Streit um Chefposten

Kurz vor WM: Ex-UEFA-Präsident Platini zeigt FIFA-Präsident Infantino wegen Verschwörung an

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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FIFA: Infantino will Russland-Rückkehr (3. Februar)

Videoclip • 32 Sek • Ab 12


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Streit kurz vor der Fußball-WM: Ex-UEFA-Präsident Platini konfrontiert FIFA-Präsident Infantino mit harten Verschwörungs-Vorwürfen. Bereits vor zehn Jahren standen die beiden in Konkurrenz um den Spitzenposten des Weltverbands.

Das Wichtigste in Kürze

  • Michel Platini, ehemaliger Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), klagt in Frankreich gegen FIFA-Chef Gianni Infantino.

  • Bei Infantinos Präsidenten-Wahl vor zehn Jahren galt auch Platini als Favorit für den Chefposten, nun wirft er seinem Rivalen eine Verschwörung vor.

  • Auch medial gibt es Unmut gegen Infantino: Vor allem seine Sympathie zu US-Präsident Donald Trump sorgt für Kritik.

Nur wenige Tage vor dem Beginn der WM 2026 zeigt Ex-UEFA-Präsident Michel Platini den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino an, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Laut einem Sprecher Platinis richtet sich die Klage aus Frankreich außerdem gegen fünf weitere frühere Schweizer Justiz- und Fußballfunktionär:innen.

Der Vorwurf: eine Verschwörung, um seine Wahl zum FIFA-Präsidenten vor über zehn Jahren zu verhindern. Neben der Strafanzeige wollen Platinis Anwälte auch zivilrechtlich gegen die FIFA vorgehen und Schadenersatz von dem Weltverband verlangen.

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Streit um FIFA-Posten: Statt Platini stieg Infantino zum Chef auf

Infantino hatte zuvor als Generalsekretär unter Platini, dem damaligen Präsidenten der Europäischen Fußball-Union UEFA, gearbeitet. Platini galt lange als Favorit für den Posten an der FIFA-Spitze – dann fiel die Wahl 2016 auf Infantino.

Nun schießt der ehemalige französische Nationalspieler zurück: Er wirft Infantino sowie weiteren Ex-Funktionär:innen falsche Anschuldigungen und unzulässige Einflussnahme vor. Bereits vor vier Jahren hatte der heute 70-Jährige ähnliche Anschuldigungen gegen Schweizer Behörden erhoben.

2015 war Platini selbst bereits in das Visier der Schweizer Justiz geraten. Gemeinsam mit dem ehemaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter wurde ihm mutmaßlicher Betrug zulasten der FIFA vorgeworfen. Dabei ging es um eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken. Vergangenes Jahr endete die Klage in einem Freispruch zugunsten von Platini und Blatter.

"Bromance" zwischen FIFA-Chef und Donald Trump

Die Weltmeisterschaft 2026 wird in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen. US-Präsident Donald Trump soll beim Finale am 19. Juli den Pokal an das Siegerteam überreichen. Doch nicht nur deshalb läuft das Turnier Gefahr, zur Trump-Show zu werden. Denn FIFA-Chef Infantino ist selbst großer Fan des Präsidenten.

Die "New York Times" spricht sogar von einer "Bromance" der beiden, einer Mischung aus den englischen Worten "Brother" (Bruder) und "Romance" (Romantik). Schon seit Jahren soll Infantino den Präsidenten geradezu umgarnen: Im Februar verkündete die FIFA eine neu eingeführte Partnerschaft mit Trumps umstrittenem Friedensrat. Bei dieser Bekanntmachung zog Infantino mit seiner roten "USA"-Kappe Aufmerksamkeit auf sich.

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Auch die britische Zeitung "The Guardian" bezeichnete den FIFA-Präsidenten als "Propagandawerkzeug für Donald Trumps Regime", er sei ein "Steigbügelhalter" und Verbündeter des US-Präsidenten.

Demnach ist es wohl kaum verwunderlich, dass Gianni Infantino kurz vor dem Start der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft seinem Freund im Weißen Haus einen Besuch abstattete. Am Schreibtisch im Oval Office hielten sie grinsend ihre Daumen in die Kameras. Der FIFA-Chef bedankte sich bei Donald Trump: Amerika sei bereit, die Welt willkommen zu heißen. Auf Instagram schreibt er, es werde die "großartigste und inklusivste Weltmeisterschaft der Geschichte".


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

The New York Times: "How the Trump-Infantino bromance resurfaced to shatter Vegas’ World Cup draw hopes"

The Guardian: "Infantino’s idolisation of Trump has left football with blood on its hands"

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