Neues Buch

Söder-Tochter rechnet mit eigener Generation ab

Veröffentlicht:

von Damian Rausch

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Neue Kanzler-Spekulationen um Söder

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


In einer Fernsehshow erkannte Gloria-Sophie Burkandt einst Adenauer und Kohl nicht - jetzt spricht sie über die Allgemeinbildung ihrer Generation.

Gloria-Sophie Burkandt blickt kritisch auf den Wissensstand ihrer eigenen Generation. Die Allgemeinbildung vieler junger Menschen sei ihrer Einschätzung nach nicht besonders ausgeprägt, sagte die 27-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Gleichzeitig stellt sie infrage, welchen Stellenwert auswendig gelerntes Wissen heute noch haben sollte, wenn Informationen innerhalb weniger Sekunden digital verfügbar sind.

Burkandt hatte selbst für Schlagzeilen gesorgt, als sie in der Fernsehsendung "Deutschlands dümmster Promi" die früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl nicht erkannte. Nun beschäftigt sich die Tochter des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Markus Söder ausführlicher mit den Folgen der Digitalisierung. Am 21. September erscheint ihr Buch "Generation KI – Menschlich bleiben in der neuen Welt". Darin verbindet sie persönliche Erfahrungen mit Überlegungen zum gesellschaftlichen und technologischen Wandel. Der "Langen Müller Verlag" beschreibt das Buch als Auseinandersetzung damit, wie die zunehmende Geschwindigkeit von Informationen nicht nur Arbeit und Technologie, sondern auch Denken, Beziehungen und Selbstbild verändert.


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KI wird zum alltäglichen Begleiter

Burkandt selbst nutzt nach eigenen Angaben KI täglich und teilweise sogar stündlich. Die Technologie erleichtere ihren Alltag erheblich, gleichzeitig nehme sie bei sich bereits eine gewisse Abhängigkeit wahr. Informationen seien jederzeit verfügbar – und genau das verändere auch die Art, wie Menschen denken und Wissen verarbeiten.

Dass KI gerade für junge Menschen längst zum Alltag gehört, zeigen auch aktuelle Daten. Laut der "DAK-Mediensucht-Studie 2026" verwenden 27,2 Prozent der befragten Zehn- bis 17-Jährigen generative KI-Chatbots mehrmals pro Woche bis täglich. Bei Jugendlichen ab 15 Jahren nutzt bereits deutlich mehr als die Hälfte solche Angebote mindestens wöchentlich. Besonders häufig dienen die Programme als Unterstützung bei Hausaufgaben, zur Informationssuche und zum Lernen.

"Goethe hatte kein TikTok"

In ihrem Buch beschreibt Burkandt das heutige Denken als schneller, unruhiger und stärker von ständig wechselnden Reizen geprägt. Als Gegenbild führt sie Johann Wolfgang von Goethe an: Dieser habe weder TikTok noch Instagram oder Pushnachrichten gehabt und sei deshalb häufiger auf seine eigenen Gedanken zurückgeworfen gewesen.

Für Burkandt bedeutet die Entwicklung allerdings nicht, dass junge Menschen grundsätzlich weniger können müssen. Im Gegenteil: Entscheidend seien künftig vor allem Kompetenzen – also die Fähigkeit, Informationen einzuordnen, Technologien sinnvoll einzusetzen und sich an Veränderungen anzupassen. Diese Fähigkeiten könnten ihrer Ansicht nach langfristig auch über privaten und beruflichen Erfolg entscheiden.

Dabei sieht sie soziale Medien nicht ausschließlich kritisch. Selbst Gedanken und Lebensweisheiten Goethes seien heute auf TikTok zu finden. Für Burkandt zeigt das, dass sich zwar die Form der Kommunikation verändert, grundlegende menschliche Fragen jedoch bestehen bleiben. Die Herausforderung der "Generation KI" liegt für sie deshalb weniger darin, möglichst viel Wissen abzuspeichern, sondern darin, mit der permanenten Verfügbarkeit von Wissen sinnvoll umzugehen.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

DAK-Gesundheit: "DAK Mediensucht-Studie 2026: Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen"

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