Ermittlungen auch gegen Polizisten

Frankfurter Hauptbahnhof: Psychisch kranker Mann verletzt Beamten und wird angeschossen

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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Viele Polizeiwachen sind marode

Videoclip • 29 Sek • Ab 12


Bei einer Polizeikontrolle nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof eskaliert die Situation: Ein 44-jähriger Mann greift einen Beamten an und wird durch Schüsse schwer verletzt. Nun soll er in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden – gegen ihn und die beteiligten Polizist:innen wird ermittelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein 44-jähriger Mann mit serbischer Staatsbürgerschaft hat nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand verletzt und wurde daraufhin durch Polizeischüsse schwer verletzt.

  • Der Mann leidet laut Ermittlungen unter einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung und ist drogenabhängig, weshalb die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in der Psychiatrie beantragt.

  • Sowohl gegen den 44-Jährigen als auch gegen die beteiligten Polizeibeamt:innen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof ist es zu einem folgenschweren Zwischenfall zwischen einem 44-jährigen Mann und Polizeibeamt:innen gekommen. Wie das Landeskriminalamt mitteilte, wurde der Mann bei dem Vorfall durch Schüsse der Polizei schwer verletzt. Lebensgefahr habe jedoch nicht bestanden.

Dem Vorfall ging eine Kontrollaktion in der Nähe des Bahnhofs voraus. Die beteiligten Beamt:innen befanden sich laut Behördenangaben auf dem Rückweg zu ihrem Streifenwagen, als es zu der Auseinandersetzung kam. Der 44-Jährige sei dabei zuvor nicht selbst Gegenstand der Kontrollmaßnahmen gewesen.

Mann greift Polizisten unvermittelt an

Laut dem Landeskriminalamt wurde einer der Polizist:innen "unerwartet" von dem Mann angerempelt und mit einem spitzen Gegenstand verletzt. "Einer der Beamten erlitt eine Verletzung an der Hand und wurde nach ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen", hieß es in der Mitteilung der Behörde.

Trotz deutlicher Warnungen habe der 44-Jährige nicht von seinem Verhalten abgelassen. Wie das Landeskriminalamt weiter erklärte, habe der Mann "trotz mehrfacher Ansprache und Androhung des Schusswaffengebrauchs" nicht reagiert. Daraufhin sei es zu den Polizeischüssen gekommen. Der Mann mit serbischer Staatsbürgerschaft wurde dabei schwer verletzt.

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Schwere psychische Erkrankung und Drogenabhängigkeit

Die Hintergründe des Vorfalls werfen Fragen auf. "Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll der Mann unter einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung leiden und drogenabhängig sein", teilte das Landeskriminalamt mit. Aufgrund dieser Erkenntnisse werde die Staatsanwaltschaft Frankfurt die einstweilige Unterbringung des 44-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.

Gegen den Mann wird wegen mehrerer Delikte ermittelt. Im Raum stehen der Verdacht des Widerstands gegen und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamt:innen sowie der gefährlichen Körperverletzung.

Ermittlungen auch gegen Polizeibeamt:innen

Doch nicht nur gegen den 44-Jährigen laufen Ermittlungen. Auch gegen die beteiligten Polizeibeamt:innen wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung im Amt eingeleitet. Ob einer oder beide Beamt:innen geschossen haben, teilten die Behörden bislang nicht mit. Ein solches Ermittlungsverfahren ist nach einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei in Deutschland üblich und dient der lückenlosen Aufklärung des Geschehens.


Verwendete Quellen:

presseportal.de/blaulicht: "Schusswaffengebrauch nach Angriff - Polizeibeamter leicht verletzt, Angreifer schwer verletzt"

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