Gasleck der Grund?

Görlitz: Drei Menschen nach Einsturz von Mehrfamilienhaus vermisst

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Mehrfamilienhaus in Görlitz eingestürzt

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


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Spürhunde klettern auf dem Schutt eines eingestürzten Hauses in Sachsen und suchen nach verschütteten Menschen. Ein Mann vermutet seine Frau unter den Trümmern. Das ist die Lage vor Ort am Abend.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Innenstadt von Görlitz ist ein Mehrfamilienhaus eingestürzt.

  • Laut Polizei gibt es nach dem Vorfall mehrere Vermisste.

  • Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar.

Die Suche nach drei Vermissten nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses im sächsischen Görlitz läuft weiter. Der Tagesanbruch erleichtere die Suche etwas, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner. So müsse das Technische Hilfswerk die Trümmer weniger ausleuchten. Gesucht würden drei Erwachsene.

Weitere Details zu den Vermissten, die sich möglicherweise zum Zeitpunkt des Einsturzes im Gebäude befanden, nannte Leuschner nicht. Das Haus war am frühen Montagabend eingestürzt. Als eine mögliche Ursache für den Einsturz vermutete die Polizei eine Gasexplosion. Bisher konnte jedoch nicht abschließend geklärt werden, warum das Gebäude einstürzte.

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Gasleck Grund für den Einsturz?

Die Helfer müssten nach wie vor vorsichtig vorgehen: Noch immer trete Gas aus. Das entsprechende Leck liege unterhalb der Trümmer und können aktuell technisch nicht behoben werden. "Wir haben ständig Messgeräte im Einsatz", sagte Leuschner mit Blick auf die Gaskonzentration in der Luft. Eine erneute Explosion sei aber nicht zu erwarten. Die Suche müsse auch deshalb mit viel Vorsicht durchgeführt werden, um mögliche Hohlräume in den Trümmern nicht zu zerstören, so Leuschner.

Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht. Die Feriengäste seien noch auf der Anreise gewesen. "Sie hatten das Glück, dass sie noch nicht da waren", so Leuschner.

Nach dem Zusammensturz des Gebäudes in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs war die Unfallstelle zunächst weiträumig evakuiert und abgesperrt worden. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.

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Einsatzkräfte rufen "Können Sie uns hören?"

Derzeit liefe an der Unfallstelle die Vermisstensuche auf Hochtouren, betonte Leuschner. Die Spürhunde kletterten auf die Trümmer und zeigten an, wenn sie etwas bemerkten. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks standen vor dem eingestürzten Gebäude und riefen: "Hier ist das THW, können Sie uns hören?". Am Einsturzort hielt sich zu dieser Zeit auch ein Mann auf, der seine Frau in dem eingestürzten Haus vermutete.

Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist. Der Bereich um das Haus wurde weiträumig evakuiert und abgesperrt. Am Dienstagmorgen (8.30 Uhr) soll es in der Jägerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz geben, bei der Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Polizei und Feuerwehr anwesend sein sollen.

Schaulustige wurden von Einsturzstelle ferngehalten

Nach dem Einsturz hatte die Polizei mindestens drei Häuser evakuiert. Außerdem wurde der Ort des Geschehens so abgesperrt, dass Schaulustige das Haus nicht mehr sehen konnten. Dennoch waren Menschen gekommen, die an der Absperrung standen und die Lage beobachteten. Der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu (CDU), machte sich am Einsturzort ein Bild von der Lage.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner:innen. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.

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