Walkadaver auf dänischer Insel

Obduktion von Buckelwal beendet: Die Erkenntnisse – und wie es mit Timmy weitergeht

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

:newstime

Wal Timmy: Weibchen gibt Rätsel auf

Videoclip • 29 Sek • Ab 12


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Der tot vor der dänischen Insel Anholt gefundene Buckelwal wurde obduziert. Dabei sollte unter anderem die Todesursache des Tiers festgestellt werden. Was nun mit den Kadaverresten geschieht – und welche Fragen weiterhin offenbleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der tote Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt wurde am Donnerstag (4. Juni) obduziert.

  • Nach aktuellem Stand konnte keine klare Todesursache des als Timmy bekannten Wals festgestellt werden.

  • Die Überreste des aufgeschnittenen Körpers sollen in einer Fabrik getrennt und entsorgt werden, einige der Knochen sollen in ein dänisches Museum kommen.

Die Obduktion des vor der dänischen Insel Anholt gestrandeten Buckelwals ist seit Donnerstagabend (4. Juni) beendet. Nun steht fest: Timmy war ein Weibchen. Die Todesursache bleibt allerdings weiterhin unklar. Der Uterus des Tiers sei entdeckt worden, schwanger sei der Wal in den letzten Monaten aber nicht gewesen.

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Starke Verwesung erschwert Obduktion

Seit etwa drei Wochen liegt der tote Wal am Strand von Anholt. Der mittlere Teil seines Körpers war durch Fäulnisgase stark aufgebläht, die ehemals blauschwarz glänzende Haut ist einem gelblichen Ton gewichen. Immer wieder hatten sich Möwen an dem Kadaver erfreut.

Vergangenen Donnerstag (28. Mai) startete dann die Obduktion. Die in Schutzanzüge gekleideten Expert:innen hatten zunächst mit der Vermessung des Kadavers begonnen, bevor sie das Tier mit einem länglichen Messer aufschnitten, um die Luft aus dem Walkörper zu lassen. Das bereits stark verweste Innere des Wals wurde untersucht, Eingeweide und Organe wurden entnommen.

Vor seinem Ableben war der Buckelwal mehrmals gestrandet und immer wieder von Netzresten befreit worden. Weder diese noch andere Fremdkörper seien bei der Obduktion gefunden worden. Auch etwaige Verletzungen seien aufgrund des fortgeschrittenen Zerfalls des Tieres nicht zu erkennen gewesen. Das Expertenteam habe zwar Parasiten entdeckt, diese seien jedoch nicht für den Tod des Tieres verantwortlich.

Es ist ein Mädchen!

Eine Wal-Obduktion gilt als Standardprozedur für das geübte Team aus Dänemark. Aus wissenschaftlicher Sicht ist sie dennoch sehr wertvoll. In ihrem natürlichen Lebensraum, dem Meer, könnten Buckelwale sonst nur schwer erforscht werden. "Wenn wir hier also in Dänemark gestrandete Wale finden, nutzen wir sie, um Erkenntnisse über die wildlebenden Tiere zu gewinnen", so die dänische Biologin Charlotte Bie Thøstesen, die bei der Untersuchung dabei war.

Zum Ende der Obduktion habe man dennoch keine klare Todesursache feststellen können, so Thøstesen. Das sei bei Kadavern wie diesen aber nicht ungewöhnlich, wie auch Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen bestätigt. Die Gewebeproben des Wals sollen nun analysiert werden. Mit Ergebnissen rechne man allerdings erst in den kommenden Monaten.

Das passiert mit Timmys Überresten

Am Abend des 4. Juli war die Arbeit für das Team dann erledigt. Ein Bagger hievte in der Dunkelheit die Reste des Wals in einen vorbereiteten Container. Dieser soll wohl kommende Woche abtransportiert werden, so Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung.

In einer Fabrik sollen die Überreste des Buckelwals in die einzelnen Bestandteile getrennt werden, wie ein Sprecher erklärte. Um diese kümmerten sich in der Regel Unternehmen wie Daka Dänemark. Zuletzt habe das Unternehmen jedoch keinen Auftrag für die Verwertung erhalten.

Zumindest ein Teil des bekannten Buckelwals wird aber wohl der Öffentlichkeit erhalten bleiben: Einige seiner Knochen sollen der Sammlung des Naturhistorischen Museums in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen übergeben werden.


Die einzigartige Reise des Buckelwals Timmy

Bereits Ende März strandete der Buckelwal vor der deutschen Ostseeküste. Nach tagelangen Bemühungen gelang es dem geschwächten Wal, sich freizuschwimmen. Er strandete im weiteren Verlauf aber mehrmals erneut.

Gegen den Rat von Expert:innen entschied sich eine private Initiative um den Media-Markt-Gründer Walter Gunz zu einer Rettung des Wals. Mithilfe einer Barge wurde das Tier mitsamt GPS-Sender ins offene Meer geschifft, bevor man den Wal tot vor der dänischen Insel Anholt fand.

Der Fall um den Timmy genannten Wal gilt nach Einschätzung der Internationalen Walfangkommission als weltweit einzigartig. Noch nie zuvor sei demnach beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Küste strandet und weiterlebt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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