Kriminalfall in Frankreich
Fast sechs Jahre vermisst: Leiche von Delphine Jubillar gefunden
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
So arbeitet die Polizei in Deutschland
Videoclip • 01:46 Min • Ab 12
Der Fall Delphine Jubillar bewegte Frankreich über Jahre. Obwohl weder eine Leiche noch eindeutige Tatspuren gefunden worden waren, wurde ihr Ehemann wegen Mordes verurteilt. Nach einem überraschenden Geständnis führte er die Ermittler:innen nun zu den sterblichen Überresten der vermissten Krankenschwester.
Das Wichtigste in Kürze
Die Knochen von Delphine Jubillar wurden per DNA-Test identifiziert.
Ihr Ehemann hatte den Mord erst nach seiner Verurteilung gestanden.
Im September soll sein Berufungsprozess beginnen.
Fast sechs Jahre lang fehlte von Delphine Jubillar jede Spur. Nun herrscht traurige Gewissheit: In Südfrankreich entdeckte Knochen stammen von der seit Dezember 2020 vermissten Krankenschwester. DNA-Untersuchungen hätten die Identität der sterblichen Überreste bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft von Toulouse am Sonntag, dem 19. Juli 2026, mit. Die Knochen waren wenige Tage zuvor in der Ortschaft Mailhoc im Département Tarn entdeckt worden.
Der Fundort liegt rund zehn Kilometer vom früheren Wohnhaus der Familie in Cagnac-les-Mines entfernt. Französischen Medien zufolge suchten etwa einhundert Einsatzkräfte zwei Tage lang das Gelände ab.
Ehemann führte Ermittler:innen zum Fundort
Ausgelöst wurde die neue Suche durch Cédric Jubillar. Der inzwischen verurteilte Ehemann der Vermissten hatte Anfang Juli überraschend eingeräumt, für den Tod seiner Frau verantwortlich zu sein. In einem Brief an seine Anwält:innen gestand er, Delphine Jubillar getötet und ihren Leichnam anschließend fortgebracht zu haben. Er sprach dabei selbst von einer "abscheulichen Tat".
Bei einer späteren Vernehmung soll Jubillar den Ermittler:innen den ungefähren Ort genannt haben, an dem er seine Frau vergraben hatte. Wenige Tage später wurden dort menschliche Knochen entdeckt.
Verschwunden während der Corona-Ausgangssperre
Delphine Jubillar war 33 Jahre alt, als sie in der Nacht zum 16. Dezember 2020 verschwand. Frankreich befand sich damals wegen der Corona-Pandemie in einer nächtlichen Ausgangssperre. Ihr Ehemann meldete sie am frühen Morgen bei der Polizei als vermisst. Er erklärte zunächst, das Paar befinde sich in einem einvernehmlichen Scheidungsverfahren.
Die Ermittlungen zeichneten jedoch ein anderes Bild. Die Beziehung galt als stark zerrüttet. Delphine Jubillar wollte ihren Mann verlassen und mit einem anderen Mann ein neues Leben beginnen. Nachbar:innen berichteten zudem, in der Nacht ihres Verschwindens die Schreie einer Frau gehört zu haben. Bekannte sagten aus, Cédric Jubillar habe mehrfach damit gedroht, seine Frau zu töten.
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Prozess ohne Leiche und ohne Geständnis
Eine Leiche fanden die Ermittler:innen zunächst ebenso wenig wie eindeutige Spuren eines Gewaltverbrechens. Zu den wenigen auffälligen Gegenständen gehörte die zerbrochene Brille der Vermissten. Trotz der dünnen Spurenlage geriet Cédric Jubillar zunehmend ins Visier der Ermittler:innen. Ein Gericht verurteilte ihn im Oktober 2025 wegen Mordes zu 30 Jahren Haft.
Der Prozess sorgte in Frankreich für großes Aufsehen. Zum Zeitpunkt des Urteils gab es weder einen Leichenfund noch ein Geständnis oder unmittelbare Tatzeug:innen. Die Anklage stützte sich vor allem auf Indizien und Zeugenaussagen.
Jubillar beteuerte während des gesamten Verfahrens seine Unschuld. Noch vor der Urteilsverkündung sagte er über die Mutter seiner beiden Kinder: "Ich habe ihr gar nichts getan".
Geständnis vor dem Berufungsprozess
Gegen seine Verurteilung legte Jubillar Berufung ein. Der neue Prozess soll nach bisherigen Planungen am 21. September 2026 beginnen. Warum er seine Tat erst Monate nach dem Urteil gestand, ist nicht abschließend geklärt. Seine Anwält:innen erklärten, er habe sein Gewissen erleichtern wollen. Beobachter:innen vermuten dagegen, dass die Zusammenarbeit mit den Ermittler:innen seine Ausgangslage im Berufungsverfahren verbessern könnte.
Verwendete Quellen:
t-online.: "Französin seit sechs Jahren verschwunden – nun wurde ihre Leiche entdeckt"
Stern: "Frauenskelett identifiziert: Mann gesteht Mord nach Prozess ohne Leiche"
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