Prozess
Anschlag in Magdeburg: Mediziner schildert Verletzungen der Opfer - Taleb A. irritiert durch Nachfragen
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von dpaMit Nachfragen zu den Schilderungen des Arztes sorgte Taleb A. für Unmut.
Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Vor Gericht sagt ein Arzt aus, der an den Obduktionen nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt beteiligt war. Der Richter spricht angesichts des Verhaltens des Angeklagten von einer "Gratwanderung".
Im Prozess zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat ein Arzt über die Verletzungen mehrerer Todesopfer berichtet. So sei etwa eine Frau an Herzversagen gestorben, die vor dem Täterfahrzeug geflüchtet war, sagte der Mediziner, der zu einem Obduktionsteam gehörte. Physischer und psychischer Stress bei dem Anschlag könnten als Ursache für den plötzlichen Herztod gewertet werden.
Unmut bei Nebenklägern - Richter sieht "Gratwanderung"
Für hörbaren Unmut bei den Nebenkläger:innen und im Zuschauerbereich sorgten Nachfragen des Angeklagten Taleb A. zu den Schilderungen des Arztes.
Ein Nebenklagevertreter wies darauf hin, dass im Saal Angehörige von Verstorbenen sowie Geschädigte säßen. Die Äußerungen des Angeklagten dürften nicht auf Kosten der Gefühle der Beteiligten gehen, sagte der Rechtsanwalt. Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg sagte, die Rechte des Angeklagten dürften auch nicht beschnitten werden, er sprach von einer Gratwanderung.
Laut der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg lenkte der damals 50-jährige Taleb A. den mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt. Er war mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs. Ein neunjähriger Junge sowie fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren kamen ums Leben. Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt.
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