Wirtschaft in der Krise
Dulger warnt: Deutschland droht verlorenes Jahrzehnt
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
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Videoclip • 01:28 Min • Ab 12
Wirtschaftsverbände sehen Deutschland weiter in der Krise. Arbeitgeberpräsident Dulger warnt, ohne Reformen könnten die 2020er für den Standort verloren gehen.
Das Wichtigste in Kürze
Arbeitgeber und Industrie sehen Deutschland weiter in einer wirtschaftlichen Schwächephase und fordern zusätzliche Reformen.
BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner verlangt spürbare Entlastungen bei Steuern, Bürokratie, Energie- und Infrastrukturkosten.
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt, die 2020er könnten für Deutschland zu einem "verlorenen Jahrzehnt" werden.
Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft sehen das Land weiter in einer tiefen Schwächephase. Zwar begrüßt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dass die Bundesregierung Reformen anpackt. Aus Sicht der Unternehmen reicht das aber noch nicht aus.
BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), der Verband begrüße, "dass die Bundesregierung jetzt in die Umsetzung von Reformen komme". Zugleich machte sie deutlich, dass weitere Schritte folgen müssten. "Vertrauen in den Standort entsteht erst, wenn weitere Entlastungsschritte bei Steuern, Bürokratie, Energie- und Infrastrukturkosten folgen und spürbar in den Unternehmen ankommen", sagte Gönner der dpa.
Verbände fordern tiefere Reformen
Noch schärfer formuliert es Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. Er sagte der dpa: "Dieses Jahrzehnt ist von Rezession und Stagnation geprägt." Aus seiner Sicht steckt die deutsche Wirtschaft seit Jahren fest. Das letzte wirklich starke Geschäftsjahr sei 2019 gewesen. Seitdem werde der Rückstand eher verwaltet als aufgeholt.
Dulger warnt deshalb vor einem dauerhaften Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Seine Diagnose fällt drastisch aus: "Unsere Wettbewerber müssen gar nichts besonders gut machen - es reicht, dass sie weiterfahren, während wir auf dem Standstreifen stehen." Und er fügte hinzu: "Wenn das so bleibt, sind die Zwanzigerjahre für dieses Land ein verlorenes Jahrzehnt."
Auch in den News:
Unternehmen drängen auf spürbare Entlastung
Die Wortmeldungen zeigen, wie groß der Druck auf die Bundesregierung aus Sicht der Wirtschaft inzwischen ist. Die Unternehmen verlangen nicht nur einzelne Korrekturen, sondern eine breitere Verbesserung der Rahmenbedingungen. Vor allem Steuern, Genehmigungen, Bürokratiekosten, Energiepreise und die oft mangelhafte Infrastruktur gelten als zentrale Bremsen für Investitionen.
Gönner und Dulger schlagen damit in dieselbe Kerbe: Deutschland brauche mehr Tempo und mehr Verlässlichkeit. Die Wirtschaft wartet aus ihrer Sicht nicht nur auf gute Absichten, sondern auf Maßnahmen, die im Alltag der Unternehmen tatsächlich ankommen. Solange das nicht gelingt, dürfte die Sorge vor einem schleichenden Verlust an Stärke und Wohlstand die Debatte weiter prägen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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