Mehrfamilienhaus eingestürzt
Görlitzer Feuerwehr geht von Auffinden der Vermissten aus – "vielleicht ein Wunder"
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Hauseinsturz in Görlitz: Weiter Vermisste
Videoclip • 34 Sek • Ab 12
Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in Görlitz wurde die Suche nach den drei Vermissten wieder aufgenommen. Die Feuerwehr glaubt, sie zu finden – doch die Überlebenschancen sinken.
Das Wichtigste in Kürze
In der Innenstadt von Görlitz ist am Montagabend (18. Mai) ein Mehrfamilienhaus eingestürzt.
Laut Polizei gibt es nach dem Vorfall noch drei Vermisste – die Suche nach zwei Frauen und einem Mann läuft auf Hochtouren.
Ein Gasleck wird als Grund für den Einsturz vermutet, am Dienstagmorgen (19. Mai) trat immer noch Gas aus.
Rettungskräfte haben am frühen Mittwochmorgen (20. Mai) die Suche nach Vermissten in den Trümmern des eingestürzten Hauses in Görlitz wieder aufgenommen. Seit 6 Uhr laufen die Arbeiten wieder auf Hochtouren, wie ein Polizeisprecher einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor Ort mitteilte.
Die Feuerwehr ließ offen, ob sie die drei Vermissten lebend finden kann. "Wir gehen ganz stark davon aus, dass wir die vermissten Personen finden. In welchem Zustand, das kann ich leider ganz schlecht sagen", sagte eine Sprecherin. Die Wahrscheinlichkeit sinke. "Aber wenn wir Glück haben, ist vielleicht eine Person in einem Hohlraum eingeschlossen. Vielleicht gibt's ja ein Wunder."
Bevor die Suche nach den Vermissten wieder aufgenommen werden konnte, musste laut Polizei eine Seitenwand zum rechten Nachbarhaus gestützt werden. Durch die Maßnahme sollen die Helfer:innen bei ihrer Arbeit geschützt werden.
Gasleitungen vollständig geleert
Zuvor wurden in der Nacht die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert, sagte eine Polizeisprecherin. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden. Trotz der geleerten Gasleitungen könne es jedoch noch Hohlräume mit Gas geben, sagte die Sprecherin. Die Suche sei während den Maßnahmen aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden.
Bereits zuvor war das Gas vorsorglich abgestellt worden. Ziel war es, die Sicherheit der Anwohner:innen und Einsatzkräfte zu gewährleisten, wie die Stadtwerke mitgeteilt hatten.
Das Haus war am Montagabend (18. Mai) eingestürzt. An der Unglücksstelle wird nach drei vermissten Menschen gesucht. Von zwei Frauen und einem Mann fehlt jedes Lebenszeichen. Es sei zudem nicht auszuschließen, dass sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auch Menschen auf dem Gehweg befanden, teilte eine Sprecherin der Feuerwehr mit. Die Ursache für das Unglück ist weiter unklar.
Auch in den News:
Wahrscheinlichkeiten sinken "mit jeder Stunde"
"Ich denke, es ist jedem bewusst, dass wir hier nach drei Menschen suchen, die vermutlich auch nicht mehr als Menschen zu identifizieren sind", sagte die Leiterin der Feuerwehr in Görlitz, Anja Weigel, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag (19. Mai). Vor allem Schutt und Staub machten es notwendig, ganz genau hinzuschauen.
Die Hoffnung sterbe zuletzt, betonte Weigel. "Aber wir sind uns einig, dass die Wahrscheinlichkeiten mit jeder Stunde sinken." Vor Ort waren neben deutschen auch polnische Einsatzkräfte, unter ihnen auch Ehrenamtliche.
Spürhunde finden kein Lebenszeichen
Spürhunde hatten am Dienstag nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses keine Lebenszeichen mehr unter den Trümmern wahrgenommen. "Die Hunde schlagen bei Lebenszeichen an, was sie gestern auch gemacht haben", erläuterte der Einsatzleiter der Feuerwehr Görlitz, Remo Kölzsch – doch sie hätten bislang nicht angeschlagen.
Die Einsatzkräfte arbeiten sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. "Der Einsatz von großen Baggern würde die verschütteten Menschen mehr gefährden", betonte Kölzsch gegenüber der dpa.
"Jeder Stein, jedes Brett muss per Hand angehoben werden, um eventuelle Hohlräume, in denen sich Gas angesammelt haben könnte zu entdecken", hatte Kölzschs Kollege Sebastian Schramm gesagt.
Suche nach zwei Frauen und einem Mann
Vermisst werden noch zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 48 Jahren, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht – die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise.
Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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