Warnung an Stränden

Gefahr für Badende: Portugiesische Galeeren an Frankreichs Küste

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


An Frankreichs Atlantikküste sind wieder vermehrt Portugiesische Galeeren gesichtet worden. Die Nesseltiere können extrem schmerzhafte und in schweren Fällen gefährliche Verletzungen verursachen.

Das Wichtigste in Kürze

  • An Frankreichs Atlantikküste sind wieder vermehrt Portugiesische Galeeren gesichtet worden, besonders in der Bretagne und im Baskenland.

  • Die Tiere können starke Schmerzen und in schweren Fällen Atemnot, Kreislaufprobleme oder sogar Herzstillstand auslösen.

  • Bei Kontakt gilt: sofort aus dem Wasser, nur mit Meerwasser spülen und die Tiere auch tot niemals anfassen.

An Frankreichs Atlantikküste sind in diesem Sommer wieder vermehrt Portugiesische Galeeren gesichtet worden. Das berichten "Ouest-France" und die Gesundheitsbehörde ARS Nouvelle-Aquitaine (ARS). Betroffen sind demnach unter anderem Küstenabschnitte in der Bretagne und im französischen Baskenland.

Die Portugiesische Galeere, wissenschaftlich Physalia physalis, wird oft mit einer Qualle verwechselt, ist aber keine Qualle. Erkennbar ist sie laut den Behörden an einem bläulich bis violett oder rosa schimmernden Schwimmkörper mit einer kammartigen Erhebung. Ihre Tentakel können viele Meter lang sein und sind im Wasser oft kaum zu sehen. Genau das macht die Tiere für Badende besonders gefährlich.


Selbst tote Tiere bleiben gefährlich

Nach Angaben von ARS bleiben auch abgerissene Tentakel und bereits angespülte Tiere giftig. Die Behörde warnt deshalb ausdrücklich, man solle das Tier "nicht berühren, auch wenn es angespült oder tot ist".

Wie "Ouest-France" berichtet, wurden Portugiesische Galeeren in diesem Jahr bereits etwa am Strand von Ilbarritz bei Biarritz beobachtet. Im vergangenen Jahr mussten zwischen Bidart und Anglet sogar mehrere Strände zeitweise das Baden verbieten. Die Behörden sprechen deshalb von einer erhöhten Wachsamkeit an der Küste.

Schmerzen, Atemnot und im Ernstfall Herzstillstand

Die Risiken sind erheblich. Laut "Ouest-France" unter Berufung auf die französische Gesundheitsbehörde Anses führen die Tentakel zu sofortigen starken Schmerzen, Hautverletzungen, Brennen, Rötungen und Schwellungen. In etwa 15 Prozent der Fälle können auch schwerere Beschwerden auftreten, darunter Erbrechen, Bauch- oder Brustschmerzen, Muskelkrämpfe, Atemnot, Kreislaufprobleme und im schlimmsten Fall sogar ein Herzstillstand. Im Wasser besteht dadurch auch Ertrinkungsgefahr.

Die Gesundheitsbehörden empfehlen bei einem Kontakt, das Wasser sofort zu verlassen und die betroffene Stelle mit Meerwasser abzuspülen. Noch besser sei laut ARS mit Essig versetztes Meerwasser, möglichst warm. Süßwasser soll dagegen auf keinen Fall verwendet werden, weil es die Giftentladung verbliebener Tentakel verstärken kann. Sichtbare Fäden sollen nur vorsichtig entfernt werden, etwa mit einer Pinzette, mit geschützten Händen oder mithilfe einer Karte.

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Was Urlauber:innen nicht tun sollten

Ebenso wichtig ist, was Betroffene nicht machen sollten: nicht reiben, die Wunde nicht aufschneiden, kein Gift absaugen und keinen Urin oder Gel auftragen. Wenn der Schmerz nach 30 Minuten nicht nachlässt oder wenn Kreislaufprobleme, Schwindel oder Atemnot auftreten, sollte sofort medizinische Hilfe geholt oder der Rettungsdienst alarmiert werden. Nach Angaben von Ouest-France kann die Heilung zwischen 15 Tagen und drei Monaten dauern.

Daher gilt es, Warnhinweise an Stränden ernst zu nehmen, blau schimmernde Tiere im Sand oder Wasser nicht anzufassen und Kinder besonders aufmerksam zu beobachten.


Verwendete Quellen:

Ouest-France: "Attention, les physalies venimeuses sont de retour sur les plages : que faire en cas de piqûre ?"

ARS Nouvelle-Aquitaine: "Physalies, attention aux filaments très urticants !"

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