Pestizide und zu viel Zucker

Früchtemüsli im Öko-Test: Viele Markenprodukte mit schlechten Noten

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von Joachim Vonderthann

Viele Früchtemüslis bekannter Marken enthalten laut Öko-Test zu viel Zucker und einen zu hohen Anteil an Pestiziden.

Bild: Sebastian Gollnow/dpa


Früchtemüslis gelten als gesunder Start in den Tag, doch ein Test von Öko-Test offenbart erhebliche Unterschiede. Während viele Bio-Produkte mit Bestnoten glänzen, fallen bekannte Marken durch Schadstoffe und hohen Zuckergehalt negativ auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Öko-Test schneiden 18 von 25 Bio-Müslis "sehr gut" ab.

  • Viele konventionelle Produkte, auch bekannter Marken, enttäuschen hingegen.

  • Sogar Mineralölrückstände wurden in einigen Müslis nachgewiesen.

Haferflocken, Nüsse und Trockenfrüchte – Früchtemüslis gehören für viele Menschen zu einem gesunden Frühstück. Doch wie gesund sind sie wirklich? Öko-Test hat 40 verschiedene Produkte, darunter 25 Bio-Müslis, auf Zuckergehalt, Schadstoffe und Schwermetalle untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Bio-Produkten und konventionellen Müslis.

Viele Bio-Müslis im Öko-Test "sehr gut"

Besonders positiv fällt die Bewertung der Bio-Müslis aus: 18 von 25 Produkten erhielten die Bestnote "sehr gut". Sie waren frei von Pestiziden und anderen Schadstoffen und enthielten nur wenig Zucker. Testsieger in dieser Kategorie waren unter anderem das Alnatura Früchte Müsli (2,66 Euro pro 500 Gramm), das Bauck Mühle Beeren Dinkel Müsli (4,69 Euro pro 500 Gramm) und das Ener Bio Früchte Müsli von Rossmann (2,00 Euro pro 500 Gramm).

Das Portal Utopia.de weist darauf hin, dass Öko-Test die Müslis bereits im April des Jahres geprüft hat. Aktuell seien sie jedoch erneut im "Spezial Vegetarisch und Vegan 2025" abrufbar. Öko-Test habe die Produkte erneut testen lassen, falls die Hersteller Änderungen mitgeteilt oder sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben haben.

Konventionelle Müslis oftmals nicht gut

Die konventionellen Produkte schnitten dem Utopia-Bericht hingegen deutlich schlechter ab als die Bio-Müslis. Nur zwei Produkte erhielten die Bestnote "sehr gut", darunter das "Crownfield Früchte Hafer-Müsli" von Lidl (1,66 Euro pro 500 Gramm). Die meisten anderen Müslis erzielten lediglich die Note "befriedigend" oder schlechter. Besonders problematisch ist der hohe Zuckergehalt vieler Früchtemüslis. Auch wenn kein Industriezucker zugesetzt wurde, bestehen manche Produkte aufgrund der Trockenfrüchte zu fast einem Drittel aus Zucker.

Laut Öko-Test ist dies gesundheitlich bedenklich: "Egal ob Industriezucker oder Fruchtzucker – Zucker in jeder Form kann Übergewicht und Karies fördern." Zudem bemängelt der Test den Nachweis zahlreicher Pestizide in den Produkten. In einem Müsli wurden sogar 17 verschiedene Pestizide gefunden, was das Risiko für Wechselwirkungen erhöht.

Bekannte Marken fallen durch

Besonders enttäuschend war das Ergebnis bei bekannten Marken. Die "Seitenbacher Verwöhner Mischung" enthielt acht verschiedene Pestizide, darunter das umstrittene Glyphosat, und wurde mit der Gesamtnote "mangelhaft" bewertet. Noch schlechter schnitt das "Dr. Oetker Vitalis Früchte Müsli" ab: Es enthielt zehn Pestizide, einen extrem hohen Zuckergehalt und erhielt die Bewertung "ungenügend".

Auch Mineralölrückstände wurden nachgewiesen. In einem Bio-Müsli fand Öko-Test sogenannte MOAH-Verbindungen, die als krebserregend gelten können. Diese lagen sogar über den empfohlenen Höchstwerten der EU-Kommission. Ein weiteres Produkt wies erhöhte MOSH-Werte auf, deren langfristige Wirkung im Körper noch unklar ist.

Bio-Produkte fast ohne Schadstoffe

Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte zu Bio-Müslis greifen. Hier fand Öko-Test fast keine Schadstoffe, und viele Produkte überzeugen durch einen moderaten Zuckergehalt. Bei konventionellen Müslis lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste und Testergebnisse, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

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