Insellage steht auf dem Spiel

Trocknet der Kleine See am Bodensee in Lindau bald ganz aus?

Aktualisiert:

von Michael Reimers

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Bodensee trocknet immer weiter aus (6. Oktober)

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Der Kleine See als Teil des Bodensees könnte bald verschwinden. Grund dafür ist die starke Trockenheit, die das Wassergebiet zwischen Festland und Lindauer Altstadt zunehmend versanden lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kleine See im Bodensee versandet immer mehr.

  • Dabei handelt es sich um einen Bereich des Bodensees zwischen der Insel Lindau und dem Stadtteil Aeschach.

  • Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, den Kleinen See zu erhalten.

Mitglieder des Lindauer Stadtrats haben einen Antrag gestellt, den Kleinen See zu retten. Wie die "Schwäbische Zeitung" meldet, setzen sich Stadträt:innen verschiedener Fraktionen dafür ein, darunter auch die CSU. "Die einzigartige Insellage steht perspektivisch auf dem Spiel", argumentierte Andreas Reich (Freie Wähler/Freie Bürger). Die Versandung und Verlandung des Kleinen Sees in Lindau müsse gestoppt werden.

Der politische Kontroll- und Beschlussausschuss für die Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL) einigte sich dem Bericht zufolge darauf, Sedimentproben zu entnehmen, um die Ursachen für die Versandung zu ermitteln. Zudem soll eine Fahrrinne ausgebaggert werden und mittelfristig eine nachhaltige Lösung gefunden werden.

Der Kleine See leidet stark unter der Trockenheit

Dafür sollen in diesem Jahr Haushaltsüberschüsse in Höhe von rund 77.000 Euro verwendet werden und 200.000 Euro im nächsten Jahr sowie die Einnahmen aus der Vermietung der Bootsanlegeplätze, die jährlich etwa 500.000 Euro einbringen. Diese Mieten sollen über mehrere Jahre zurückgelegt werden, um dann eine große Maßnahme zu finanzieren, so der GTL-Werkausschuss.

Wie es weiter heißt, würde ein komplettes Ausbaggern des Kleinen Sees nach einer Schätzung der Stadt an die sechs Millionen Euro kosten, sagte Norman Dietrich, Abteilungsleiter der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau. Teuer werde dabei vor allem das Entsorgen des ausgebaggerten Materials, da es vermutlich schadstoffbelastet sei.

Auch in den News:

Kanu- und Ruderklub bereits vom Wassermangel betroffen

Stefan Büchele von der CSU brachte die Verpflichtung der Stadt gegenüber den Mieter:innen der Anlegeplätze ins Spiel. Ziel ist dem Bericht zufolge die Wiederherstellung der Befahrbarkeit für den Kanu- und Ruderklub, für die Bootsvermietung und den allgemeinen Bootsverkehr. Aktuell sei der laufende Betrieb stark eingeschränkt und ohne Maßnahme verschlechtere sich die Situation weiter, heißt es im Antrag.

Die Antragsteller:innen verweisen auch auf ökologische Folgen der zunehmenden Versandung. Sinkende Wassertiefen könnten in der Folge zu höheren Temperaturen, Sauerstoffmangel und einer Verschlechterung des Lebensraums für Fische, Amphibien und Wasservögel führen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

schwaebische.de: "Gefahr droht: Insel im Bodensee könnte verschwinden"

schwaebische.de: "Bodensee: Kleiner See soll für Boote wieder besser befahrbar werden"

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