Vom Pier gelöst
Drama um "Aidaperla": Kreuzfahrtschiff gerät in schweren Sturm
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Kreuzfahrt-Boom hält unvermindert an
Videoclip • 01:43 Min • Ab 12
Starke Böen haben die "Aidaperla" im französischen Le Havre von ihrem Liegeplatz losgerissen. Schlepper verhinderten offenbar eine mögliche Kollision mit einem anderen Kreuzfahrtschiff.
Das Wichtigste in Kürze
Starke Windböen rissen die "Aidaperla" am Dienstag im französischen Le Havre von der Pier los.
Rund 500 Passagier:innen konnten nach Landausflügen zunächst nicht zurück an Bord.
Schlepper verhinderten offenbar Schlimmeres.
Ein heftiger Sturm hat im Hafen von Le Havre in Frankreich zu einem Zwischenfall mit dem Kreuzfahrtschiff "Aidaperla" geführt. Am Dienstagnachmittag (8. September) rissen starke Windböen das Schiff von der Pier los. Die "Aidaperla" trieb anschließend durch das Hafenbecken, wie Augenzeug:innen von der ebenfalls vor Ort liegenden "Mein Schiff 3" der "Ostsee-Zeitung" berichteten.
AIDA Cruises bestätigte den Vorfall auf Anfrage der Zeitung. Wegen einer Schlechtwetterfront habe die "Aidaperla" ihre Position an der Pier verlassen. Mit Unterstützung von Schleppern sei das Schiff wieder zurück an den Liegeplatz gebracht worden. Weitere Angaben machte die Reederei zunächst nicht.
Auch in den News:
Gangway der "Aidaperla" zerstört, Hafen zeitweise gesperrt
Bilder vom Ort zeigen eine heruntergerissene Gangway. Nach Angaben von Betroffenen verlor die "Aidaperla" vermutlich zwei dieser Zugangsbrücken. Sie stellen ein Hindernis für die Schifffahrt dar. Deshalb sperrte die Hafenbehörde Le Havre den Hafen vorerst für die Durchfahrt, bis die beschädigten Teile geborgen werden konnten.
Augenzeug:innen befürchteten zunächst, dass die "Aidaperla" mit der "Mein Schiff 3" kollidieren könnte. Die Schlepper verhinderten dies dem Bericht zufolge rechtzeitig. Das Kreuzfahrtschiff wurde gedreht und in eine sichere Position gebracht. Gegen 18.30 Uhr lag die "Aidaperla" wieder fest am Liegeplatz.
Rund 500 Passagiere konnten zunächst nicht zurück
Der Zwischenfall hatte auch Folgen für Passagier:innen, die gerade auf Landausflug waren. Etwa 500 Gäste konnten zunächst nicht zurück auf das Schiff. Sie warteten laut "Ostsee-Zeitung" in Bussen vor dem Terminal.
Ob sich dadurch die Weiterreise verzögern würde, war zunächst offen. Die "Aidaperla" befindet sich derzeit auf einer 14-tägigen Westeuropa-Kreuzfahrt von und nach Hamburg. Nach Stationen in Bergen, Nordfjordeid, Ålesund, Haugesund, Southampton und Le Havre stehen noch Zeebrügge/Brüssel sowie Rotterdam auf dem Reiseplan.
Böen offenbar deutlich stärker als erwartet
Für die Region hatte die französische Wetterbehörde zunächst vor einer mäßigen Windgefahr gewarnt. Demnach wurden in Le Havre Böen von etwa 57 Kilometern pro Stunde erwartet. Von vor Ort hieß es allerdings, dass unerwartete Sturmböen mit mehr als 110 Kilometern pro Stunde aus nördlicher Richtung über das Hafenbecken gefegt seien.
Verwendete Quellen:
Ostsee-Zeitung: "Sturm reißt Aida-Kreuzfahrtschiff von Pier in französischem Hafen – Hunderte Passagiere kommen nicht an Bord"
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