten im Juni stark ansteigen
Veröffentlicht:
von Fabia Söllner:newstime
So viele Badetote wie lange nicht
Videoclip • 01:43 Min • Ab 12
Hohe Temperaturen locken viele Menschen an Seen und Flüsse. Gleichzeitig steigt die Zahl der tödlichen Badeunfälle deutlich an. Besonders junge Männer sind häufig betroffen.
Das Wichtigste in Kürze
Im Juni ertranken in Deutschland mindestens 99 Menschen – so viele wie seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr.
Besonders häufig betroffen sind junge Männer, die Risiken im Wasser oft unterschätzen.
Die DLRG ruft zu mehr Vorsicht beim Baden auf.
Die Hitzewelle im vergangenen Monat hat zu einer ungewöhnlich hohen Zahl tödlicher Badeunfälle geführt. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kamen im Juni bundesweit mindestens 99 Menschen im Wasser ums Leben. So viele Ertrunkene gab es in einem Juni seit mehr als 20 Jahren nicht – lediglich im Hitzesommer 2003 lag die Zahl mit 107 Todesfällen noch höher.
Hitzewellen sorgen für hohes Risiko
Angesichts der vielen tödlichen Badeunfälle warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor den Gefahren weiterer Hitzewellen im Sommer. DLRG-Präsidentin Ute Vogt befürchtet, dass die Zahl der Ertrinkungsfälle weiter steigen könnte, wenn die Temperaturen erneut stark anziehen. Zum Beginn der Sommerferien ruft die Organisation deshalb dazu auf, Risiken beim Baden nicht zu unterschätzen.
Besonders betroffen sind Männer: Im Juni waren mehr als 90 Prozent der Ertrunkenen männlich, bei den jungen Todesopfern sogar ausnahmslos Männer. Die DLRG appelliert daher insbesondere an Jungen und Männer, ihre eigenen Schwimmfähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf leichtsinniges Verhalten im Wasser zu verzichten. Bereits im Jahr 2025 waren rund vier von fünf Ertrunkenen männlich.
Opfer größtenteils jung
Die meisten Todesopfer im Juni waren junge Menschen: 40 der Verunglückten waren höchstens 30 Jahre alt. Gleichzeitig kamen auch viele ältere Menschen ums Leben – 35 Opfer waren über 50 Jahre alt. Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich in Seen und Flüssen, während in Schwimmbädern, Kanälen und im Meer weniger Menschen starben.
Nach Einschätzung der DLRG liegen den Unfällen häufig dieselben Ursachen zugrunde. Viele Badegäste unterschätzen Strömungen oder den Temperaturunterschied beim Sprung ins kalte Wasser. Hinzu kommen mangelnde Schwimmfähigkeiten, riskantes Verhalten wie Sprünge in flache oder trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.
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Vorsicht besonders wichtig
Die DLRG empfiehlt, beim Baden in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu sein. Wer sich abkühlen möchte, sollte nur an bewachten Badestellen schwimmen, sich vor dem Sprung ins Wasser zunächst abkühlen und Strömungen sowie unbekannte Gewässer meiden. Außerdem rät die Organisation, nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss zu schwimmen, Kinder stets im Blick zu behalten und beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste zu tragen. Ausreichendes Trinken und Schutz vor starker Sonneneinstrahlung gehören ebenfalls zu den wichtigsten Sicherheitstipps.
Die meisten tödlichen Badeunfälle wurden im Juni in Nordrhein-Westfalen registriert. Dort kamen 22 Menschen ums Leben, deutlich mehr als im Vorjahresmonat. Es folgten Bayern mit 21 und Baden-Württemberg mit 13 Todesfällen.
An diesem Wochenende erneut Badetote
Auch am vergangenen Wochenende kam es bei sommerlichen Temperaturen zu mehreren tödlichen Badeunfällen. In verschiedenen Bundesländern verloren Menschen unterschiedlichen Alters beim Schwimmen ihr Leben, darunter ein 13-jähriges Mädchen, ein 37-jähriger Mann, eine 63-jährige Frau, eine 75-jährige Frau sowie ein 38-jähriger Mann.
Teilweise gerieten die Betroffenen während des Badens in Not oder gingen plötzlich unter. Trotz sofort eingeleiteter Such- und Rettungsmaßnahmen konnten die Einsatzkräfte ihnen nicht mehr helfen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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