Mit 83 Jahren
Ostfußball-Legende Eberhard Vogel ist tot: FCC statt Pelé, FCC statt Brasilien
Aktualisiert:
von Christopher SchmittDDR-Stürmer Eberhard Vogel (links) überläuft zwei walisische Gegenspieler. (Archivbild)
Bild: dpa
Mit Eberhard Vogel verliert der deutsche Sport eine Ikone des Ostfußballs. Der begnadete Stürmer vom FC Karl-Marx-Stadt und Carl-Zeiss Jena entschied sich einst für seine Heimat – und gegen ein Zusammenspielen mit Pelé.
Das Wichtigste in Kürze
Der ehemalige Fußballer und Trainer Eberhard Vogel ist im Alter von 83 Jahren verstorben.
Der Thüringer stürmte für den FC Karl-Marx-Stadt, den FC Carl-Zeiss Jena sowie die DDR-Nationalelf und sammelte im Osten Rekorde.
Eine besondere Anekdote aus Vogels Leben: Er verzichtete auf einen Wechsel nach Brasilien zu Pelés Mannschaft Santos – und viel Geld.
Die deutsche Fußballwelt trauert um eine echte Legende: Eberhard Vogel ist am Dienstag (1. September) im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit verstorben, wie seine Familie bekannt gab. Der einstige Stürmer des FC Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitzer FC) und des FC Carl Zeiss Jena (FCC) hinterlässt nicht nur ein großes sportliches Erbe, sondern auch eine Geschichte, die zeigt, wie nah er der Weltspitze war.
Das Millionen-Angebot aus Brasilien
In den 1970er-Jahren flatterte ein spektakuläres Angebot aus Südamerika nach Jena: Der FC Santos, Heimatverein der Fußball-Ikone Pelé, wollte Vogel als Sturmpartner des legendären Brasilianers verpflichten. Die Verhandlungsbasis war für damalige Verhältnisse sensationell: Zwei Millionen D-Mark – 1,5 Millionen für Carl Zeiss, eine halbe Million als Handgeld für Vogel.
Doch der bodenständige Thüringer lehnte ab. Seine Begründung war so ehrlich wie charakteristisch: Er sei sehr heimatverbunden gewesen und habe nicht weg von seinen Eltern und Freunden gewollt. Zudem hätte sein Vater ihn "erwürgt", wenn er abgehauen wäre, wie Vogel einst der "Leipziger Volkszeitung" verriet.
Vogels Rekorde für die Ewigkeit
Vogel wurde auch ohne den Wechsel nach Brasilien glücklich – und schrieb Fußballgeschichte. Mit 440 Oberliga-Einsätzen ist er bis heute Rekordspieler der DDR. Seine 188 Punktspieltore bedeuten Platz zwei hinter Joachim Streich. Hinzu kommen 74 Länderspiele für die DDR-Auswahl mit 25 Toren sowie 24 Olympia-Einsätze mit zehn Treffern.
Die Trophäensammlung des Linksaußen liest sich beeindruckend: DDR-Meister 1967 mit Karl-Marx-Stadt, drei FDGB-Pokalsiege mit Jena, zwei olympische Bronzemedaillen 1964 und 1972 sowie das Finale im Europapokal der Pokalsieger 1981 gegen Dynamo Tiflis. Auch bei der Weltmeisterschaft 1974 gehörte er zum Aufgebot der DDR-Nationalmannschaft.
Auch in den News:
Hans Meyer lobt "bescheidenen, ehrlichen Charakter"
Sein einstiger Mitspieler und späterer Trainer Hans Meyer fand höchste Worte für Vogels Können. Der bescheidene Stürmer sei "ein begnadeter Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft gespielt hätte", und ergänzte: Die Art, wie Vogel die Linksaußenposition interpretierte, "wäre reif für Lehrfilme gewesen".
Meyer beschrieb Vogel als "bescheidenen, ehrlichen Charakter, der eine phänomenale Entwicklung machte, weil er die richtige Einstellung für seinen Job mitbrachte". Je älter Vogel wurde, desto professioneller lebte er für den Fußball. Nie groß verletzt, stets auf den Sport fokussiert – und mit guten Genen ausgestattet, so erklärte er selbst einmal seine außergewöhnliche Langlebigkeit auf höchstem Niveau.
Als Trainer hatte Vogel weniger Erfolg
Nach seiner aktiven Karriere, die er 1982 im Alter von 39 Jahren beendete, war Vogel vor allem im Nachwuchsbereich erfolgreich. Von 1983 bis 1990 arbeitete er für den DDR-Fußball-Verband und feierte beachtliche Erfolge: 1986 wurde er mit der Junioren-Auswahl um Matthias Sammer Europameister, 1987 holte die U20 WM-Bronze, und 1989 gewann die U16 EM-Silber.
Als Clubtrainer nach der Wende blieben die großen Erfolge aus. Stationen bei Jena, Hannover 96, dem 1. FC Magdeburg, dem Dresdner SC und als Auswahltrainer in Togo dauerten nie länger als eine Saison. Immerhin gelang ihm mit Magdeburg 2000/2001 eine Sensation: der Pokalsieg gegen den von Ottmar Hitzfeld trainierten FC Bayern München.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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