1.300 Jahre alt
Sensationsfund: Byzantinischer Goldschatz vor Kroatien entdeckt
Veröffentlicht:
von Michael ReimersUnterwasserarchäolog:innen des HRZ untersuchen das byzantinische Wrack vor der Insel Mljet.
Bild: Hrvatski restauratorski zavod (HZR)
Mehr als 1.300 Jahre lang schlummerte der Sensationsfund auf dem Grund der Adria: Nun wurde er von Forscher:innen vor der kroatischen Insel Mljet gehoben.
Das Wichtigste in Kürze
Kroatische Forscher:innen sind in einem byzantinischen Schiffswrack auf einen bedeutenden Goldschatz gestoßen.
Der Fund ist 1.300 Jahre alt.
Solche großen Entdeckungen sollen noch nie zuvor auf dem Grund des Mittelmeers gemacht worden sein.
Unterwasserarchäolog:innen des Instituts für Konservierung (HRZ) in Kroatien haben einen bedeutenden Fund vermeldet. Wie "Geo" meldet, erforscht das Team bereits seit 2015 ein byzantinisches Schiffswrack vor der Insel Mljet. Ende Juli stießen die Wisssenschaftler:innen in der "Tatinica" auf den größten Goldfund, der je auf dem Boden der Adria gemacht wurde.
Dazu zählen goldene Gürtelgarnituren mit Schnallen, die mit Rubinen, Smaragden und Perlen verziert sind. Auch Goldmünzen aus der Zeit von vier Kaisern der Heraklios-Dynastie wurden entdeckt sowie ein Siegelring mit kaiserlichem Bildnis. Wie es in dem Bericht weiter heißt, hat den Ring eine Person aus den höchsten Staats- oder Militärkreisen getragen, die befugt gewesen sei, die Dokumente des Kaisers zu beglaubigen. Womöglich handele es sich um ein diplomatisches Geschenk oder ein persönliches Schmuckstück eines hohen byzantinischen Beamten.
Bisher größter Goldfund aller Zeiten im Mittelmeer
Sowohl die Luxusgüter der damaligen Passagiere an Bord als auch die reiche Handelsladung des Schiffes seien beeindruckend, so das HRZ. Darunter befinden sich Amphoren, Handelswaagen und Keramikgefäße. Das Team fand auch Spielsteine aus Elfenbein.
Solche Entdeckungen wie auf der "Tatinica" seien noch nie zuvor auf dem Grund des Mittelmeers gemacht worden, teilte das kroatische Institut weiter mit. "Das ist eine beeindruckende Menge Gold: die größte, die je bei einem Schiffswrack im Mittelmeer gefunden wurde", sagte Forschungsleiter Igor Miholjek. Nach der Reinigung und Restaurierung wiegen die 40 Objekte mehr als 600 Gramm.
Auch in den News:
"Das bedeutendste Schiffswrack dieser Epoche"
Den Münzen zufolge stammt das Wrack aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Auch damals schon lag die Insel Mljet an einer bedeutenden Schifffahrtsroute, die das östliche und westliche Mittelmeer miteinander verbindet. Von der Küste der Adria verlief der Seeweg nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. "Für mich ist es das bedeutendste Schiffswrack dieser Epoche", begeistert sich Justin Leidwanger, Archäologe der an den Forschungen beteiligten Stanford University. Aus dieser Zeit seien nur sehr wenige Wracks bekannt, keines davon sei bisher vollständig ausgegraben oder untersucht worden.
Das byzantinische Schiffswrack liegt in einer Tiefe von 32 bis 40 Metern, meldet der "Merkur". Aufgrund seiner außergewöhnlich reichen und seltenen Ladung zählt es dem HRZ zufolge zu den wichtigsten archäologischen Entdeckungen der byzantinischen Zeit im Mittelmeerraum. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Institut für Konservierung demnach bereits 20 Schiffswracks entdeckt. Das älteste stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, das jüngste aus dem 16. Jahrhundert.
Verwendete Quellen:
geo.de: "Wrack vor Kroatien – Mehr als 1000 Jahre begraben: Goldschatz am Grund der Adria"
t-online.de: "Bedeutender Fund: Goldschatz lag 1.300 Jahre im Mittelmeer vergraben"
merkur.de: "Sensationsfund vor Kroatien: Taucher entdecken 1.300 Jahre altes Gold in Urlauber-Paradies"
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