Alte besonders gefährdet

Etwa 9.600 Hitzetote in Juni-Woche: RKI hat Todeszahlen dramatisch unterschätzt

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von Christopher Schmitt

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RKI warnt vor Hitzefolgen (30. Juli)

Videoclip • 01:44 Min • Ab 12


Die tödliche Hitzewelle im Juni hat noch mehr Opfer gefordert als angenommen. Das Robert-Koch Institut (RKI) muss seine Todeszahlen deutlich nach oben korrigieren – und nahezu verdoppeln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zunächst ging das Robert Koch-Institut (RKI) von 5.000 Hitze-Opfern in der Woche vom 22. bis 28.  Juni aus – nun müssen die Zahlen deutlich nach oben korrigiert werden.

  • Insgesamt 9.600 Menschen haben die Hitzewelle in dieser Woche nicht überlebt,

  • Diese Woche allein ist für einen Großteil der Hitzetoten in diesem Jahr verantwortlich.

Die verheerenden Auswirkungen der Hitzewelle Ende Juni offenbaren jetzt ihr volles Ausmaß. Nach aktualisierten Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) kostete die Woche vom 22. bis 28. Juni etwa 9.600 Menschen das Leben – deutlich mehr als zunächst angenommen. Die Behörde hatte zuvor für diese Periode mehr als 5.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt.

Damit entfällt der Großteil der diesjährigen Hitzetoten auf diese eine extreme Woche, in der die Temperaturen vielerorts um die 40 Grad lagen. Insgesamt erhöht sich die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr auf schätzungsweise 11.900. Bereits jetzt sind damit deutlich mehr Menschen wegen der Hitze gestorben als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Den bisherigen Höchstwert verzeichnete das Jahr 2018 mit rund 9.000 Hitzetoten im gesamten Jahr.

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Durchschnitt von 26,4 Grad – weit über der Schwelle

Die dramatischen Auswirkungen dieser besonders heißen Woche sowie der Folgewoche zeigten sich erst jetzt, erklärt das RKI. Ein Grund: Temperaturen in dieser Höhe kamen bisher in Deutschland kaum oder gar nicht vor. Zudem würden bundeslandspezifische Zahlen des Statistischen Bundesamtes erst mit einer Verzögerung von fünf Wochen berichtet. Erst jetzt enthalten die Zahlen demnach in vollem Umfang die geschätzte Zahl der hitzebedingten Sterbefälle.

Die bundesweite Wochenmitteltemperatur lag vom 22. bis 28. Juni im Durchschnitt bei 26,4 Grad – weit oberhalb der Schwelle von 20 Grad, ab der typischerweise ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit sichtbar wird. In allen Bundesländern wurde in dieser Woche eine mittlere Temperatur über 20 Grad gemessen.

Besonders alte Menschen unter den Hitzetoten

Hitze ist vor allem für ältere Menschen gefährlich. Mit gut 6.000 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Knapp 3.000 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1.800 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es gut 1.100 Todesfälle.

Der Juni 2026 war dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge mit im Mittel 19,5 Grad der zweitwärmste seit Messbeginn. Die Nacht vom 27. auf den 28. Juni war nach derzeitigen Daten die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Am 27. Juni wurde deutschlandweit an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt. Im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt wurde mit 41,8 Grad sogar ein Temperaturrekord aufgestellt.

Klimaschutz für Pflegeeinrichtungen und Schulen gefordert

Angesichts der dramatischen Zahlen fordern die Bundesärztekammer, rund 80 weitere europäische Gesundheitsorganisationen und etliche Umweltverbände deutlich mehr Anstrengungen von Deutschland und der EU. Extreme Hitze müsse als ernsthafte Gesundheitsgefahr anerkannt werden. Die Mediziner:innen fordern unter anderem, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen klimafest zu machen.

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sagt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Es kann nicht sein, dass bei hunderten Milliarden Euro zusätzlicher Schulden durch Sondervermögen kein Geld für den Patientenschutz da ist."

Umwelt- und Klimaschutzorganisationen wollten vor dem Kanzleramt auf das Thema aufmerksam machen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: "Wir fordern Bundeskanzler Merz und sein Kabinett dazu auf, einen Hitzegipfel einzuberufen. Bund, Länder und Kommunen müssen ihre Aktivitäten strategisch aufeinander abstimmen."

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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