Sensationsfund in Nordholz

80 Jahre im Sand vergraben: Sturmgeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Fast 80 Jahre lag es verborgen im Sand, jetzt ist es wieder ans Licht gekommen. In Niedersachsen ist ein außergewöhnlich gut erhaltenes Sturmgeschütz III aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und geborgen worden. So soll es mit dem Sensationsfund jetzt weitergehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Bauarbeiten in Nordholz machten Arbeiter einen Fund, der selbst Expert:innen überrascht.

  • Ein nahezu intaktes Sturmgeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg lag in einem verschütteten Graben.

  • Nun beginnt die aufwendige Untersuchung des Militärrelikts.

Auf dem Gelände des Fliegerhorsts Nordholz ist bei Bauarbeiten ein spektakulärer Zufallsfund gemacht worden: Aus einem zugeschütteten Graben wurde ein nahezu vollständig erhaltenes Sturmgeschütz III Ausführung G aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen. Das tonnenschwere Fahrzeug lag dort offenbar seit der frühen Nachkriegszeit im Sand verborgen – und ist deshalb heute in einem erstaunlich guten Zustand. Für Fachleute ist der Fund ein außergewöhnliches Zeugnis der letzten Kriegsmonate und des chaotischen Umgangs mit militärischem Material nach 1945.

Archäolog:innen und Expert:innen bargen das Wrack Anfang Juni mit einem Kran. Im August soll es in das Deutsche Panzermuseum Munster gebracht werden, wo es zunächst untersucht, stabilisiert und ausgestellt wird. Später ist eine Übergabe an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden geplant. Besonders bemerkenswert: Das Fahrzeug soll nicht komplett restauriert, sondern möglichst im Fundzustand erhalten bleiben – selbst der Sand gilt als Teil seiner Geschichte.


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Sturmgeschütz vs. Panzer: Das ist der Unterschied

Das in Nordholz entdeckte StuG III wirkt auf den ersten Blick wie ein Panzer, unterscheidet sich aber in einem entscheidenden Punkt: Es besaß keinen drehbaren Turm. Die Kanone zeigte starr nach vorn, zum Zielen musste also das gesamte Fahrzeug bewegt werden. Gerade diese Bauweise machte das Sturmgeschütz kleiner, niedriger und in vielen Situationen effizient. Im Krieg entwickelte sich der Typ zu einem der meistgebauten deutschen gepanzerten Fahrzeuge und wurde in großer Zahl als Unterstützungs- und später auch als Panzerabwehrwaffe eingesetzt. Der Rüstungskonzern Rheinmetall produzierte damals mehr als 9.300 Sturmgeschütze - in unterschiedlichen Variationen.

Der Fund aus Nordholz erzählt aber nicht nur Technikgeschichte, sondern auch von seinem möglichen Fronteinsatz. Experten gehen davon aus, dass das Fahrzeug zur Fallschirm-Sturmgeschütz-Brigade 12 gehörte, die unter anderem in Frankreich und 1944 in schweren Kämpfen eingesetzt war. Mindestens 17 weiße Abschussmarkierungen am Kanonenrohr deuten darauf hin, dass das Sturmgeschütz tatsächlich im Gefecht stand. Im Inneren sind noch der Fahrersitz und Teile der Geschützvorrichtungen erhalten.

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Nach dem Krieg in Graben versenkt

Warum das Fahrzeug überhaupt im Boden verschwand, scheint ebenfalls plausibel: Wahrscheinlich schoben alliierte Truppen das verbliebene deutsche Kriegsgerät kurz nach Kriegsende in einen Graben und deckten es mit Sand zu. Genau diese schnelle "Entsorgung" konservierte das Sturmgeschütz über Jahrzehnte hinweg. Heute wird aus dem vergrabenen Kriegsgerät ein Museumsobjekt – und aus einem Zufallsfund ein seltener Blick auf Krieg, Nachkriegszeit und Erinnerungskultur.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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