Seit elf Jahren vermisst

Fall "Inga" bei "Aktenzeichen XY": Worauf die Ermittler jetzt hoffen

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Mehr Kindesmissbrauch: BKA schlägt Alarm

Videoclip • 01:54 Min • Ab 12


Im Mai 2015 verschwand die fünfjährige Inga Gehricke spurlos bei einem Familienausflug in Sachsen-Anhalt. Elf Jahre später starten die Ermittler:innen einen neuen Versuch: Am Mittwochabend wird der Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst" vorgestellt.

Es ist einer der bekanntesten Vermisstenfälle Deutschlands – und einer, der bis heute ungelöst ist. Von der damals fünfjährigen Inga Gehricke aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt fehlt seit dem 2. Mai 2015 jede Spur. Jetzt unternehmen die Ermittler:innen einen neuen Anlauf: Der Fall wird am Mittwochabend um 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst" vorgestellt.

„Von der Vorstellung des Falles erhoffen sich die Ermittler Hinweise, die klären helfen, was dem Mädchen widerfahren ist", sagte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Halle der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Ermittlergruppe in Halle beschäftigt sich seit Frühjahr 2023 mit dem Fall – unter dem Namen "Cold Case Wald". Beamt:innen vom Fachkommissariat für Straftaten gegen das Leben und die Gesundheit hatten den Fall von der Polizei in Stendal übernommen, um ihn mit neuem Blick noch einmal aufzurollen.

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Der Tag des Verschwindens von Inga

Am 2. Mai 2015 war die damals fünfjährige Inga mit ihrer Familie zu Besuch auf dem Wilhelmshof im Landkreis Stendal im Norden von Sachsen-Anhalt. Der Hof ist laut dpa eine diakonische Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen. Dort lebten Freunde der Familie Gehricke. Bei der Vorbereitung eines Grillfestes wurde das im August 2009 geborene Mädchen am Abend gegen 18.40 Uhr zum letzten Mal gesehen.

Die Polizei beschreibt Inga als schlank und zart. Sie habe 2015 blaue Augen und mittelblonde, zu Zöpfen geflochtene Haare gehabt. Ihre oberen vorderen Schneidezähne fehlten. Außerdem hatte das Mädchen eine Narbe am Hinterkopf. Am Tag ihres Verschwindens war Inga laut Polizei knapp 1,20 Meter groß und trug rosafarbene Haarspangen, neongelbe Haargummis, ein geringeltes Unterhemd mit Pferdemotiv, ein mintgrünes Langarmshirt mit aufgedrucktem Schmetterling und Rüschen, einen lilafarbenen Slip, eine weiße oder graue Strumpfhose und eine blaue Jeans mit Auswaschungen. Ihre Klettverschluss-Schuhe aus Wildleder waren pink, violett und beerenfarbig.

Jahrelange Suche ohne Ergebnis

In den Jahren nach Ingas Verschwinden suchten die Ermittler:innen immer wieder intensiv nach dem Mädchen. Mehrfach wurden Waldstücke durchsucht, Hunderte Spuren und Hinweise ausgewertet und Teiche abgepumpt – ohne Ergebnis. Im Zuge einer privaten Initiative wurde laut dpa auch über eine Foto-Aktion auf Smoothie-Flaschen nach dem Mädchen gefahndet.

Für eine breitere Öffentlichkeitsfahndung hatten sich die Ermittler:innen laut dpa an das Bundeskriminalamt gewandt. Der Fall wurde daraufhin Teil der BKA-Kampagne "Spurlos verschwunden" – was schließlich dazu führte, dass er nun auch in der ZDF-Sendung vorgestellt wird.


Diese Fragen stellt die Polizei der Bevölkerung im Cold Case "Inga"

Die Ermittler:innen richten sich laut dpa mit konkreten Fragen an die Öffentlichkeit:

  • Wer hat Inga am Tag ihres Verschwindens oder danach gesehen?

  • Wer hat Fahrzeuge oder Personen bemerkt, die mit dem Verschwinden in Zusammenhang stehen könnten?

  • Wer war 2015 im Bereich des Wilhelmshofs oder des umliegenden Waldgebietes und wurde bislang nicht von der Polizei befragt?

  • Wurden nach dem 2. Mai 2015 irgendwo die Kleidungsstücke oder Schuhe gefunden, die Inga an dem Tag trug?

  • Tauchte ab Mai 2015 andernorts ein blondes Mädchen auf, das zuvor nicht dort lebte?

  • Sind jemandem Ungereimtheiten in Erzählungen von Personen aufgefallen, die Bezüge zu Inga oder dem Wilhelmshof haben?

  • Hat jemand Gespräche oder Chatnachrichten mitbekommen, in denen sich Personen über Inga austauschten und dabei möglicherweise Insiderwissen preisgaben?

Hinweise nimmt die Polizei unter 0345/224-1291 oder per E-Mail an cold-case-wald@polizei.sachsen-anhalt.de entgegen. Für Hinweise, die zum Auffinden von Inga oder zur Bekanntgabe ihres Aufenthaltsortes führen, hat die Polizei in Halle 25.000 Euro ausgelobt. Der Smoothie-Hersteller hatte weitere 25.000 Euro ausgeschrieben.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

MDR: "Der Fall Inga: Ermittler hoffen auf Hinweise bei "Aktenzeichen XY"

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